nur keine sorge II

hier als nebeninformation der bmi der grossen schwester des helden der letzten posting-folge:

doch, man könnte meinen, in die zukunft des jungen blicken zu können. damit erledigt sich auch die frage nach erst dünn, dann dick, oder falscher ernährung oder bmi ist nicht aussagefähig. entschuldigung: aber in dieser familie sind alle …. fett übergewichtig adipös, mutter, vater, grosse tochter, kleiner bruder, und – ja, es ist die falsche ernährung und die mangelnde bewegung. der fernseher läuft von morgens bis abends („da sitzt er gar nicht davor“), in der ernährungsanamnese habe ich nach dem frühstück („sie, der isst gar net viel, nur eine Flasche Kaba und die honigpops“) aufgegeben. bei der grossen hatte ich mir schon den mund fusselig geredet, aber – wie man sieht – es fruchtet nicht.

klar gibt es nuancen im dicksein. dessen bin ich mir bewußt. und klar gibt es extrem selten auch mal schilddrüsenprobleme. oder familiäre essgewohnheiten „gene“. und klar sagt der bmi nicht alles aus. kleine kinder sind im bmi immer zu dick und grosse zu dünn. passt hier alles nicht. nein, sorry. das hier ist eine klassische dicke fehlernährte bewegungsfaule familie.

therapie? was soll ich machen? reden reden reden. programme anbieten. ernährungsberatung. ab einem gewissen alter das kind einspannen in die eigene verantwortung. motivation der kleinen schritte (weniger medien, in die schule/kindergarten laufen). diagnostik bringt in diesen familien gar nichts, das fokussiert die eltern nur zu sehr aufs abgeben der eigenen verantwortung.
die grosse schwester hier wurde vorgestellt wg „beinschmerzen“. wo hat sie die? knie, sprunggelenke. wundert mich das? nein. wenn die komorbiditäten beginnen – gelenke, blutdruck, zucker, in der pubertät auch das psychische – , kommen alle wieder. aber meist ist es dann zu spät.

in jeder beziehung ein schweres klientel.

33 Antworten auf „nur keine sorge II“

  1. arme kinder! kenne auch so eine familie…
    der vater betreibt „trennkost“ – soll total gesund sein, seiner aussage nach: die ganze woche nur kohlenhydrate (sprich ne packung dickmanns in 10 min, danach schokolade usw.) und am we fleisch (3 schnitzel, wurst, wurst, wurst und dick butter) – ich übertreibe nicht! die kinder können ja nur dick sein. leider! aber man kann ihnen nichts sagen – denn „wir fühlen uns wohl wie wir sind. die kinder dann doch bestimmt auch.“ oje…

  2. Gott… ich find das unglaublich sowas.
    Aber das Kind isst ja nicht viel und bewegt sich genügend, klar.

    Und bald kommt der Osterhase…………………

  3. Und im Fernsehen kommt dann – gesehen vorletzte Woche inner Gesundheitssendung – die Diskussion darüber, ob ein Mindestalter für Magenverkleinerungen sinnvoll ist oder nicht. Und der nette Herr Chirurg meint doch im Ernst, dass selbst 9Jährige nicht zu jung dazu sind, ihren Magen zu einem Würstchen zurechtschneiden zu lassen, da konventionelle Therapie (gut zureden) bisher ja nichts gebracht habe, sie ja schon alle Diäten durch haben und sie ja schon so doll an Gelenkproblemen leiden würden.
    Tönt jetzt sehr radikal, aber ich wäre einverstanden damit, Eltern die ihr Kind dermassen vollstopfen mit Jugendamt zwangshelfen zu lassen. Arme Kinder.

  4. Einfach unglaublich! Wie Eltern ihre Kinder mästen! Wissen sie es nicht besser? Und wäre das eine Entschuldigung? Nur die Kinder wissen es nicht besser, bis sie irgendwann merken, dass dieser Lebensstil nicht so gut ist, aber dann ist es in der Tat zu spät. Und wer bezahlt den ganzen Krankheitsscheiß der Fettleibigen dann? Tja…
    Arme Kinder! Arme Erwachsene, die ständig mehr Krankenkassenbeiträge auch für die mitbezahlen müssen, die einfach nur gerne faul auf dem Sofa sitzen und fressen, was der Supermarkt hergibt.

  5. Katja: davon dass da einmal im jahr oder zweimal osterhase/weihnachtsmann mit schokoeiern/maennern kommt, wird das kind nicht fett. mit pommes vom macces, chips fon lorentz und limo cola eistee aber schon. und das das ganze jahr ueber.

  6. Traurig auch wenn man diese Epidemie von „schweren Kindern“ im Kontext des Gesundheitssytems und der Gesundheitsausgaben betrachtet.

    Die Ausgaben fuer die Behandlung von Diabetis, Bluthochdruck, Herzinfarkten, Schlaganfaellen, Gelenkbeschwerden etc. wird in 20 Jahren die Bank sprengen. Das bedeutet hoehere Beitrage fuer alle – auch die duennen, normalgewichtigen, sportlichen, Fernseh abstinenten, gemuese essenden.

    Um hier mal etwas provokativ zu sein: Ich denke das man hoehere Beitraege fuer schwer uebergewichtige Menschen diskutieren kann. Manchmal aendert sich das Verhalten nur wenn es im Geldbuetel weh tut.

  7. In der Regel sind die Eltern in solchen durchweg übergewichtigen Familien einfach nur zu dumm.

    Dann kommt hinzu, dass ganz viele Mütter (oder auch Väter) gar nicht kochen können. Die Fertigproduktindustrie hat da schon jahrelang für gesorgt und ohne „Tütchen“ geht in vielen Küchen gar nichts mehr. (Die Tütchen sind was Kalorien betrifft, nicht ohne!) Und dann steht an erster Stelle einfach auch die Faulheit. Zu faul zum Kochen, zu faul zum In-der-Küche-stehen, zu faul für irgendetwas. Gehn wir mal schnell zu Macdoof… Und wenn man erst einmal stark übergewichtig ist, wird ja auch jede Bewegung zur unüberwindlichen Anstrengung, also nimmt man – wenn vorhanden – schnell das Auto. Für jeden kleinen Weg. Man muss nur mal morgens vor einer Schule stehen: Die wenigsten Kinder kommen zu Fuß.

    Und trotzdem sind nicht alle Übergewichtigen faul, unbeweglich, krank und gefräßig! Übergewicht ist oft genug auch ein Zeichen für eine seelische Erkrankung und da ist sehr wohl die Krankenkasse gefragt und eine Therapie – keine Ernährungsberatung! – sinnvoll.
    Im Übrigen schließe ich mich meinem Vorkommentator Stoni an…

    1. Fix-Produkte sind nicht nur aufgrund der Nährwerte bedenklich, sondern insgesamt in Hinblick auf die Inhaltsstoffe – ich sage nur Geschmacksverstärker (Glutamat). Aber es ist wirklich so, immer weniger Eltern können kochen bzw. nehmen sich die Zeit dazu. Und die Kinder lernen es dadurch auch nicht besser. Ich bin froh, dass im Kindergarten meiner Tochter einmal pro Woche ein gemeinsames Frühstück eingenommen wird (Frühstück ist da ein sehr weit gesteckter Begriff, es gab auch schon einmal selbst gemachte Pommes), bei deren Zubereitung die Kleinen helfen. So lernen einige Kinder dass Pommes nicht aus der Tüte kommen, sondern aus Kartoffeln hergestellt werden. Traurig!

      1. Viele schlimmer als das Glutamat in den Tüten ist, dass aktuell aus allen möglichen Produkten diese Zutat entfernt wird. Für Leute wie mich, die zwar auch die gesunde, selbst zubereitete Tütenkost von Mama und Oma kennen und schätzen, aber hin und wieder auch eben gerne mal so ein Maggiprodukt essen, ist es nun total gemein, dass alles mögliche, was man sich mal als „Leckerbissen“ gönnen möchte, plötzlich ganz anders schmeckt und so die Erwartungen gar nicht mehr befriedigt. Ich möchte an dieser Stelle als mal für eine langsamere Umstellung zur Umgewöhnung pledieren!

  8. das arme kind, bzw,. die armen Kinder!!!
    Ich weiß auch nicht was man da machen kann, da hilft ja nur eine radikale Lebensumstellung.
    Aber der Trend ist klar, als ich in die Grundschule ging, liefen selbstverständlich ALLE kinder selbst in die Schule, manche hatten eine knappe halbe Stunde zu laufen, heute werden 90% gefahren.
    als ich klein war enthielt eine Packung gummibärchen 75 gramm. Ab und zu haben wir uns die nach dem Schwimmen zu dritt geteilt, heute stehen die Kinder mit dem 300 gramm Pack an der Kasse. Für eine Person.
    Es gibt tausende solcher Beispiele. Schuld daran ist auch die Industrie, die einen kauft mit Packungsgrößen etc.
    Naja und wenn den ganzen Tag die Glotze läuft, dann sitzen die Werbebotschaften fest im Hirn.

    Ich habe auch zwei schwere Kinder, Tochter 5 jährig auf der 85% Perzentile, aber an diesem Kind ist kein gramm Fett. Sie besteht aus purer Kraft, das Söhnchen 3 jährig, auch etwa 85% Perzentile ist ein bißchen Speckiger, aber auch nur ein bißchen, mag aber praktischerweise außer Schokolade keine Süßigkeiten. Ich mache mir wegen der 85% perzentile schon ab und an Sorgen, aber an Bewegung mangelt es den beiden sicher nicht, ausgewogenes Essen gibt es auch. Hier gibt es weder Auto noch Fernseher, das hat allerdings eher was damit zu tun, daß man als alleinerziehende Assistenzärztin 50% mit 2 Kindern am Ende des Monats weniger Geld in der Tasche als man es in dieser Konstellation mit Hartz IV hätte.

    1. Hallo

      Ich stutze gerade über die Aussage, dass du als Ärztin weniger wie ein Harzt IVler hast. Das kann eigentlich nur sein, wenn du auf dir zustehende staatliche Leistungen bewußt verzichtest. Wenn du als Ärztin wirklich so wenig Gehalt bekommst, dann kannst du Wohngeld, Kinderzuschlag, Unterhaltsvorschuss usw. beantragen. Damit hättest du deutlich mehr als Hartz IV.

      Aber selbst im kirchlichen Häusern, ohne Dienste und in Klasse 1 dürftest du netto eigentlich mehr haben als Harzt IV. Verbessere mich wenn ich falsch liege.

      Ich habe mal aus Interesse gerechnet.
      Als Arzt am Komunalen Krankenhaus niedrigste Stufe 50% ohne Dienste, Klasse 1 sind ca.netto 1200€ + 2x Kindergeld = 1568€ (wenn du GKV Versichert bist) + evt. Unterhalt, denn es gibt sicher einen Papa für die Kids. (AVR ist niedriger, aber die Zahlen habe ich jetzt nicht so schnell online gefunden)
      Harzt IV 1x Erwachsen + 2x Kinder (U5) + Alleinerziehenden Zuschalg = 919€ + Miete.

      Miete kann man nur schlecht vergleichen, dass kommt stark auf die Wohngegend an, aber für 600€ bekommt man zumindest bei uns schon Wohnungen bis ca. 80qm. Und bei sehr hohen Mieten gibt es eben Wohngeld.

      Klar ist das nicht viel, aber ich finde diese ständigen Behauptungen furchtbar, dass man als arbeitender Mensch weniger hat als mit Harzt IV es stimmt nämlich einfach nicht. Und wenn du zu wenig hast, kannst du auch ergänzend Hartz IV bekommen, dann hast du von deinem Einkommen ca. 20% Freibetrag, also auch wieder mehr als jetzt.

      Wenn es an den Kosten für 3 Personen für die PKV liegt, das ist eine persönliche Entscheidung sich dort zu versichern. Und man entscheidet sich mit den vermeintlich günstigen Tarifen eben auch im negativen Sinne für den Ausstieg aus der Solidargemeinschaft. Kenne das aus eigener Erfahrung und würde es heute anders machen, aber das war unsere Entscheidung und wir haben sie freiwillig getroffen.

      Und Kosten für Kinderbetreuung kann man von der Steuer absetzten wenn man berufstätig ist, daher bekommt man zumindest einen kleinen Teil am Ende des Jahres ersetzt, auch wenn dich das natürlich benachteiligt, da du bei so geringem Einkommen wenig Steuern zahlst.
      Aber zumindest bei uns würdest du für Kita/Tagespflege wenig bis nichts zahlen, da es hier einkommensabhängig ist wieviel man zahlt. Und für Alleinerziehende bietet das Jugendamt immer besondere Konditionen. Also auch dort fragen und Hilfe annehmen. Aber auch hier ist mir bewußt, dass die Sitation in anderen Städten nicht immer vergleichbar ist.

      1. sorry, aber deine rechnung ist eine milchmädchenrechnung!

        wenn julia einen 3-jährigen und eine 5-jährige hat, muß sie zumindest vollzeit-kiga-plätze (mit essen) für beide haben, denn einen halbtags-kindergartenplatz (in der regel 8-12 uhr) geht gar nicht. kostet (in unserer region) je nach anbieter und angebot zwischen 350 und 600 euro (und NEIN, daß sind keine privat-kindergärten). an dienst-tagen muß obendrein eine tagesmutter oder babysitter her, das geht gerade wochenends (24h-dienste) ganz schön ins geld. dann hast du noch an keinen fort- und weiterbildungen teilgenommen (die in der regel in die feierabendzeit fallen und deren kosten auch nur selten vom dienstherrn übernommen werden), und das bisschen, was man an dienstgeld bekommt, daß kannst du eigentlich gleich vergessen: normalerweise werden max. 65% des bruttolohnes bezahlt, abzüglich der stunden dienstausgleich. außer an wochenenden – aber siehe oben: da muß man ja auch wieder die kinderbetreuung extra (teuer) zahlen.

        die mär vom arzt, der sein geld in der schubkarre nach hause fährt ist eigentlich schon seit mehreren jahr(zehnten) hinfällig – vor allem für alleinerziehende teilzeitarbeitskräfte.

    2. @ Heldin im Chaos

      Ich wollte nicht die Schreiberin angreifen. Ich und wahrscheinlich auch Du kennen ihre persönlichen Umstände und Wohnort nicht, daher kann ich mich nur auf die allgemeinen Informationen beziehen. Und ich gebe dir völlig recht, dass Kinderbetreuung (besonders für Zeiten wie Nächte/Wochenende) schwer und kostspielig zu finanzieren sind. Eventuell kann auch hier der Vater der Kinder helfen, so er in der Nähe lebt, aber auch dafür müsste man die genaue Situation kennen.

      Daher habe ich in das Ärztegehalt auch keine Dienste eingerechnet. Aber die schlechte Bezahlung von ärztichen A Diensten ist sicher eher ein ärztliches Besoldungsproblem und kein Argument gegen die Höhe von staatlichen Transferzahlungen.

      Mir geht es doch nicht um die Schreiberin persönlich, sondern um die Aussage man hat als arbeitende Person weniger als jemand der vom Staat lebt. Und das ist so einfach falsch. Und die Mär vom steinreichen Arzt ist sicher überzogen, aber ich kenne auch wenig veramrmte Ärzte. Denn natürlich verdient man als Teilzeitkraft wengiger, genau wie in jedem anderen Beruf, aber das Grundgehalt ist doch immer noch deutlich höher wie in vielen anderen Berufen.

      1. Ich wollte hier eigentlich darüber keine Diskussion vom Zaun brechen.
        In der tat ist die Rechnung einfach: das Gehalt 1250 netto das Kindergeld dazu. Und dann kommen über 500 Euro Betreungskosten auf der gegenseite, die ich so nicht hätte, wenn ich die Kinder in den ganz normalen regelkindergarten schicken könnte, der noch dazu unser nachbar ist, da hätte ich nämlcih für beide Kinder insgesamt 87 Euro zu zahlen. Dann kommen Kosten dazu für Fortbildung,Ärztekammer, Marburger Bund etc.
        Als HartzIV Empfänger wäre ich also wegen der Kinderbetreungskosten besser dran und müsste z.B. für den Sportverein der Kinder keinen Beitrag zahlen, und ähnliche Vergünstigungen…
        Ich hatte vor 3 Jahren nach der Trennung mal wegen Unterhaltsvorschuss gefragt, denn der Herr Papa ist darin sehr knausrig gewesen, damals musste ich mich soo „ausziehen“. Dann hieß es ich hätte ja eine Lebensversicherung und einen Bausparvertrag beides könne ich kündigen und damit erstmal über die Runden kommen. Und vor dem Staat seien dann meine Eltern in der Pflicht. Dann habe ich aufgegeben.

        Unterhalt ist immernoch streitthema. Und entspricht längst nicht den gültigen regeln, aber wenn das Gericht nunmehr 1 1/2 Jahre braucht um den Versorgungsausgleich zu klären, weil der Herr Papa in einem anderen Land wohnt mit anderen Versorgungseinrichtungen, dann wird es mit dem Unterhalt noch länger dauern.

        Und dennoch denke ich, wenn meine Rechnung schon so knapp ausgeht, also 50% Arbeit vs. Hartz IV, warum sollte die alleinerziehende kassierin/friseurin/reinigungskraft denn arbeiten gehen .

  9. Strafen für Übergewichtige (meint, auch im folgenden, wirklich fette Menschen) finde ich problematisch, denn Strafen allein lösen keine gesellschaftlichen Probleme.
    Viel wichtiger wäre es, ein Bewusstsein zu entwickeln, die gesundheitlichen Folgen klar machen.

    Worüber man nachdenken kann: Medizinische Leistungen einschränken, wenn eine vorhergehende Eigenleistung des Patienten nicht erfüllt wird – beispielsweise ein Ernährungs/Bewegungsplan. Aber das ist kniffelig und muss vorher unbedingt gut durchdacht werden.

    Die Schuld der Industrie wird meiner Meinung nach überbewertet:
    1. Niemand zwingt einen zum Kauf bestimmter Produkte. Nur selber essen macht dick.
    2. Auch mit frisch selber Gekochtem kann man problemlos fett werden. (zu beobachten in manchen älteren Semestern)

    Wir müssen – auch anderswo – aufhören, die Schuld bei anderen zu suchen.
    Sich gesund ernähren – das kann man nur selbst.

  10. @ charlotte sometimes…

    so war das mit demOsterhasen jetzt nicht gemeint.
    Hab ich aber auch komisch geschrieben wie ich beim 2. mal lesen merke.

    Ich meinte eigentlich eher jaja erzählt ihr mal ihr glaubt ja auch noch an den Osterhasten 😉

    Ostern und Weihnachten scheinen die Kinder ja bei dem Gewicht täglich z haben wenn man es so sieht 😉

    Bei meinen hab ich jetzt überigens einfach mal neugierigheitshalber mal geschaut, beide haben einen prima BMI.
    Der große genau in der mittelkurve die kleene bissl da drunter, die is nnmal schmal, wie Mama früher. 😀

    Reinstopfen hatten wir bei der kleenen mal, weil sie ein gewisses Gewicht haben mußte für eine OP.
    Aber man merkt schnell das das keinen Sinn macht.
    Es ist wirklich seltenst die Menge die Kinder essen als eher das WAS sie essen.

    LG Katja

  11. Natürlich auch armer Kinderdoc. Denn der muss zusehen und dokumentieren, wie ein Kind krank gemacht wird, ohne wirklich etwas tun zu können. Wahrlich keine schöne Situation. (Ich möchte kein Arzt sein. Was man da alles zu sehen bekommt und nie wieder vergisst …)

  12. @nk: „Strafen“ für stark übergewichtige, so was ähnliches gab es mal in meiner PJ Zeit in einer orthopädischen Klinik. Wenn sich da eine 140 kg Person vorstellte zur geplanten Hüft oder Knie Totalendoprothese, dann hieß es , bevor sie nicht mindestens 15 kg abgenommen haben, machen wir das nicht.
    Mittlerweile ist aber der Konkurrenzdruck so groß, daß eigentlich jeder operiert wird, ob sinnvoll oder nicht, aber da speilt das liebe Geld mal wieder eine Rolle.

  13. Die Frage ist doch viel eher: Wieso haben wir alle (und da schliesse ich mich durchaus mit ein) das Gefühl für den eigenen Körper und für das was uns gut tut so verloren, dass so ein Unsinn wie der BMI nötig ist?

    Das ist doch eigentlich typisch für unser durchgeplantes durchstrukturiertes Leben, dass wir eine Masszahl dafür brauchen, wie gesund oder ungesund wir sind.
    Eigentlich ist der menschliche Organismus doch sehr gut in der Lage, uns mitzuteilen, wenn was zu viel wird – es bräuchte keine BMIs, IQs, Persönlichkeitszahlen und-haste-nicht-gesehen, mit denen sich unser Wohlbefinden fein säuberlich in Tabellen, Grafiken und Tortendiagrammen eintragen, durchrechnen und analysieren lässt, wenn wir nicht vergessen hätten, auf diese Signale zu hören.

    Ein gesundes Gefühl für sich selbst, plus einen fähigen (Kinder-)Doc, der uns manchmal einen Schubs in die richtige Richtung gibt, sollte doch reichen…

  14. Ich finde das traurig. Von meinem Ex die Ex (übrigens eine Doula) hat die Kinder leider auch überfüttert und uns durch ihren Anwalt verbieten lassen, mit den Kindern über die Thematik zu sprechen. Beide mit einem BMI um 30. 🙁 Das war schlimm. Die Tochter hatte mit 12 Dehnungsrisse überall und es war ihr peinlich nicht bekleidet zu sein. Beide rissen ihre T-Shirt-Ausschnitte immer auf bzw schnitten sie ein, weil sie ihnen zu eng waren.

    Wirklich, ich find das so furchtbar, ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll.

  15. @ mrjerk Ein objektives Maß (sei es BMI oder sonstwas) ist immer praktisch. Ohne dieses würde jeder Arzt ein bisschen anders schätzen und das ist in einer Wissenschaft eher hinderlich.
    Man könnte keine ordentliche Statistik machen. Zahlen lügen nicht – das macht sie so sinnvoll. Zumindest beim Arzt oder in der Wissenschaft.
    Privat weiß man es natürlich auch so, wenn man zu dick ist.

    1. Das Problem dieser vermeintlich objektiven Zahlen ist ja aber genau, dass sie eben NICHT universell einsetzbar sind – weil es zuviele andere Faktoren gibt, die auch eine Rolle spielen (Muskeln sind schwerer als Fett, Knochendichte, irgendwelche Hormonwerte… klar, jeder einzelne macht da nicht viel aus. Aber jeder einzelne sorgt für eine Abweichung von der Norm. Ich werde immer belächelt, wenn ich von „Knochendichte“ anfange – aber in meiner ganzen, weitverzweigten und in weiten Teilen auch schon alten, Verwandtschaft gibt es KEINEN EINZIGEN FALL von Osteoporose… DAS muss ja schließlich auch einen Grund haben.)

      Wenn der Arzt, statt die Nase in den Tabellen zu vergraben, mal hochschaut und seinen Patienten betrachtet – dann wäre es auch kein Problem, wenn jeder Arzt ein bisschen anders schätzt. Und dann würde Kinderdoc hier eben sagen „zuwenig Bewegung, zu schlechte Ernährung“ – und ich würde mich gar nicht aufregen.

      Wenn man etwas misst, dann sollte man vorher SEHR GENAU wissen,
      – WAS man misst
      – WOZU man das misst
      – was die Messung AUSSAGT
      – und WELCHE KONSEQUENZEN daraus zu ziehen sind.
      (Wenn du dich in Informatik im Bereich Metriken umsiehst, wirst du genau diese Haltung finden – einfach mal irgendwas messen, ohne sich zu überlegen warum und wozu, generiert nur Aufwand und keinen Qualitätsgewinn.)

      1. Der BMI ist ja nicht „einfach irgendwas“.
        Wichtig für die Statistik ist, dass er objektiv ermittelbar ist. Aber zum Wesentlichen:

        Was er misst
        ist klar – Körpergröße und Gewicht werden, auf eine recht einfache Art, gegen einander aufgewogen.

        Wozu man misst
        Um einen Parameter zu erhalten, der hoffentlich Aussagekraft über das Risiko, an bestimmten Krankheiten zu erkranken, hat – einen, den man später optimiert in der Hoffnung, das Risiko dadurch zu senken.

        Was die Messung aussagt
        Hier kommen Statistiken ins Spiel. Hier eine prospektive Studie mit einer Millionen http://nejm.highwire.org/cgi/reprint/341/15/1097.pdf
        Resultat: „In this large, prospective study, […] relative risks were not significantly elevated for the range of body-mass indexes between
        22.0 and 26.4 in men and
        20.5 and 24.9 in women.“

        Welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind
        Die Frage ist wohl: Ist der BMI/Übergewicht ursächlich? Es gibt Studien, die Patienten untersuchen, die ihr Verhalten umgestellt haben und da sind durchaus positive Effekte zu beobachten. Hier eine solche Studie: http://jama.ama-assn.org/cgi/reprint/280/23/2001
        Insofern lautet die Konsequenz nach meinem Wissen: Ein gesunder Lebensstil inklusive gesunder Ernährung zahlt sich aus.
        Die Leitlinien zur Herzinsuffizienz halten die Gewichtsnormalisierung für eher empfehlenswert mit der Anmerkung, dass die Datenbasis dünn ist.

        Das war jetzt nur Herz-Zeug. Es gibt zB auch noch die vom Dok angesprochenen Gelenkprobleme und die werden nicht durch schwer durchschaubare und teils noch unverstandene Biochemie verursacht sondern durch die schiere Masse.

        Das Skelett kann ca. 2.5kg = 1.5 BMI-Punkte ausmachen. Quelle ist hier leider nur Google.

      2. nuja. wenn man mist sieht, kann man auch nur mist messen. bei diesem jungen war das gewicht zu hoch, entsprechend der bmi zu hoch, er entwickelte bereits eine überdimensionale körpergröße (reaktiv auf die fettsucht) –
        ich hätte auch auf den bmi verzichten können, um zu wissen, dass der junge krankhaft übergewichtig ist. zum glück beurteile ich die kinder nicht nur nach aktenlage (wie die krankenkassen, wo du nur einen therapie ab einem bmi der 99.perzentile bekommst!), sondern auch nach dem familien-ernährungs-bewegungs-background.

      3. *kicher* Ich frage mich, wo eigentlich genau steht, dass man als Arzt seine Nase nur in Tabellen steckt und jemanden ausschließlich nach irgendwelchen Zahlenwerten beurteilt.
        Natürlich denke ich anders, wenn vor mir ein offensichtlich fitnessstudiosüchtiger 16-jähriger steht. Der BMI soll auch ganz sicher nicht dazu dienen jemanden zu stigmatisieren. Aber er bietet doch zumindest einen Hinweis – eine Warnung, wenn du so willst – die Aufmerksamkeit auf gewisse Dinge hinsichtlich des Gewichts zu lenken.
        Über die Ursachen sagt die Zahl doch gar nichts – die herauszufinden ist dann unsere Aufgabe.
        Ein wenig macht´s mir den Eindruck, als ließen dich deine persönlichen Erfahrungen in dieser Hinsicht ein wenig… fanatisch (man verzeihe mir den Ausdruck) werden, aber das mag mich auch täuschen 🙂 .

  16. Vielleicht bin ich naiv, aber ich frage mich allen Ernstes, was genau daran schwer sein soll, seinem Kind ein ausgewogenes Essen mit viel Obst, Gemüse, ohne MaggiFix, dafür aber ab und an mal Süsses und als Highlight einmal monatlich FastFood zu bieten.
    Ich sehe ein, daß es bei dem üsseligen Wetter der letzten Wochen ein Problem mit der Bewegung geben kann – wir waren auch nicht so viel daußen, wie ich es gern gehabt hätte – aber es gibt doch noch Frühling, Sommer und Herbst. Und es gibt überall Parks, in denen die Kinder nach der Verwahranstalt und am Wochenende rumrennen können.
    Und ob der BMI nun aussagekräftig ist oder nicht – er hat zumindest eine Signalwirkung, finde ich.

    1. Ja, wahrscheinlich bsit du naiv. Es fängt nämlich ganz einfach damit an, dass kein Kind Obst und Gemüse isst, wenn die Eltern nur Schnitzel, Pommes und Soße auf dem Teller haben, und abends auf dem Sofa ne Tüte Chips zwischen sich. In den Familien, wo schon die Eltern für sich ausgewogen kochen und ne Schale Obst nicht nur zur Deko rumsteht findest du eher selten dicke Kinder. Um also den Kindern was Gutes zu tun, müssten viele erst einmal ihre eigenen Gewohnheiten umstellen, und daran scheitern schonmal viele.
      Dann scheint die grassierende Omaseuche sich auf die neueste Mamigeneration übertragen zu haben, dass ein Kind nur dann gesund ist, wenn es was zu Mampfen zwischen den Backen hat. Fahr mal ne Virtelstunde mit nem öffentlichen Verkehrsmittel in der Nähe des Kinderwagenplatzes und wundere dich, wie viele Fläschchen, Bananen und Tupperdöschen mit Äpfelchen und Reiskeksen manche Mami für einen Shoppingtrip in die Stadt mitschleppt. Wundert es da noch, wenn die Kinder, kaum dass sie gelernt haben zu beißen schon jegliches Hunger- und Sättigungsgefühl verlernen? Statt dessen werden die lieben Kleinen noch mit 4 Jahren im Buggy herumgeschoben, damit die Kalorien sich auch ja festsetzen können.

      1. Letzteres ist sicher richtig, die meisten Mütter auf dem Spielplatz tragen irgendetwas essbares mit sich rum, damit die armen Kinderlein nicht verhungern. Aber die Reisplätzchenkinder sind die Kinder, die dann beim Abendessen rummäkeln und nix essen wollen und daher auch eher nicht übergewichtig sind. Übergewichtig sind diejenigen Kinder, die mit der Tüte Chips vor der Glotze geparkt werden. Die findet man normalerweise aber nicht auf dem Spielplatz.

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