feinheiten der deutschen sprache

liebe frau xyz, wenn ein medikament rezeptpflichtig ist, heißt das zwar, dass ein arzt dieses medikament verordnen muss, wie ihre apothekerin auch zu recht bemerkt. es bedeutet aber nicht, dass ein arzt dieses medikament verordnen muss. er entscheidet immer noch darüber, ob das medikament sinnvoll ist, ihrem kind in diesem moment hilft oder nicht. auch, wenn sie privat versichert sind.

15 Antworten auf „feinheiten der deutschen sprache“

  1. Grauenhaft was manche so für Vorstellungen besitzen..!
    Am liebsten wäre es denen wenn alles freiverkäuflich wäre.. naja was da blos los wäre 🙂 nicht dran zu denken!

  2. Sehr geehrter Herr Dr. XYZ,
    nur weil mein Kind privat versichert ist, sonst aber pudelgsund, müssen Sie nicht ihr Ultraschallgerät noch VOR meiner Antwort rauskramen und anfangen zu schallen. (ja, ich war müde, 2 Tage nach der Geburt, ja, Schlafmangel macht langsaaaam). Trotzdem.
    Macht einen gaaaanz bösen Eindruck. Auch müde.

  3. @Patrick: Nun ist die Frage, was für Medikamente da per Anruf ausgeschrieben wurden. Meine Blutdruckmittel bspw. konnte ich auch ab und an mal ohne Arztkontakt abholen.

    1. Ja, bei regelmäßigen Verordnungen seh ich da auch kein Problem, ich will für mein Thyroxin auch nicht erst ne Stunde im Wartezimmer rumhängen damit mir der Arzt noch mal die Hand schütteln kann. Für die Untersuchungen mach ich Extratermine, nur passen die halt nicht immer wenn grad ne Schachtel zuende ist.

      Ist aber sicher auch nicht das, was der Kinderdoc meint. Was genau ich bzw mein Kind braucht sollte immer noch der Arzt bestimmen, und keine Mutter, die halt mal irgendwo gehört hat, dass das Zeug sooo toll wirkt. Was wollte sie denn, Ritalin? 😉

          1. Ich bin PTA und Ritalin ist auch hier noch nie ohne Rezept verlangt worden, eher Schlaftabletten und Beruhigungsmittel, für Erwachsene wohlgemerkt.

            Eltern, die Kinder haben, die Methylphenidat in irgendeiner Form benötigen, für die sind diese Medikamente ein Segen, da ohne, meist ein normales Familienleben nicht möglich ist. Und es ist eine Last, weil die Mehrzahl der Bevölkerung bestenfalls Halbwissen dazu hat, noch geschürt von Boulevardpresse und -TV. Mich nervt es einfach.
            Bei dem von mir kommentierten Beitrag wars das vermeintliche darüber „Lustigmachen“.
            ADHS ist alles, nur keine lustige Krankheit. Vielleicht habe ich ein bißchen überreagiert, kann sein.

            LG Stoni

          2. Sorry wenn ich dir da jetzt auf die Füße getreten habe, aber ich kenne eben durchaus auch Mütter, die das Mittel als Allheilmittel für die Probleme(?) ihres Kindes betrachten und dann enttäuscht sind, wenn es für ihr Kind eben nicht das richtige ist. Kenne eine, die war schon bei drei Ärzten deswegen, genau die Masche „irgendwer muss es verschreiben, denn *ich* weiß besser was mein Kind braucht“. Daher mein Kommentar an dieser Stelle. Von „ohne Rezept“ schrieb ich ja in dem Zusammenhang nix.

          3. ich hab mich schon wieder abreagiert *gg* normalerweis bin ich auch nicht so reaktiv.

            mein erster abschnitt ( meiner 2. antwort)bezog sich auf die frage weiter unten und pharmamas entgegnung.

            ich kenne auch einige mütter, die der ansicht sind ritalin bzw. mehtylphenidat helfe ihren kindern, aber da dieser verordnung normalerweise eine ausführliche diagnostik vorausgeht ( ich kenne auch wirklich keinen einzigen fall, wo mph ohne diagnostik verschrieben wurde), kann man doch diesen müttern den zahn sehr schnell ziehen.

            den sein kind einem psychiater vorzustellen ist eine hürde die man erst mal nehmen muss.

      1. Ritalin ist wohl nach Asperin für viele Menschen das bekannteste Medikament… Da würde es mich nicht wundern, wenn Eltern und Studenten nicht raffen, dass das nicht frei verkäuflich ist. Vielleicht kann Pharmama ja Auskunft darüber geben, wie oft das ohne Rezept verlangt wird.

        (Und ja, mir ist schon klar, dass einige Kinder das echt gut gebrauchen können, aber eben erst nach einer fundierten Diagnose und nicht zum Ruhigstelles jedes Zappelphilipps.)

        1. Also bei uns wurde Ritalin bisher noch nie ohne Rezept verlangt. Aber vielleicht ist das anderswo anders.
          Was ich dagegen schon hatte, ist eine Ritalinverordnung auf einem normalen Rezept. Zur Info: das braucht bei uns ein Betäubungsmittelrezept. Der Arzt wusste nicht, dass es dafür ein spezielles Rezept braucht – offensichtlich hat er das noch nie verordnet. Worauf sich mir natürlich die Frage stellte, ob die Verordnung an sich eine gute Idee ist: Ritalin für Kinder sollte wirklich erst nach richtiger Indikationsstellung von AD(H)S durch einen erfahrenen Arzt erfolgen – und das war er bei dem Thema ja deutlich nicht.

          1. Was ich aber erschreckender finde ist folgendes:
            Man bekommt in der Apotheke manchmal von einer Mutter 3 (in Worten: drei) BTM-Rezepte für Ritalin. Diese Rezepte sind nicht von einem Kinderarzt ausgestellt, sondern von einem Allgemeinmediziner. Die Kinder heissen gewöhnlich Kevin, Chantall und Jacqueline (oder so ähnlich).

            Also zusammengefasst: Eine Frau hat drei Kinder, alle haben anscheinend ADHS und das Rezept wird vom Allgemeinmediziner ausgestellt.

            Als Apotheker ist es einem verwehrt, eine Diagnose zu stellen. Wenn ich das dürfte, würde ich anhand solcher Rezepte „diagnostizieren“, dass die Mutter mit der Erziehung total überfordert ist und sich nicht mal im klaren ist, welche Bombe sie da ihren drei Kindern eigentlich denn so gibt…

            (und nix gegen Ritalin, es mag Fälle geben, wo die Anwendung indiziert ist)

  4. Deutlich beitragen zu dieser Problematik tun die Ärzte, die dieses Verhalten unterstützen und Privatpatienten gewähren lassen weil es den Tagesablauf in der Praxis weniger stört. Ich durfte das jahrelang beim Hausarzt meiner Eltern beobachten. Anrufen und bestellen, zehn Minuten später Rezept abholen… kein Arztkontakt… darunter leiden dann die Ärzte die sich korrekt und vor allem patientensicher verhalten.

  5. Oh ja, solche Leute sind furchtbar.
    Das ist die Sorte Mensch, die der Meinung ist daß eine abgeschlossene Zusatzversicherung gleichbedeutend mit einem Medizinstudium und/oder jahrelanger Erfahrung im Umgang mit Patienten ist.

    Die genau wissen, was sie benötigen um gesund zu werden – und die den Arzt eigentlich nur noch zwecks seiner Unterschrift benötigen (ihrer Meinung nach). Tragisch, wenn sie diesen Irrglauben dann auch auf ihre Kinder ausweiten…

    Trotzdem:
    Liebe Grüße aus Wien – der Montag ist schon in seiner 2. Hälfte.

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