verhungern

in der praxis ein beliebtes thema: essen im behandlungszimmer. nicht dass ich mich jedesmal darüber auslasse – aber bei der mutter musste ich das loswerden.
ich: „und warum essen die zwei jetzt reiskekse?“
mutter: „wollten sie halt.“ klassische antwort.
ich: „finde ich in der arztpraxis wirklich unhygienisch.“
mutter: „achja? naja.“
ich: „ja. nein, aber ernsthaft: warum müssen die jetzt in diesen fünf minuten essen, während sie hier im zimmer warten?“
mutter: „dann sind sie wenigstens ruhig und toben nicht rum.“
ich: „ist das nicht eine etwas problematische taktik? hier gibts doch genug spielzeug.“
mutter: „außerdem hatten sie hunger.“
ich (sarkastisch, ich konnts mir nicht verkneifen): „denken sie wirklich, die wären jetzt verhungert?“
mutter: „nicht wirklich.“
ich: „sind sie denn schon länger unterwegs?“
mutter: „nein, wir kommen direkt von zu hause.“
ich: „und dann haben sie noch was vor?“
mutter: „nö. die kinder sind ja krank. wir fahren dann wieder heim.“
sie hat inzwischen die reiskekse wieder eingesammelt – bis auf die zahllosen klebekrümel auf dem wickeltisch und dem boden – und packt sie in die bereitstehende vespertasche. ich kann nicht anders und schaue rein: die rolle reiskekse, dazu eine tupper mit apfelschnitzen, zwei sic-flaschen mit captain sharkey und lillifee, in der tiefe blinzelt noch eine banane und eine undefinierbare rote tüte mini-salz-brezeln. und die unvermeidliche angebissene laugenbrezel. standard.

58 Antworten auf „verhungern“

  1. Für den Notfall was dabei haben (falls es mal wieder etwas länger dauert und der kleine Hunger kommt) find ich ja ok. Eher aber was zum trinken aus der Flasche – stillt auch den kleinen Hunger. Aber generell würde ich meinem Kind/habe ich meinem Kind damals, in einer Arztpraxis nix zu futtern geben. Und rumkrümeln geht – find ich – schon gleich mal garnicht.

  2. Es geht dann ja so weiter, in der Grundschule geht man ja auch davon aus, daß ein Kind mit gutem heimatlichen Frühstück im Magen bei hiesigem KLima zwischen 8 und 12 verhungert und verdurstet, wenn es nicht ein ausgedehntes gesundes zweites Frühstück zu sich nimmt.

    Schöne Grüße

  3. Ich hab zwar auch immer die Flasche mit Schmelzflocken dabei oder einen Zwieback, damit das Kind beschäftigt ist beim langen Warten, aber gleichzeitig habe ich auch den Anstand, den Krümelkram weitestgehend wegzumachen (sofern es denn krümelt, Kind kann gut ohne Krümel futtern!) UND mit der Desi-Flasche hinterher nochmal eben drüberzuwischen!!!

  4. Nun ja – nachdem wir neulich dreieinhalb Stunden (!) im Wartezimmer verbrachten, trotz Termins, kann ich das irgendwie verstehen. ICH war dann nämlich sowohl hungrig als auch durstig und ein wenig neidisch auf die Sitznachbarin, die just jene hier erwähnte Grundausstattung dabei hatte.

    Allerdings ist Wartezimmer ja nicht gleich Behandlungszimmer, oder?

  5. Also bei einem Kind hätte ich jetzt gesagt: Eventuell noch etwas unentspannte Einlingsmama – bei zwei Plagen sollte man sich das dann schon ab- und ein wenig Ruhe angewöhnt haben.
    Ich habe allerdings für mein Kind auch immer zumindest die Wasserflasche dabei (macht auch keine Flecken). Vom Fressbeutel sind wir mittlerweile abgekommen. Spätestens mit 2 Jahren geht Verhungern dann auch nicht mehr so schnell.
    Frau Müller.

  6. Bei uns gibt es bloß zum Kinderturnen was zu Trinken mit – wer zu Hause an den Mahlzeiten teilnimmt, schafft es auch mal zwei Stunden ohne Snack (was nicht heißt, dass die Kinder zu Hause nicht zwischendurch noch was bekommen, wenn sie hungrig sind). Meine Kinder haben Pech, dass ihre Mutter einfach zu verpeilt ist, zu jedem „Ausflug“ so viel mitzuschleppen, sei es jetzt zum Kinderarzt oder zum Spielplatz. Sie kennen das nicht anders und verlangen auch nichts.
    Wenn im Wartezimmer was gegessen und getrunken wird, würde ich das je nach Wartezeit nicht so schlimm finden, aber im Behandlungszimmer geht ja mal gar nicht. Außerdem kleben diese Reiswaffeldinger wirklich überall und zerlegen sich in 1.000 Krümmel. Muss ja nicht sein.

  7. Na, man muss doch wissen, dass Kinder grundsätzlich verhungern, wenn man nicht auf jeden kleinen Ausflug zumindest Kekse, Obst oder eben die obligatorischen Papp…ähm, Reiswaffeln mitschleppt. Ich staune trotzdem immer wieder über Mütter, die ein Verpflegungspaket auf den Spielplatz mitschleppen, mit dem man problemlos mehrere Tage auf einer Bergewanderung überleben würde.

    Ich selbst hab‘ höchstens Wasser für „Kurzausflüge“ dabei – ein Arztbesuch zählt für mich dazu. Im Wartezimmer ging es bis jetzt immer ohne Essen, auch bei 2-3 Stunden Wartezeit :-).

  8. Haha, das könnte mir nicht passieren. Ich gehöre zu den Rabenmüttern, die in der Wickeltasche nichts zu essen mitschleppen. Nur wenn man vorher weiß, dass man sehr lange unterwegs ist. Unser Kleiner ist also dran gewöhnt zuhause zu essen. Im Behandlungzimmer beim Arzt käme das sowieso nicht in Frage.

  9. ich muss auch immer was dabei haben. bevor wir den arzt gewechselt haben, hat die wartezeit gerne mal mind. 1 std gedauert – manchmal sogar 3 std.
    reiswaffeln finde ich allerdings sehr wartezimmeruntauglich.
    obst ist standard. das man sich dabei hinsetzt und ordentlich isst auch.

  10. Ach ja, die Fresspakete… Bei den ganz kleinen Kindern versteh ich das ja noch, dass zwischen Frühstück und Mittag bzw. Mittag und Abendbrot nicht alle durchhalten… Und im Sommer hab ich für alle – ob klein ob groß – praktisch immer eine große Flasche Wasser dabei.

    Was aber ganz gemein ist: Mit meiner Großen (4) auf dem Spielplatz. Alle anderen Mütter haben Verpflegung dabei. Nur ich natürlich nicht. Also geht mein Kind bei den anderen betteln und ist todtraurig, wenn sie mit ansehen muss, wie andere was kriegen und sie nicht…

    Was macht man da?!

    1. Tja, das Problem haben wir auch. Noch häufiger aber bleibe ich auf meinem Obst „sitzen“, weil viele Mütter die Taschen voll mit Süßkram und Chips haben. Bei uns ist das kein Tabu, aber etwas besonderes, was nicht nebenher – und schon gar auf dem Spielplatz – gefuttert wird. Wenn man nicht mit der Masse gleichziehen will, bleibt bloß, die traurigen Blicke der eigenen Kinder auszuhalten.

  11. Unser Arzt hat immer Wasser und Kaffee für die Eltern im Angebot. Dafür kann es aber auch schon vorkommen, dass man eine halbe Stunde im Behandlungszimmer warten muss. Und schlimm finde ich, dass es nach der Behandlung Gummibärchen gibt, obwohl man als Eltern sagt, dass man das nicht möchte.

      1. also mein sohn geht nur wegen den gummibärchen zum arzt 😉
        was soll denn schlimm sein an einem gummibärchen? deswegen geht er gerne hin und hält alle pikser tapfer durch. muss dazu sagen dass er chronisch krank ist und ziemlich oft dahin muss.

        1. Bei unserem Kia gibt es keine Gummibärchen!! Danke Dr. PB !!
          AAAber bei der Vetretung gibt es Salzstangen, die die Kinder dann mit ihren kontaminierten Fingerchen in den Mund schieben, um sich gleich den nächsten Noro Virus zu holen.
          Macht man das wohl um wieder mehr Kundschaft zu haben ?
          Jedenfalls weiß mein Sohn schon Bescheid wenn es zur Vetretung geht und er will ausschließlich zu der mit den Salzstangen!

      2. Bei uns gibts immer ein kleines Spielzeug (in der Legevakt, beim Fastlege oder Tannlege): Gummiball, Flugzeug, Dinosaurier, Troll…ist wohl die Standardausrüstung in einer norwegischen Arztpraxis.

  12. Huhu ich finde es ja super, dass es bei Euren Ärzten immer so schnell geht. Bei mir kann es durchaus vorkommen, dass ich ohne Termin bis zu 3 Stunden warten muss, so dass ich definitv immer für meine Kinder nicht nur Wasser, sondern auch ein wenig was zu „Knabbern“ dabei habe. Naja und ein bisschen Obst (Weintrauben, Apfelstückchen) krümeln auch nicht.

  13. Aber was meinen Sie wie man angeguckt wird wenn man als Mutter nicht gleich 3 Flaschen (sondern bloß eine Kleine) mit etwas zu trinken und beutelweise Essen für Junior mit hat???? Manche Wartezimmermütter sind dann schon geneigt das Jugendamt anrufen….
    Und dann wird das ‚fremde‘ Kind eben schon mal mitgefüttert mit den Worten ‚Och du Armer, hat deine Mama nix bei? Hast bestimmt Hunger?‘ – Ja klar, sieht man doch das er total abgemagert ist mit seinen 13kg (auf 90cm verteilt, 1 1/2Jahre), kriegt niiiiiiiiiiie was zu essen! *Kopf-gegen-Kante-hau*
    Ein Wahnsinn.
    Wenns mal wieder länger dauert (wie eigentlich immer ca. 1h + Heimlaufzeit von 45min) und um die Mittagszeit ist , gibts eben auf dem Heimweg ein Brötchen. So! Ist aber meist nie nötig…siehe oben.

    Beste Grüße,
    Krötenmama

  14. Ich komm mir auch immer vor wie eine Rabenmutter, wenn ich sehe, dass andere in der Bahn den halben Kinderwagen mit diversen Fresspaketen behängt haben. Bei mir gabs immer nur Wasserflasche, und wenn wir mal länger als geplant unterwegs waren gabs ne Brezel an der Ecke.
    Aber ich frage mich, ob man den Kindern was Gutes tut, wenn man ihnen diese Dauerfresserei anerzieht. Vermutlich haben sie dann mit 10 einen Kaugummi in der Schnauze und mit 14 ne Fluppe in der Hand, oder sie haben ne Essstörung, auf jeden Fall aber kein Hungergefühl mehr, wenn sie ständig was zu kauen haben. Und Mami wundert sich, warum Bobele zu dick ist, obwohl es doch kaum was isst zu den Mahlzeiten…

    1. Kommt doch auf Gleiche raus…
      Selbst wenn man ein, zwei Stunden im WARTEZimmer sitzt brauchen die wenigsten Kinder Essen wenn es nicht grade über die Mittagszeit geht…Das ist dann wohl eher zum Ruhigstellen.

  15. Und kaum ist man erwachsen, wird man von den Eltern mit zwei Scheiben Toast in der Brotbox und den Handwerkern im Haus zurückgelassen. Im Wartezimmer mag eine Brezel oder ein Apfelstück ja okay sein. Aber nicht krümeln. Aber im Behandlungszimmer? Man isst ja auch nicht in der Klinik auf dem Röntgentisch. Guten Appetitt sag ich da nur! Wenn man erst mal da ist kann sichs ja auch nur noch um Minuten handeln, bis man wieder raus ist.

  16. Fragen Sie mal die Erzieherinnen im Kindergarten oder uns Lehrer.
    Überall wird gekaut, gekrümelt, verschmiert und getrunken. Eigentlich handelt es sich um eine dauernde Nahrungszufuhr.
    Und dann sitzt das Übergeeicht auf den Stühlen und kann kaum noch atmen.
    Liebe Eltern, denken Sie doch einfach mal nach, welche Folgen Ihr Verhalten hat! Wozu das führt, wenn kleine Bedürfnisse sofort befriedigt werden.
    Meines Wissens nach reicht der Fettgehalt des Körpers normalerweise dafür, mindestens zwei Wochen gar nichts zu essen. Und man ist immer noch nicht verhungert.

  17. Wie bin ich nur großgeworden? Meine Mutter hat nie, nie Essen mitgeschleppt. Bei uns gab’s Frühstück, Mittagessen und Abendbrot – dazwischen vielleicht mal ’nen Keks oder ein M.ilky.way am Nachmittag. Später kam noch ein Pausenbrot für den Kindergarten bzw. die Schule dazu. Und ich bin nicht verhungert – erstaunlich…. Andererseits war ich aber auch nie beim Zwergensprachenkurs oder bei der Säuglingssozialisierung, schon gar nicht beim Mutter-und-Kindturnen oder bei den Musikwichteln. Stattdessen durfte ich mit den Nachbarskindern im Sandkasten spielen. Man, ich hatte es wirklich schwer.

  18. Wir haben in genau einer Situation Essen dabei: wenn wir direkt nach dem Kindergarten (also nach 16 Uhr) zum Kinderarzt kommen und danach auch noch einkaufen gehen. Gegessen wird aber möglichst im Auto, nicht im Wartezimmer und schon gleich gar nicht im Behandlungszimmer.
    Was meist dabei ist für das große Kind, dass ist die Trinkflasche. Ist aber auch von ganz alleine weniger geworden.

    Wenn mein Auto aussieht wie die Keksfabrik aus Krümelmonsters Träumen, dann ist das mein Problem aber fremde Räume werden sicher nicht total vollgekrümelt, da würde ich mich in Grund und Boden schämen.

  19. *seufzt erleichtert* Wenn ich das hier so lese bin ich ja zum Glück doch nicht die einzige „Rabenmutter“.
    Wir haben und hatten beim Kinderarzt auch nie was dabei. Warum auch? Mein Kind kann etwas unglaubliches! Es kann warten. Klar mault er dann mal rum, ja und?
    Und im Behandlungszimmer essen??? Meine Güte, das ist doch nicht das heimische Wohnzimmer! Schon im Wartezimmer essen finde ich persönlich total unnötig, besonders bei solchen wie oben beschrieben. Kommen von zuhause und fahren gleich wieder nach hause, da braucht man nix zu essen!

    Ich gehöre zu den grausamen Mamas die ihr Kind sogar manchmal ohne Pasuenbrot in die Schule schicken! Ja, wenn Kind keins will kriegt es keins. Mein Bobele hat eh ein „seltsames“ Essverhalten, selten viel und manchmal sogar nur 2 Mahlzeiten am Tag. Bei uns steht das Essen auch nie auf dem Tisch wenn Kind heimkommt, weil Kind dann garnix essen will.
    Wie Krötenmama schon sagte, sowas ist für manch andere Eltern fast ein Grund das Jugendamt anzurufen oder, wie es mir tatsächlich passiert ist, das eine besorgte Mutter den Kinderarzt gefragt hat, ob ich mein Kind ausreichend versorgen würde!

  20. Also im Behandlungszimmer essen ist ja wohl der Hammer. Ich finde es ehrlich gesagt eklig in zweierlei Hinsicht. Zum einen die Krümel im Behandlungszimmer, zum anderen aber auch ist eine Praxis auch nicht gerade der hygienischste Ort um zu essen.

    Komischerweise hab ich jetzt eine Gedankenverbindung zu einem an einer Brezel lutschenden (fürchterlich dicken) Säugling im Wartezimmer. Die Mutter war sehr mitteilsam und erzählte, das hätte der Arzt empfohlen, damit das Kind nicht immer an der Brust trinken wolle. Das Kind war 7 Wochen und wog soviel wie meine Tochter mit 7 Monaten (nein, die war nicht unterernährt, ganz normal ) —- und alles nur mit Muttermilch.

    1. von Muttermilch allein wird ein Kind nie ZU dick – ganz egal, wie moppelig es aussieht, Muttermilch ist – egal in welchen Mengen – etwas, dass man nicht zu viel „füttern“ KANN!

        1. „Ein Baby sollte nach Bedarf gestillt werden. Alle Stillexperten sind sich einig, dass Stillen nach Bedarf für Mutter und Kind am Besten ist. So wird sichergestellt, dass das Baby die Nahrung, die es braucht, genau dann bekommt, wenn es sie braucht und sich das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage einstellen kann.“

          „Im Extremfall kann das „Hinhalten“ des Babys zu Gedeihstörungen führen.“

          … diese und viele weitere Informationen, begründet auf wissenschaftlichen Studien gibts in Buchform bei der LalecheLiga…

        2. Das wäre nicht die erste Studie, die irgendwann in 10 oder 20 Jahren revidiert werden muß, wenn die heutigen Stillkinder erwachsen sind und man die Langzeitfolgen besser kennt.

          Ich persönlich kann mir auch nicht vorstellen, daß derart fette Michelin-Männchen-Babys „harmlos“ übergewichtig sind und das alles nichts ausmacht, nur weil die Speckringe von der Muttermilch kommen. Zumal ich gleich zwei solcher Exemplare aus zwei verschiedenen Familien kenne, die auch jetzt noch, mit 5 bzw. 7 Jahren übergewichtig sind. Das hat sich bis heute noch nicht verwachsen. Ich muß mir nur ansehen, wie diese Mopsbabys beim Krabbelnlernen schnaufen und ächzen, weil sie so viel Gewicht mit sich rumschleppen müssen, daß sie kaum auf die Knie kommen. Kann mir doch keiner erzählen, daß das gut für die Gelenke ist – egal wo der Speck nun herkommt…

        3. Uuups,
          jetzt hab ich beim falschen Post auf Antworten gedrückt. Steht jetzt leider etwas weiter unten 🙂

  21. Ich denke auch, dass Kinder nicht immer und überall etwas zu essen bekommen müssen und schon gar nicht um die eventuelle Wartezeit zu überbrücken. Dafür gibt es ja meistens etwas zu spielen (wobei ich Wartezimmerspielzeug immer mit einer gewissen Portion Skepsis bestrachte….wer weiss, welches Kind, mit welchem Virus da gerade dran war?) oder aber Bilderbücher.
    Könnte mir jedoch auch vorstellen, dass gewisse Speisen und Getränke die Diagnostik nicht unbedingt erleichtern ( denke da gerade an die netten Dinge die ihre Spuren auf Zunge im Hals und Rachen hinterlassen)! Oder irre ich da?

    1. Das mag stimmen, wenn die Mutter imstande ist, die Bedürfnisse des Kindes zu erkennen. Aber manchmal meldet sich ein Kind auch, wenn ihm langweilig ist, wenn es einfach nur das Bedürfnis nach Nähe hat oder wenn vllt ein ungewohntes Geräusch seine Ruhe gestört hat. Wenn der Mutter in diesen Fällen nichts anderes einfällt als Muttermilch, legt sie meiner Ansicht nach den Grundstein zu einer Essstörung.
      (Die Frau machte übrigens im Gesamten einen etwas befremdlichen Eindruck. War einerseits keine ganz junge Mutter mehr, versuchte aber krampfhaft jugendlich zu wirken. Auch der Aufzug war sehr seltsam. Ich bin bestimmt nicht der Typ, der sich aufbrezelt oder stylt, wenn ich zum Kinderarzt musste. Aber in eine schlabbrigen Jogginghose, würde ich nicht im Wartezimmer sitzen.)

      Übrigens hab ich vier meiner fünf Kinder nach Bedarf gestillt …

      Interessieren würde mich ja, was der Kinderdoc zu doesem Thema meint …

      1. Da stimme ich voll zu, den Bedarf zu erkennen oder eben such, wenn Bedarf nach was anderem (unterhaltung,…) da ist, zu unterscheiden vorausgesetzt.

  22. Ich frage mich immer wieder, warum kleine Kinder immer was zum Essen in den Pfoten haben müssen. Die Brezel scheint chronisch an den Fingern festgewachsen zu sein.
    Wir hatten das auch nicht und sind trotzdem nicht verhungert und gross geworden.

  23. ich oute mich auch als rabenmutter. keksdose und trinkflasche gibt es bei uns schon lange nicht mehr und beim arzt schon gar nicht :o).

    peinlich war mir allerdings neulich beim kinderarzt (längste wartezeit war mal 20 min. wegen eines notfalls), dass ich nichts zu wickeln dabei hatte. der kleine mann hat das sprechzimmer ganz schön vollgestunken. der arzt nahms gelassen und meinte, lieber so, wie die mamis, die in der praxis wickeln und dann die windeln heimlich tief in den mülleimer stopfen (es hängen schilder, auf denen um mitnahme er vollen windel gebeten wird – bei uns gehen die müllgebühren nach gewicht)….

  24. Was, die hatte nur ein paar läppische Kekse und Apfelschnitze dabei?
    Also ganz ehrlich, in unserem Wickelrucksack sind immer ein Primuskocher und ein paar eingeschweißte Straußensteaks drin, für Notfälle noch eine Signalpistole und eine Atropinspritze. Wer weiß, was einen im Wartezimmer erwartet….

  25. Ich bin ja auch beruhigt, dass nicht alle Mütter immer was zum Essen dabei haben.
    Ich habe mich auch schon gefragt, wie es kommt, dass es im Supermarkt kaum ein Kleinkind gibt, welches nicht im Buggy sitzt und ein Brötchen in der Hand hat…
    Und im Kindergarten hatte ich, als ich den Plan gesehen habe, mich gefragt, ob die Kinder beim Wechsel von Essen, Zähneputzen und Schlafen überhaupt noch Zeit für etwas anderes haben…

  26. Ein amüsantes Phänomen, Kinder mit Essen ruhig zu stellen funktioniert leider auch prächtig in der Bahn. Da macht es immer wieder Freude in einem Kindergarten-Abteil zu landen und Brötchen und Bonbons angeboten (an den Kopf geworfen) zu bekommen 🙂

  27. Bei manchen Ärzten sind die Wartezeiten derart lang, daß ich eine gewisse „Vorratshaltung“ durchaus verstehen kann. Ich war auch schon mal an eine Gemeinschaftspraxis (die bekannteste in Dortmund) geraten, in der man nach der ewigen Wartezeit (eine Stunde ist Minimum) ins Behandlungszimmer geschickt wurde und das Kind schon mal bis auf die Windel ausziehen sollte – und dann nochmal fast eine Dreiviertelstunde warten mußte. (Gerne auch bei offenem Fenster im Winter, inklusive kräftigem Durchzug, wann immer eine der Helferinnen rein- und wieder rauslief, um irgendwas zu holen, einzuschalten etc.)

    Wenn ein Kind unter 2 da Hunger oder Durst bekäme, würde ich im auch etwas geben. Und unter diesen speziellen Umständen wäre mir dann auch herzlich wurscht, was das Praxispersonal davon hält. Und angezogen wird mein Kind auch wieder, bis der Arzt tatsächlich auftaucht. Unnötig zu erwähnen, daß uns diese Praxis nicht oft gesehen hat.

    Inzwischen haben wir eine Kinderärztin, die ihre Praxis besser im Griff hat und wo sich die Wartezeiten im annehmbaren Bereich bewegen. Da muß ich gar nicht erst Proviant mitnehmen. Aber meine Kinder sind inzwischen auch schon 4 und fast 6 Jahre alt – da reicht die Ansage, daß es nach dem Arztbesuch etwas gibt und sie so lange eben warten müssen.

  28. Wir würde im Traum nicht einfallen etwas essbares mit zum Kia zu nehmen, zum Glück kenne ich lange Wartezeiten auch nicht wirklich. Aber mal Ehrlich können Kinder nicht warten? Auch auf dem Spielplatz kann man doch warten bis man zuhause ist??
    Meine Kinder dürfen aber auch nicht bei anderen Kindern schnorren…
    Anfassen dürfen meine Kinder im Behandlungszimmer(müssen selten ins Wartezimmer) am Liebsten überhaupt nichts, Bücher nehmen wir meistens mit, deshalb brauchen wir die netten Bücher vom Doc auch nicht.
    LG M

  29. Meine Tochter hat, aus Angst vor der Untersuchung beim HNO, die kurz zuvor im Wartezimmer gegessene Banane im Behandlungszimmer wieder erbrochen. Seitdem bin ich geheilt und es gibt grundsätzlich vor Arztbesuchen nichts mehr zu essen.

  30. Mein Vater kennt das als Lehrer auch – in jeder Stunde wird gegessen, getrunken, weil man ja in 45 Minuten auch so schnell verdurstet und verhungert. Er sagt dazu immer „die oralfixierte Generation“ ;).

  31. Standard bei bestimmten deutschen Müttern 😉 Ganz klar, die Kids scheinen echt schnell zu verhungern in einer Arztpraxis/auf dem Spielplatz/im Schwimmbad/in der Krabbelgruppe…
    Ganz ehrlich: es geht auch ohne Vesper und das beste an der Strategie ist: man muss zuhause nichts vorbereiten (Trinkflaschen füllen, Apfel schneiden etc.), man kann sich auch echt unnötig Arbeit machen. Ich verstehe solche Mütter einfach nicht.

    1. Ich als faule Sau würde mich vor allem auch ärgern, wenn die mühsam geschnippelten Äpfel dann nicht gegessen würden (weil man ja nur eine Stunde unterwegs war). Ich ernähre mich so schon oft von Resten halber Kindermahlzeiten (und nicht immer ist es der leckere Abendgrießbrei, eher so 2 Teelöffel Spinat, ein angetrocknetes Stück Banane, Zwiebackkrümel), da brauche ich nicht noch mehr, haha.

  32. Also ich habe nie etwas zum Essen dabei (meiner jetzt 13 Monate), ich stille ihn aber bei Bedarf auch einfach. 😛 U.a. auch im Säuglingswartezimmer, um z.B. nach dem Impfen zu trösten.
    Ich hatte allerdings auch nie eine Wickeltasche o.ä. Pipapo, sondern nur ein kleines Päckchen mit einer Minipackung Tüchern, zwei Windeln, einer Wegwerfunterlage (so selten benutzt, der 50er Pack reicht heute noch) und einer Mülltüte dabei. Wenn zwischendurch etwas „passieren“ sollte, gibt es doch überall einen Drogeriemarkt, einen Bäcker o.ä., da muß man nicht alles dabei haben! Gut, vielleicht mal eine Banane oder ein paar Butterkekse in Alufolie für den „Notfall“. Ich glaube, die Mutter aus dem Eintrag verkompliziert sich das Leben, indem sie versucht, ihren Kindern in vorauseilendem Eifer vieles sofort recht zu machen.

  33. Jepp, kenn ich.
    Zweijährige bei der zahnärztlichen Untersuchung.
    Ich: hoppla, ja sag mal, was hast du denn da grade gegessen?
    Mutter: ach so, ja ich hab ihr grad noch ne Brezel gegeben. Ich hoff‘ bloss, Sie seh’n trotzdem was?
    Ich: ja…. Brezel!

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