Privileg

Ich: „Muss ihr Sohn unbedingt jetzt etwas essen?“
Mutter: „Er hatte eben Hunger.“
Ich: „Glauben Sie wirklich, dass er jetzt verhungert?“
Mutter: „Nein, natürlich nicht…“
Ich: „Dann hätte es ja wirklich auch Zeit gehabt bis nach dem Praxisbesuch, oder?“
Mutter: „Aber wir sind doch privat versichert!“
Ich: „—?“

49 Gedanken zu “Privileg

  1. GAAAAAHHH!

    Privat versichert = Aufgabe sämtlicher Benimmregeln, oder was?

    Dass so viele Mütter meinen, ihre Kinder müssten permanent und überall essen, geht mir schon seit längerem auf den Zeiger. In einer Arztpraxis finde ich es besonders unpassend!

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    1. Kaffee und Kekse nur für das Krümelmonster. Für die Frau Mama bitte Schampus und Canapés. So viel gebiete doch schon die Gastfreundschaft..!

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  2. Proll-Elite 🙂 Ich musste an meine „er hat gehüstelt, wir gehen morgen zum Arzt, sind ja privat versichert“-Bekannte denken 🙂

    Das ganze System gehört vereinheitlicht und angepasst, meine ich. Nicht wegen der Prollbatzen mit dem Promisyndrom, sondern generell.

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    1. Wir haben eine PKV mit 20 EUR Selbstbehalt je Arztbesuch und gehen deshalb sicherlich überlegter zum Doc als die All-Inclusive-GKV-Patienten …

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  3. Weia… vielleicht vermutet die Dame, das gemeine Volk ist es sowieso gewöhnt, zu darben? 🙂 Leute gibts… Abgesehen davon, wenn es keine Kassenpatienten gäbe (weil die ja ruhig verhungern können), dann gäbe es auch keine privaten mehr, hihi

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  4. da kannste ja noch froh sein dass die Mutter nicht bei den Helferinnen Kakao und Kekse geordert hat – im Krankenhaus werden privat versicherte Patienten ja auch besonders hofiert 😉

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    1. Ächt jetzt? Mir ist immer nur aufgefallen, dass sie sich besonders benehmen. (aber nur die, die es auch immer wieder betonen, wie extrem privat versichert sie sind)

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  5. Hatte ich mal, als ich noch Kinder trainierte. 2 Stunden Kletterhalle. Nach ca 45 min setzt sich einer hin, packt Brote und Trinkflasche aus und diniert.
    Ich „Äh, hattest Du keine Zeit, vor dem Training zu essen?“
    Er:“Doch“
    Ich: „Na sollten wir die 2 Stunden dann jetzt nicht nutzen fürs Training?“
    Er: „Wieso? Wenn wir in der Sächsischen sind (also im Freien, ein ganzes Wochenende, da halten wir uns täglich mindestens 6 Stunden am Fels auf und natürlich macht jeder Ess-Pausen), mach ich auch immer Pause.“

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  6. Hm, kann man anscheinend überall beobachten……..Ich hab‘ meinen Kindern immer nahe gelegt, in einer Arztpraxis warten vielleicht Kinder oder Erwachsene, die vorher nichts essen oder trinken dürfen oder können ( Blutabnahme…….) und da wäre es doch fies, denen was vor zu schlabbern. Das kann für die Eltern anderer Kinder nämlich so richtig brutal werden, wenn gegenüber vom nüchternen Kinde die Limo ausgepackt wird. Selbstredent latscht man dann auch nicht mit Verpflegung in das zugewiesene Zimmer ! Wurde immer sofort akzeptiert. Greift dann auch wundersamer Weise auf sämtliche Wartesituationen. Bei 3 Stunden im Wartezimmer pack‘ ich aber auch mal die Trinkflasche aus…..aber das war wohl auch nicht Thema 🙂

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  7. Hm…. also bei den letzten Einträgen frage ich mich wirklich, ob der Kinderdoc AUCH netten, freundlichen, nicht-hysterischen, nicht-unverschämten, nicht lügenden, nicht-nervenden Eltern begegnet. Klar ist es langweilig darüber zu schreiben, wenn nichts „los“ ist und alles reibungslos läuft, aber ich hoffe doch sehr für Sie, dass Sie auch schreibenswerte Begegnungen mit NETTEN Eltern haben.

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  8. meine Fresse, Kinderdok, gegen ein solches starkes Argument kommst Du nicht an
    .. habt „Ihr Ärzte“ (verzeih die Verallgemeinerung) „das“ nicht selbst provoziert?

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      1. der kollege von „meinem“ hno hat sogar im privatwartebereich cocktailsessel und flachbild-tv.

        der rest sitzt zusammengepfercht im miniwartezimmer auf holzstühlen.

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        1. Privatwartebereich??? Mir scheint, ich geh zu den falschen Ärzten, ich muss immer mit dem GKV-Pöbel im Wartezimmer sitzen.
          Na mal im Ernst, das ist doch echt unfassbar.

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    1. Irgendetwas mache ich falsch….
      Bei uns (auch „Kinderdoc“) werden alle gleich behandelt. Ausnahme: In letzter Zeit werden die Vorsorgeuntersuchungen gnadenlos nur nach tatsächlicher Bezahlung durch die jeweilige Kasse abgearbeitet – der Rest wird als IGel angeboten.
      Weil wir das System leid sind, das uns unter dem Deckmantel der ethischen und moralischen Verpflichtung zwingt, kostenlos zu arbeiten.

      Aber Kaffee?
      Den gibt es bei den letzten Patienten am Abend oder bei akuten Problemen samt dem offenen Ohr der „Arzt-Ehefrau“ kostenlos. Unabhängig von der Versicherung.
      Dabei steht der wohl nur den Privaten zu, oder wie? Das da uns mal kein Kollege wegen Nichteinhaltung der GOÄ anzeigt…

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    1. ja, geschenkt.
      aus Sicht der Psychiatrie-Patienten sind wir auch die Bekloppten, und für Muslime sind wir die Gottlosen – um sehr weit hergeholte Vergleiche zu bemühen.

      Es gibt sehr wohl Privatpatienten, die sich „normal“ verhalten.

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    1. 1) Hygiene a) für das Kind – Praxiskeime direkt von der Hand/Butterstulle/Brezel direkt in den Mund b) für die Praxis: Butter, Saft und Keks in allen Ritzen und auf dem Boden – hier laufen auch die Kinder mal Barfuß rum
      2) Ich möchte in den Mund schauen – Danke, alles voll mit Essen
      3) Essen immer und überall – eine Erziehungsfrage. Essen als Ablenkung. Als Beruhigung. Als Beschäftigung.
      4) „Tagesablauf“hygiene: Gegessen wird zuhause am Tisch, im Sitzen, zusammen. Struktur geben.
      5) Sinnvolles Essen zum richtigen Zeitpunkt: Bessert den Appetit und die Verdauung
      6) Grenzen zeigen, Konflikt eingehen: „Nein, wir sind jetzt beim Arzt. Essen kannst Du später, hättest Du zuhause machen können“ – Eltern lassen sich von ihren Kinder steuern („er hatte eben Hunger“)

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      1. unterschreibe ich alles sofort
        Leider bekommen es die lieben Kleinen ja allüberall vorgemacht: vor Allem die Unsitte, zu jeder Zeit (quasi just in time) die Flasche (auch wenns „nur“ Mineralwasser oder Tee ist) „an den Hals“ zu hängen.
        Aber vielleicht bin ich dafür zu alt 😀

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        1. Oh, ich habe exakt dieselbe Sichtweise – und ich bin deutlich jünger als die Sesamstraße ;-).

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        1. Kommt darauf an. Mal angenommen: Wenn ich nach der Krippe mit einem Einjährigen direkt zum Impfen gehe, so dass der Arztbesuch genau in seine Zwischenmahlzeits-Zeit fällt, und wenn er auf dem Weg aus irgendwelchen Gründen nichts essen kann, dann ist es u.U. sehr hilfreich, wenn er – notfalls auch noch im Behandlungszimmer – noch vorab etwas bekommt. Das gilt umso mehr, wenn man im Behandlungszimmer nochmals 10-15 Minuten Wartezeit einkalkulieren muss (bei meinem KiA üblich). Denn bei Hunger reagieren manche Kleinkinder nun mal auf eine Art und Weise, die meiner Erfahrung nach jegliche Untersuchung (und jeglichen anderweitigen produktiven Umgang) verunmöglicht. Aus derselben Erfahrung heraus würde ich jedoch auch sagen: Ab spätestens drei Jahren ist das kein Problem mehr.

          Aber ich gebe zu: Das ist eine sehr hypothetische Konstruktion, die sich leicht vermeiden lässt. Ich habe sie nie so erlebt. Und es wäre mir als Mutter auch sehr unangenehm. Den Kommentar dieser Mutter finde ich daher den eigentlichen Knackpunkt der Geschichte.

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  9. *kicher*
    So unterschiedlich ist das… ich als alte Magen-Darm-Phobikerin instruiere meine Kinder zum gründlichen Händewaschen nach dem Arztbesuch und würde mich erheblich davor gruseln, in der Praxis zu essen – mal abgesehen von „Das tut man nicht!“

    Mit kinderprivatversicherten Grüßen,

    Britta

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  10. Die Argumente mit der Hygiene und der Rücksichtnahme auf nüchterne Patienten zieht bei mir am meisten. Was ich meinem Kind allerdings niemals untersagen würde, wäre das Trinken. Getränke wird es von mir immer und überall bekommen, falls es nicht selbst nüchtern sein muss.

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  11. Wenn ich sowas lese wie von dieser Privat Trulla bekomme ich Lust, solchen Personen mal eine zu zimmern.

    Am besten kam immer an: Pat. Ich bin aber privat versichert…Ich: Macht nix, wir behandeln sie trotzdem… ( schon alt, zieht aber immer noch ) Die hoch Privaten mit solchem Verhalten sind all das, wofür sie sich nicht halten… wenig intelligent, sozial inkompatibel 😦

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