Notfalltelefon

Ich: „Kinderdok, hallo?“
Mutter: „Ja, Tach auch, ich ruf an, weil, der Dschäisen hat grad auffe Herdplatte gefasst. Wollt’ch mal fragen, was man da jetzt machen kann?“
Nach einer Viertelstunde Erklärung übers Telefon zur Ersten Hilfe bei Verbrennungen und meiner folgenden Aufregung, dass Jasons Mutter nicht einmal auf die Idee kam, die Hand unter Wasser zu halten, meinte Kinderdoks Frau: „Vielleicht hättest Du sagen sollen, sie soll zuerst einmal die Hand von der Platte nehmen…“

29 Einträge zu „Notfalltelefon

    • 🙂 Jaaaa, ich auch! Klassisch weiblicher Durchblick halt! ( Und „damals“ ein klasse Beitrag zu Kinder-Dr. Cooper! Ehrlich, wie kann man den NICHT mögen??)

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  • Oh je, es ist also wahr, heutzutage googelt man erst mal oder ruft den Arzt an oder fragt den Lehrer oder was weiß ich, bevor man INTUITIV HANDELT. Dabei stellt sich natürlich die Frage, ob die Intuition bei einigen Bildungsbenachteiligten (Dschäßen) ausgestorben ist? Ist dir was Vergleichbares mal mit überbehütenden Ökomuttis passiert?

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        • Du wärest überrascht wie oft ich schon diese Arnikaglobuli angeboten bekommen habe wenn mein Kind irgendwo hingefallen ist bzw wie oft das andere Mütter ihren Kindern in den Mund stopfen. Echt, so zieht man Hypochonder heran.

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        • Lol wenn das Kind hinfällt, dann steht es wieder auf und gut ist. Ich bin, wenn ich so etwas lese, echt froh, keine eigenen Kinder zu haben, ich könnte nicht sagen, ob diese Mütterkrankheit nicht irgendwo auch in mir schlummern und zum Ausbruch kommen würde.

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        • Pfft, wie kann man nur so pragmatisch sein ;). Sehr vernünftig!

          Meinen Kindern wurden auch schon mehrfach Arnikaglobuli angeboten. Ganz früher, als ich noch jung und naiv war (harhar), hatte ich selbst eine kleine Globulisammlung. Wirkung war nicht wirklich spürbar…

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        • Mein kind hat es schon zwei mal von bekannten gar ungefragt bekommen! Ich war so schokiert, dass ich kaum was sagen konnte. Bei uns gibt es ein spanischen aua-spruch und puesten, dann gehts weiter. Bei „kleinen unfällen“ sagt er sich den Spruch seit den 2. Lebensjahr sogar selbst 😉

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    • Und wenn man dann zum Kind sagt: „Wir pusten und dann ist es weg!“
      Wird man angeschaut, als wenn man eine „Hexe“ wäre 😉
      Wollte man mir doch glatt jetzt in der Schwangerschaft erklären, dass ich um ein Stück Plazenta bitten sollte, damit daraus Plazentaglobulis gemacht werden könnten. Das würde ja für Mutter und Kind gut sein und hilft sowieso gegen alles, ich vergaß zu fragen, ob es auch kaputte Knochen heilt… herrje…

      Tja, da könnten Kinderdok und Kollegen bestimmt einpacken 😉

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      • Dabei ist das immer so herzerwärmend: Kind hängt schluchzend an meinem Hals, irgendwann frag ich „wieder gut?“ und er hört *schlagartig* auf zu heulen und schnüfft nur ein „ja“ hervor. Dann lässt er los und spielt weiter als wär nix gewesen. Wenn das mal keine Hexenkräfte sind 😉 Ich wüsste gar nicht wann ich da irgendwas verabreichen sollte, so lange er heult geht da nix rein und danach braucht ers ja nimmer.

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  • Deine Frau hat einen außergewöhnlichen Scharfsinn, das ist eine wertvolle Gabe! Vielleicht sollte sie dich standardmäßig bei gewissen Menschen beraten… als normal denkender kommt man manchmal gar nicht darauf, wie verquer manche Menschen denken…

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  • mehr von Frau Kinderdok: so viel Sarkasmus ..
    jetzt muß ich erst mal meine Tastatur und den Monitor gründlich von dem gut eingespeichelten Abendessen befreien.

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  • Was soll man da noch sagen? Was hat diese Frau in ihrem bisherigen Leben gelernt, was ist in ihrem Kopf drin, wenn diese Information (bei leichten Verbrennungen die Stelle unter fließendes Wasser halten) ihr entweder bisher nicht untergekommen oder nicht haften geblieben ist? Was sind das für Lebenswelten?

    Da ist es auf der anderen Seite beinahe gruselig, wenn ein Pädagogik-Professor Eltern empfiehlt, bei der Erziehung durchaus auf sich selbst zu vertrauen. Ich denke, daß dieses innere Wissen bei einigen Eltern vollkommen weg ist, und das gilt nicht nur für Leute wie die Mutter von Dschäison, sondern auch für Mütter mit höherem Bildungsgrad. Ich will dem Professor nicht unterstellen, daß er Unrecht hat, aber manchmal wünscht man sich fast einen verpflichtenden Elternführerschein (oder mehr Familienhebammen).

    Dieter

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  • Oh oh… jetzt weiß ich, was aus meinen Schülerchen wird… Ich unterrichte Hauswirtschaft in der Haupt- und Realschule. Natürlich kann es dabei in der Küche immer mal wieder zu kleinen Unfällen kommen. Doch erschreckend finde ich, das zunehmend Schüler auch noch der 8. oder 9. Klasse (ja, auch aus dem Realschulzweig, letzte Woche wieder erlebt) Backbleche, Auflaufformen, Kuchenformen usw. im Backofen, beim Herausnehmen oder kurz nach dem Herausnehmen mit nackten Fingern anfassen und sich dann wundern, dass es weh tut. Wie kann man bitte die kurze Gedankenkette Backofen – alles daraus heiß – heiß – Finger verbrennen – aua nicht hinbekommen? Wo leben die außerhalb der Schule, dass sie das noch nicht mitbekommen haben? Naja, und danach sind sie dann auch immer hilflos, was sie tun sollen. Den Gang zum Wasserhahn schaffen die meisten nicht ohne Aufforderung eines fürsorglichen Mitschülers oder meiner Wenigkeit… im Gefrierfach habe ich jetzt schon immer Eiswürfel nur zum Kühlen dieser Verbrennungen während der folgenden Unterrichtsstunden… *seufz*
    Ich warte schon länger auf den Anruf der ersten Eltern, die mich verklagen wollen, weil ich nur zwei Stunden lang zu Beginn des Schuljahres erkläre, dass man heiße Sachen nur mit Topflappen anfassen sollte…
    Aber vielleicht macht das Kinderdoc Freude: In der Klassenarbeit habe ich unter anderem gefragt, welche Erste Hilfe sinnvoll ist, wenn die kleine Funda die Kuchenform ohne Topflappen angefasst hat. Ich glaube die Quote der Antworten, die in die richtige Richtung gingen, lag bei über 50 % 😉

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  • Wobei die aktuelle erste Hilfe nicht mehr das kalte, fließende Wasser aus dem Wasserhahn empfiehlt. Wenn die Haut verbrannt ist, ist sie verbrannt, die Kühlung macht es nicht besser. Ist nur für den Schmerz. Und der kommt, sobald das kalte Wasser wieder aufhört. Aber ich habe mir von erfahrenen Rettungssanitätern sagen lassen, wie schwierig die Behandlung ist, wenn man für Verbrennungen gerufen wird, aber zunächst eine Unterkühlung behandelt werden muss. Nur ganz kleine Bereiche dürfen unter fließendem Wasser gekühlt werden, z.B. Eine Fingerkuppe. Je kleiner der Patient, desto schneller unterkühlt!

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  • Das darf ruhig „kalt“ sein, nur eben nicht eisig oder gar Eiswürfel. Aus jenem Grund sagen viele Referenten heute „lauwarm“, damit es auch Dschäisens Mutter versteht.

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