Impfdiskussionsdeeskalation

HPV Vaccination in Sao Paulo Brazil March 2014

In meinem Alter wird man altersweise, und gerade bei der Diskussion ums Impfen – und davon gibt es derer viele – bin ich nicht mehr so streng und abweisend wie noch vor Jahren. Dennoch gibt es Grenzen.

Ich bin überzeugter Impfmediziner, ich denke, das wurde aus zahlreichen Artikeln hier im Blog bereits deutlich. Meine Grundeinstellung ist es, dass Impfungen zur modernen Medizin dazugehören, sich damit ausreichende geschulte Experten in der Ständigen Impfkommission einbringen und sehr genau entscheiden, wann welche Impfung zur Empfehlung wird, und wann eine Empfehlung geändert oder gestrichen wird. Ein wenig Vertrauen gehört dazu.

Viel hängt das  mit der grundpersönlichen Einstellung zur Medizin zusammen: Ich möchte einem Schutzbefohlenen möglichst alle Krankheiten ersparen, wie ginge das besser als mit einer Impfung? Klar kann die Medizin heute viel lindern, sogar heilen, was sie vor Jahrzehnten nicht konnte, aber jede Studie zeigt: Prävention zählt in allen Bereichen, so auch in der Infektionsverhinderung. Meine Kinder sind „durchgeimpft“, wie das so schön heißt, also auch die HPV-Impfung für die Große und die FSME-Impfung für die lokalen Risiken. Das versuche ich, allen Eltern bei der U3 zu vermitteln. Ein ausreichend früher Zeitpunkt, die erste Impfung beginnt mit sechs (die Rota-Impfung) bzw. acht Wochen (der erste Rest, also Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hämophilus influenzae und Hepatitis B, sowie extra die Pneumokokken), die Eltern können noch viel überlegen. Meist sind sie schon informiert, leider oft fehlinformiert. In klärenden Gesprächen bei U3 oder einem Extratermin zur Impfberatung, sonst am ersten Impftermin, geht es um weitere Aufklärung, die heutzutage meist eher der Widerlegung von Mythen und falschen Behauptung dient. Fake News Prophylaxe.

Ein beliebtes Gegenargument ist die frühe Impfung. So klein, so empfindlich, Neuronenentwicklung, Verträglichkeit, all dies wird angeführt, und ich verstehe die Eltern: Das empfindliche sensible unversehrte Neugeborene möchte niemand mit Nadel gestochen sehen, es ist der Eingriff in die Unversehrtheit.

Die Rota-Impfung sollte mit 6 Wochen begonnen werden und allerspätestens in der 24 Lebenswoche beendet sein, sonst entwickelt der Organismus zu wenig Antikörper und das Nebenwirkungs-Spektrum vergrößert sich (vor allem die einer Darmverstülpung). Entscheiden sich Eltern also für eine spätere Impfung, fällt diese meist schon flach. Das muss ich kommunizieren.

Die U5, also die Untersuchung mit einem halben Jahr, ist eine magische Marke. Jetzt soll erstmal alles stabiler sein, also, jetzt ist die Impfung ok. Also dann. Dann impfe ich eben erst mit sechs Monaten. Das Risiko beispielsweise einer Keuchhusteninfektion wird klar benannt: Sie kann letal verlaufen, zumindest aber wandern eigentlich alle Säuglinge ins Krankenhaus, da sie plötzliche Atemstillstände durchlaufen können. Von der späteren Bronchialempfindlichkeit ganz zu schweigen. Noch mehr kann ich erzählen zur besseren Antikörperbildung, der besseren Verträglichkeit bei früher Impfung, sicher auch dem hoffentlich schnelleren Vergessen.

Dann  möchten Eltern oft nicht alles impfen. Was sind die üblichen Verdächtigen? Eben die Rota-Impfung („hält ja nicht ein Leben lang“, „Luxus-Impfung für die Industrienationen“, „Funktioniert gar nicht, da zuviele Virusstämme“), dann die Hepatitis-B-Impfung („Wie soll das ein Säugling bekommen?“, „Heilt ja aus“, „Kann ich später noch mit Hepatits A zusammen impfen“) und mit einem Jahr die Windpocken („harmlose Kinderkrankheit“, „Habe ich auch gehabt“, „Verschiebt die Erkrankung ins Erwachsenenalter“). Über all diese Impfungen kann ich vortrefflich aufklären und diskutieren und mache das auch, schließlich bringe ich Ankedoten ein, um die Studienlage zu unterfüttern: Ich erzähle von den hohen Krankenhauszahlen der durchfallerigen Säuglingen vor nicht mal zehn Jahren und dem deutliche Rückgang, erzähle von den chronischen Verläufen bei Hepatitis B und den hautgeplagten Einjährigen, die nun noch den Juckreiz der Windpocken ertragen müssen. Mir liegt ein „Ätsch“ fern, aber nicht nur einmal haben Eltern die Verweigerung der Varizellenimpfung im Nachhinein bereut, als sie sahen, was die Infektion an der Haut anrichten kann.

Eltern möchten das Gefühl haben, selbst zu entscheiden. Paternalismus ist ein Trugschluss der heutigen Zeit, dennoch gibt es Eltern, die sich eine lenkende Beratung durch den Kinderarzt wünschen. Was wird empfohlen, warum und warum nicht, was sind die Risiken, was der überwiegende Benefit. Ich kann nur die Empfehlungen vor den Eltern ausbreiten, entscheiden müssen sie dann schon selbst.

Verunsicherte Fragen sind die, ob ich meine eigenen Kinder impfe (ja) und wie das andere Eltern sehen (über 95% der Eltern impfen ihre Kinder). Diese Eltern sind geprägt von der gefühlt falschen Wahrheit: Dass mehr und mehr Eltern Impfungen kritisch gegenüber stehen, das zeigen die Impfquoten aber keineswegs. Impfgegner haben nur die größere Klappe und sind vor allem in Social Media viel besser vernetzt.

So kann ich im Moment Gruppen unterscheiden:
– Eltern, die einfach den Empfehlungen trauen, und alles impfen lassen.
– Eltern, die kritisch hinterfragen, die Argumente abwägen, und alles impfen lassen.
– Eltern, die das Gefühl brauchen, eine eigene Entscheidung zu fällen, ein paar Impfungen daher ablehnen oder später impfen.
– Eltern, die abwägen, immer wieder diskutieren, weil sie andere (also mich) überzeugen wollen und letztendlich nach Absolution suchen. Sie lehnen aber auch alle Impfungen ab oder fahren ein absolutes Schmalspurprogramm (Tetanus).
– Eltern, die der gesamten akademischen Medizin ablehnend gegenüberstehen, und jegliche Impfung unterlassen.
– Eltern, die gar nicht erscheinen. (Klingt lustig, ist es aber nicht. Diese gehen weder zu Vorsorgen, noch sonst zum Arzt. Sei es, weil ihnen das nicht wichtig erscheinen, oder weil sie dies aus ideologischen Gründen ablehnen.)
Die Gruppen sind nicht heterogen verteilt, zudem noch unterschiedlich in der Bevölkerung, wie auch in meiner Praxis. Die letzten beiden Gruppen erscheinen ja erst gar nicht oder haben sich informiert, dass in meiner Praxis damit kein Land zu gewinnen ist.
Die ersten zwei Gruppen machen die o.g. 95% der Eltern aus, um die beiden mittleren Gruppen müssen wir uns als Ärzte aber besonders kümmern, denn diese können wir eventuell mit guten Argumenten noch erreichen.

Mit spätestens sechstem Monat, vielleicht ohne Rota-, Hepatitis-B- und Windpockenimpfung: Darunter „mache ich es nicht“, das kommuniziere ich den Eltern. „Wir impfen nur die Kinder, die wir behalten wollen.“ So oder ähnlich geistert ein Meme durch die sozialen Medien. Dr. House hat das auf seine Weise unterstrichen, in dem er die Kindersärgeindustrie mit der der Impfgegner verbandelt sah. Bleiben wir in diesem Bild, so impfen Mediziner die Kinder, die sie gesund sehen wollen. Welchen anderen Nutzen hätte es sonst?

(c) Bild bei Flickr/PAHO (Lizenz CC BY ND 2.0)

„Wer alle Impfungen verweigert, den schmeiße ich raus“

26 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Annina
    Mai 21, 2018 @ 12:50:28

    Die letzte Gruppe bekommt, zumindest in Hessen, einen Besuch vom Jugendamt.

    Antwort

    • Simpson
      Mai 21, 2018 @ 14:50:55

      Nicht nur in Hessen. Eine Kollegin hatte hier im „liberalen“ Berlin auch den Termin für die U-Untersuchung um ein paar Wochen verbummelt (Stress auf der Arbeit, keinen Termin beim Arzt gefunden, etc.). Das gab auch prompt ein Schreiben vom Jugendamt mit der Aufforderung, den Besuch der U-Untersuchung nachzuweisen.
      Diese Kollegin ist mir durchaus als seriös und verantwortungsbewusst bekannt und war wenig begeistert, da auf einmal in den Topf mit verantwortungslosen Eltern geworfen zu werden.

      Schade, dass in anderen Bundesländern nicht ähnlich rigoros verfahren wird. Man würde Kindesmisshandlung viel früher erkennen.

      Antwort

  2. Jennifer
    Mai 21, 2018 @ 13:52:06

    Ich werde Impfgegner nie verstehen. Ehrlich gesagt, versuche ich es auch gar nicht.
    Im Freundeskreis wurde heute eine Tochter geboren. Durch frühere Gespräche weiß ich: sie ist für das Impfen, er dagegen. Ich hoffe, sie setzt sich durch!

    Antwort

  3. Maria-Luise Riener
    Mai 21, 2018 @ 19:18:56

    Sehr geehrter Hr. Doc.

    Auf viele einzelne Impfungen gegen Sie ein.
    Ich kenne ihre Meinung (so in etwa) zu vielen Impfungen.

    Aber
    Die Meningokokken Impfungen erwähnen Sie auch in diesem Artikel nicht.

    Wie stehen Sie zur Meningokokken Impfung?
    Sind ihre Kinder auch dagegen geimpft?
    Bereits im Kleinkind Alter?
    Wird sie vielleicht mal von der Stiko deutlich empfohlen?
    Auch in Österreich evt.mal ins impf Programm aufgenommen??

    Da würde mich ihre Meinung und ihr Fachwissen dazu sehr interessieren.

    Mit freundlichen Grüßen, eine begeisterte Leserin

    Antwort

  4. EineJungsmama
    Mai 21, 2018 @ 21:10:26

    Ja, es wäre schön, wenn die Eltern, die U Untersuchungen nicht wahrnehmen Besuch vom Jugendamt bekommen. In meinem Umkreis gibt es bei „vergessen“ einen Brief. Mehr nicht…..und damit bleiben die Kids unversorgt. Beim Impfen, bei der Unterstützung in der Entwicklung, bei akuter Krankheit.
    Traurig,denn Kinder sindi hren Eltern ausgeliefert. Sehe ich in der Schule immer wieder. Und wir bekommen erst Unterstützung, wenn deutlichste Verwahrlosung nachweisbar ist. Und damit meine ich Zustände, die unbeschreiblich fürs Kind sind.
    Meine Jungs sind durchgeimpft inklusive Rota und FSME. Zugehörig fühle ich mich als Mama zur Gruppe: einige Fragen stellen , doch grundsätzlich impfbereit und überzeugt. Wir haben auch schon Termine verpeilt….und bekamen ein Schreiben. Fühlt sich blöd an. Doch sehe ich es im Sinne der Kinder mit „anderen“ Eltern. Es ist zu ihrem Schutz -hoffentlich erreicht es einige.

    Antwort

  5. viola
    Mai 22, 2018 @ 10:01:57

    Gegen alles sein und überall mitreden wollen ist gerade sehr in Mode-gerade bei nicht Akademikern. Das kann man halten wie man will und beim Hausbau, Reisen etc. ausleben. Nun gerade das eigene Kind zum Testobjekt zu wählen ist ganz ganz schlecht.

    Antwort

    • EineJungsmama
      Mai 23, 2018 @ 16:01:58

      Bei uns wohnen fast ausschließlich Akademiker. Wäre ich hier Lehkraft: ich bräuchte gefühlt oft einen Rechtsanwalt im Gespräch. Gemeinschaft? Manchmal.
      Das eigene Wltbild ist das einzig richtige: häufig….
      Vermuteter Beweggrund:
      Ich habe ja studiert. Und bei Medizin und Schule, da können alle aus Erfahrung mitreden….
      In meiner Schule, in der ich unterrichte haben wir die „Nicht Akademiker“ . Dort ist das Verhalten ähnlich.
      Vermuteter Beweggrund:
      Einzige Bereich, in dem sie gefühlt mitwirken/ einwirken können. Geld ist oft so knapp,dass ein Spielraum zur eigenen Enfaltung neben dem Lebensnotwendigen kaum möglich ist ..
      Arbeit haben sie oft nicht…oder dürfen wegen unklarem Aufenhaltsstatus nicht….

      So schwindet die Toleranz.
      Gefährlich…..denn das erzeugt immer mehr unüberwindbare Konflikte.
      Wie sollen Kinder es ohne Vorbilder lernen, mehr als ihre Meinug wahrzunehmen?
      Und so werden sie auch ihre Impfeinstellung erlangen/ bilden.

      Schade!

      Antwort

  6. kiraka
    Mai 22, 2018 @ 11:15:49

    Kinder sind durchgeimpft. Woran wir aber noch rum überlegen, ob wir Sohn eine HPV-Impfung geben lassen, er ist zwar noch nicht mal acht, aber als wir uns informiert haben vor neun Jahren, tauchte es halt mit auf und seit dem grüble ich so ganz ohne Druck vor mich hin.
    Was meinst du zur HPV-Impfung bei Jungen?

    Antwort

    • Llusafin
      Mai 23, 2018 @ 05:19:22

      Ich werde meinen Sohn auch dagegen impfen lassen. Damit seine Frau mal nicht an Gebärmutterhalskrebs stirbt. Damit meine hypothetischen Enkelkinder nicht ihre Mutter daran sterben sehen.

      Antwort

  7. Beatrix
    Mai 22, 2018 @ 12:54:50

    Eine Frage ist für mich offen. Es gibt ja tatsächlich Menschen, die aufgrund von individuellen Dispositionen nicht geimpft werden sollten (Immunstörungen, Allergien, ???). Das ist ja in aktuellen Diskussionen auch immer ein Punkt für das Impfen – der Herdenschutz. Kann man das aber schon bei Babys feststellen, ob sie zu dieser Gruppe gehören oder nicht?

    Antwort

    • aucheinemama
      Mai 22, 2018 @ 13:39:27

      Bei manchen Krankheiten ist früh klar, dass Immunstörungen vorliegen. Bei manchen nicht. Und es gibt auch Krankheiten, wie zum Beispiel manche Krebsarten, aber nicht nur Krebs, bei denen eine Immunsuppression z.B. durch Chemotherapie erfolgt. Diese Menschen/Kinder können während der Therapie nicht geimpft werden (betrifft dann auch Wiederholungsimpfungen) oder können schlimmstenfalls sogar an Krankheiten erkranken, gegen die sie vorher geimpft wurden!
      Es kann also im Grunde jedes Kind und jeden Erwachsenen treffen, dass er plötzlich auf den Herdenschutz angewiesen ist!

      Antwort

    • viola
      Mai 23, 2018 @ 16:17:41

      Nicht immer kann man das gleich sehen. Bis auf Rota sind jedoch die ersten Impfungen alle Totimpfstoffe, von daher sollte es keine großen Probleme geben. Bis die MMRV mit 11 Monaten kommt sind die schwer kranken Kinder eigentlich herausgefunden. Allergien: sind vererbbare Erkrankungen (Ekzem, Heuschnupfen) die- wenn man sie hat- so oder so ausbrechen. Zufälligerweise nach einer Impfung oder eben nach Infekt o.ä.

      Antwort

  8. aucheinemama
    Mai 22, 2018 @ 13:54:45

    Unsere Kinder sind nach STIKO geimpft. Das Ältere ohne Rota, weil damals noch nicht üblich. Das Jüngere inklusive Rota. Beide inklusive Menningokokken B. Hepatitis A wegen Urlaubsreise im Sommer kommt gerade dazu. Der letzte Grippewinter war heftig bei uns. Daher überlegt Mama, ob sie sich diesen Herbst mal wieder gegen Grippe impfen lässt, damit wenigstens einer noch auf den Beinen bleibt, wenn es einen nach dem anderen umhaut. 😉 Unser Kinderarzt hält eine Grippe-Impfung für unsere Kinder (da sonst nicht chronisch krank) nicht für notwendig, würde aber auf Bitten auch Impfen.

    Wir haben zum Thema Impfungen einen Termin mit unserem Kinderarzt ausgemacht und uns beraten lassen. In Ruhe, nicht zwischen Tür und Angel zu jeder einzelnen Impfung. Fachliche Fragen geklärt, alles super.

    Es gibt im Umfeld einige Impfgegner und ich empfinde das, nett gesagt, als anstrengend. Diskussionen sind völlig sinnlos, nur die „gefühlte Wahrheit“ zählt. Oft, weil man sich dann als bessere Eltern fühlen kann. Seufz. Und der Egoismus nimmt immer mehr Überhand. Aber das betrifft leider nicht nur das Thema Impfen.

    Antwort

    • EineJungsmama
      Mai 22, 2018 @ 15:54:37

      Das mit dem Egoismus empfinde ich auch. In unserer Stadt fand gerade ein Volksentscheid statt. Flughafen (kein Linienverkehr mehr) abbauen und Wohnungen (unklar, welcher Preislage, bei der guten Lage eher teuer) gegen Flughafen behalten und damit auch schnelle Krankentransporte und vor allem Organsspendetransporte weiter ermöglichen. Der Stadtteil in dem sich unser Zuhause befindet hat für den Abbau gestimmt. Grund: damit hier nicht mehr gebaut wird.
      Sind sich alle in diesem Stadtteil sicher, dass sie nie auf schnelle Medizin angewiesen sein könnten? Oder gar ein Organ? Es gibt keinen alternativen Landeplatz!
      Hier tummeln sich auch viele „nicht geimpfte“. Also solche ohne gesundheitliche Gründe. Und der Rechtsanwalt muss dann im Ernstfall die Arztschuld beweisen….damit das eigene Weltbild heile bleibt. Manchmal verstehe ich die Welt nicht. Und manchmal frage ich mich,wie so die Welt meiner Kinder wird …
      Mit denen genieß ich jetzt den Sommer im Mai. Natürliche Stärkung für den nächsten Winter…und die Diskussion um die Grippeimpfung…

      Antwort

  9. viola
    Mai 22, 2018 @ 19:13:44

    Grippeimpfung für Kinder und HPV- Impfung für Jungs sind ja eindeutig empfohlen, zumindest bei uns (Ost). Manchmal denke ich, lieber wird eine Desensibilisierung wahrgenommen (mit viel häufigeren Spritzen), damit der Urlaub ungestört ist oder z.B. die Katze im Haus bleiben kann als eine empfohlene Impfung wahrzunehmen. Aber Hauptsache man hat selbst entschieden.
    *Nebenbei: die im Haushalt lebende Katze ist eigentlich ein Hinderungsgrund für Desensibilisierung.

    Antwort

  10. cara
    Mai 22, 2018 @ 19:43:13

    Sehr schöner, sehr differenzierter und ausgewogener Blogbeitrag!

    Antwort

  11. Schäfchen
    Mai 23, 2018 @ 09:29:51

    Kind eins ist nach Stiko geimpft, Kind zwei und drei nicht. Kind zwei war eine ganze Weile ein Kind mit schwachem Immunsystem und durfte nicht geimpft werden, gehört noch dazu aber auch zu den Kindern mit Impfausfällen – heißt die Sicherheit die eine Impfung suggeriert ist trügerisch. Wir müssen das immer mit Titertest gegenprüpfen lassen, da nicht immer Antikörper gebildet werden. Durchgeimpft ist sie inzwischen. Kind drei hat die erste Impfung mit dem ersten Neurodermitisschub ihres Lebens quittiert. Schön ist anders … Seitdem reagiert sie – allerdings nur bei Impfungen und Infekten – mit Schüben, so dass wir jede Impfung genau abwägen. Durchgeimpft sie sie trotzdem, nur eben nach eigenem Zeitmuster.

    Windpockenimpfung gabs damals noch nicht. Als ich so weit war, dass die Große die Impfung kriegen sollte, kam sie mit den Pocken heim … damit sind alle drei Kinder durch mit Windpocken. HPV ist nicht geimpft. Die Große hat das verwehrt, die Mittlere hab ich Bauchweh – impf ich ein Krebskind mit Krebsviren? Kind drei denke ich noch nicht darüber nach.

    Antwort

    • Anonymous
      Mai 23, 2018 @ 19:53:50

      @Schäfchen: Das tut mir leid zu lesen. Und gleichzeitig habe ich großen Respekt vor Eurer Entscheidung pro Impfung!
      Es ist leicht für mich, meine Kinder durchimpfen zu lassen, die eben nur mit ein bisschen Temperatur reagieren (oder nicht mal das). Für Euch ungleich schwerer. Danke, dass Ihr es so weit wie möglich dennoch tut!
      Ich wünsche Euch einen guten Weg für die Frage nach HP oder anderen Impfungen.

      Antwort

    • stuttgarterapothekerin
      Mai 24, 2018 @ 07:43:55

      @Schäfchen: Der Impfstoff besteht aus Teilen der Kapselhülle des Virus und enthält keinerlei genetische Information – daher besteht m.E. bei dieser Impfung kein höheres Risiko für Dein mittleres Kind als bei einer anderen Impfung.
      Ich kann Dein Bauchgefühl nachvollziehen, bitte Dich aber, darüber nachzudenken, dass es evtl. sinnvoll sein kann, nochmals mit Deinem KiA darüber zu sprechen – und für die Große evtl. auch nochmals drüber nachzudenken, falls sie nicht schon zu alt ist.

      Antwort

      • Schäfchen
        Mai 24, 2018 @ 12:43:16

        @StuttgarterApothekerin: Danke für den Hinweis. Die Große lehnt die Impfung ab, sie ist in einem Alter wo ich sie dazu schlecht zwingen kann. Hat aber mit dem anderen Geschlecht auch noch nix am Hut und kann daher auch noch geimpft werden. Wenn sie es will … Auch die Mittlere wird die Wahl für sich treffen müssen, aus guten Gründen sind Spritzen für sie ein zweischneidiges Schwert. Zumal ich nicht weiß, ob uns den Titertest dann die Kasse zahlt. Muss ich erst erfragen. Das müssen wir demnächst aber im Detail mit dem Kind besprechen. Ggf mit dem Freund zusammen, der sich auch impfen lassen könnte. Mal sehen.

        Antwort

  12. Sylvia
    Mai 23, 2018 @ 12:27:38

    Ich halte die Rotavirenimpfung für verzichtbar. Meiner Meinung nach ist sie sinnvoll in Gegenden dieser Welt in denen man einen Tag zum nächsten Arzt laufen müsste.
    Was mich echt irritiert, ist die Entscheidung der STIKO die MenB Impfung nicht in die Empfehlung aufzunehmen. Meiner Meinung nach liegt es am Preis für den Impfstoff. Pro Kind ist man da mal locker 400€ los. Aber unsere Krankenkasse zahlt lieber Homöpathie und sonstigen schwurbelmist als eine vielleicht lebenswichtige Impfung.
    Die Begründung der STIKO, dass nicht alle Meningokokkenstämme abgedeckt seien und auch die Langzeitwirkung fraglich ist, halte ich für eine faule Ausrede. Die Rotaimpfung deckt so weit ich weiß auch nicht alle Stämme ab.

    Antwort

  13. viola
    Mai 23, 2018 @ 13:47:45

    Rotaimpfung vermindert die Schwere der Erkrankung und senkt die Wahrscheinlichkeit eines KH Aufenthaltes. In Zeiten früher Krippenbetreuung und weiter Reisen mit immer kleineren Kindern auch nicht ganz unwichtig. Neurodermitis ist ärgerlich, aber das hat man oder man hat es nicht. Wäre es nicht nach der Impfung ausgebrochen, dann beim nächsten Infekt o.ä..

    Antwort

  14. Christina
    Mai 23, 2018 @ 19:48:59

    Ach Mensch Kinderdoc, ich „kämpfe“ im Netz seit Jahren darum, dass die besorgten Eltern davon wegkommen zu glauben, in Mitteleuropa würde „alles“ geimpft. „Muss denn alles geimpft werden?“ ist die falsche Frage. Ich bin nach einem langen Weg der Informationssuche eine totale Impfbefürworterin geworden und lasse nach Stiko impfen und darüber hinaus (MenB). Und dennoch lasse ich nicht „alles“ impfen. Gelbfieber, Japanische Enzephalitis, Tollwut, Tuberkulose….
    Die Stikoempfehlung bedeutet nicht „alles“ sondern „das, was in Mitteleuropa wichtig ist“.

    Die Macht der Worte! Überdenke die Wortwahl und du änderst das Denken.

    Antwort

  15. Christian Roll
    Jul 09, 2018 @ 18:59:32

    Für die Unentschlossenen bezüglich Windpocken: Als meine Tochter (jetzt 14) im Impfalter war, haben wir auch gedacht, das ist nun wirklich nicht nötig. Mit 12 hat sie dann eine Gürtelrose bekommen. Glaubt mir, das will wirklich niemand. Allein die Vorstellung das mir das höchstwahrscheinlich auch bevorsteht… Dann doch lieber impfen!

    Antwort

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