Quickblogging von heute

My Real Facepalm

Was hatten alle diese Kinder gemeinsam?

– Dreijähriger mit eitrig laufender Mittelohrentzündung
– Fünfjährige mit Ohrenschmerzen (Trommelfell nur rot, Kind aber unter Tränen)
– Viereinhalbjähriger mit Bindehautentzündung
– Vierzehn Monate mit 39,2 Grad Fieber (und Erkältung)
– 12jährige mit Sonnenbrand, also Verbrennung I. Grades am ganzen Rücken

… Na?

Eine/n Mutter/Vater, die/der nach der Anamnese, Untersuchung, Therapie und Beratung die rethorische Fragen stellte:
„Aber heute nachmittag ins Freibad, das geht schon?“

(c) Bild bei Flickr/Joe Loong (unter CC Lizenz BY-SA 2.0)

21 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Sarsaparilla
    Jun 05, 2018 @ 12:55:35

    Autsch! Gerade Mittelohrentzündung sind extrem schmerzhaft – für Erwachsene und mit Sicherheit auch für Kinder! Ich spreche da aus – leidvoller – Erfahrung. Den Eltern und Angehörigen gehört für die Frage eine auf’s Hirn. Entschuldigen Sie bitte meine „Undiplomatie“.

    Antwort

  2. kathikatinka
    Jun 05, 2018 @ 12:56:39

    Hatte ja im ersten Moment auf “ welche Glauboli sollten wir denn da nehmen?“ getippt. Aber das ist ja genau so schlimm.

    Antwort

  3. Ulrike
    Jun 05, 2018 @ 13:10:04

    Als ich ein Kind war, war Kranksein manchmal auch schön. Man durfte zu Hause bleiben, lag warm zugedeckt auf der Wohnzimmercouch, der Arzt kam ins Haus (und besuchte dann gleich alle Kranken in der Siedlung). Mutter brachte zwischendurch Obst oder presste Orangen aus. Und manchmal durfte man sich sogar das Lieblingsessen wünschen. Ehe es wieder in die Schule ging, musste man einen Tag fieberfrei außerhalb des Bettes verbracht haben.

    Ich habe das Gefühl, Kinder dürfen heute nicht mehr krank sein. Sie werden mit Fieber in den Kindergarten geschickt oder müssen eben mit ins Freibad (!!!). Keine Zeit, sich richtig auszukurieren. Es muss eben immer alles weiter gehen.

    Antwort

    • Schäfchen
      Jun 05, 2018 @ 14:30:02

      „Als ich ein Kind war, war Kranksein manchmal auch schön. “ – Klingt gut. Als ich Kind war, war Kranksein kein Zuckerschlecken. Ich erinnere mich an Nächte auf dem Flur, weil mein Bruder bei meinem Weinen und Husten nicht schlafen konnte … Ich koche heute Hühnersuppe oder Kartoffel-Möhrchen, mache Zwiebelsaft und Tee.
      Kranksein ist heute kein Zuckerschlecken. Ich hatte u.a. schon einen Chef im Nacken, für den galten kranke Kinder nix, die mussten ins Büro mit und durften dort auf der Couch liegen … Und als Mutter von dreien bist du (ist zumindest meine Erfahrung) erstmal auf Chefs angewiesen, die dich überhaupt einstellen. Heute habe ich mich freigeschwommen. Auch wenn ich nur noch ein Kind habe, für das ich bezahlt daheim bleiben darf. Wobei es zwischen dem Druck seitens der Arbeitgeber und dem Freibad durchaus Unterschiede gibt. Beides ist aber eigentlich ein no go. Allein die Idee mit MOE ins Freibad zu wollen … das arme Kind.

      Antwort

    • Marie
      Jun 10, 2018 @ 11:32:45

      —-> stimme mit deinen beiden Aussagen überein – auch bei mir ist es eher ein Gefühl als eine empirische Erhebung, aber dennoch.

      Wir hatten als Familie das große Privileg, den Kindern Zeit zum Gesundwerden geben zu können und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass das genau so richtig und gut war.
      Grauenvoll finde ich hingegen die Tatsache, dass dieses Privileg aus verschiedenen Gründen nicht jedem Kind in unserer Gesellschaft vergönnt ist und was das möglicherweise über diese Gesellschaft aussagt.

      LG,
      Marie

      Antwort

  4. Neeva
    Jun 05, 2018 @ 14:40:49

    Ähem. Hust. Von den Vorkommentatoren hatte noch niemand ein eigentlich krankes Kind, das dank Ibuprofensaft schmerzfrei und aufgedreht zuhause die Wände hochging?
    Die Wasserrutsche hoch und runter ist da sicher kontraindiziert, aber im Schatten am Wasser sitzen und wenigstens rauskommen, oder im warmen Solebecken treiben ist manchmal eine ganz gute Idee.
    Was natürlich gar nicht geht, ist mit ansteckenden Krankheiten ins Freibad.

    Antwort

    • Elawen
      Jun 05, 2018 @ 15:44:22

      Meine drei drehen unter ibu ebenfalls auf, aber mit den obigen Indikationen ist Freibad ein totales No-Go. Wie hältst du das aufgedrehte Kind davon ab, ins Wasser zu hüpfen? Wäre hier totaler Stress. Dann lieber Waldspaziergang oder so, wenn das Kind gelüftet werden muss. Selbst Spielplatz würde ich meiden

      Antwort

    • kathikatinka
      Jun 05, 2018 @ 18:04:06

      Klar, das aufgedrehte Kind bleibt dann im Schatten sitzen. Ist man krank braucht der Körper Ruhe,gerade auch noch unter Medikamenten. Und ja ich habe drei Kinder, alle schon krank gewesen und die Große hat eine lange HNO Erkrankungslaufbahn hinter sich.

      Antwort

    • Schäfchen
      Jun 06, 2018 @ 10:32:47

      Neeva, ein Kleinkind, das mit 40 Grad über Tische und Bänke geht, habe ich auch schon gehabt und das ohne fiebersenkende Mittelchen (nach Rücksprache mit Arzt). Leicht ist das nicht, Freibad wäre mir trotzdem nicht eingefallen. Couch war angesagt. Spaziergang war ok. Und auch ansonsten hatte/habe ich wenig quengelnde und viel lebendige Kinder auch in Krankheitsfällen. Wenn sie nicht grad groggy den ganzen Tag verschlafen sind sie extrem anstrengend. Waren sie als Kleinkinder auch. Aber man muss die Aktivitäten ins Verhältnis setzen. Ein medikamentös schmerzbefreites Kind ist ja noch lange nicht gesund. Und ein Freibad ist kein Ort, wo ein angeschlagener Körper sich ausruhen kann.

      Antwort

  5. cara
    Jun 05, 2018 @ 15:58:02

    Wie ist das, wenn man dem Sonnenbrand-Kind ein uv-50-schutz-shirt aufzwingt? Klar, wird mit 12 schwierig, aber bei kleineren Kindern ginge das ja. Und zusätzlich nur mit den Beinen ins Wasser?

    Antwort

  6. Neli
    Jun 05, 2018 @ 21:56:37

    Bei Sonnenbrand bist du froh wenn da kein Stück Stoff drauf ist, sondern eine kühle Quarkpackung. Spreche leider aus Erfahrung. Heutzutage Pflege ich meine vornehme Blässe und benutze Sonnenschutz LSF 50, da ich ruckzuck rot werde statt braun

    Antwort

    • cara
      Jun 06, 2018 @ 13:09:40

      Kommt wahrscheinlich auf den Sonnenbrand an. Ich creme meine Kinder akribisch und bin selbst sehr unempfindlich, aber Freundeskinder habe ich hier auch schon mit roten Armen oder Beinen und null beeinträchtigt herumspringen sehen. Ok, in so leichten Fällen geht man sicher nicht zum Kinderarzt.
      Mein Beitrag zielte eher darauf ab, zu erfragen, ob Chlorwasser oder so bei Sonnenbrand extra schädlich ist oder woher das Schwimmbadverbot hier resultiert. Bei den anderen Fällen war es ja sowieso glasklar. Hat nicht funktioniert, naja.

      Antwort

  7. Schlappohr
    Jun 06, 2018 @ 06:12:33

    Tägliches Gespräch bei der morgendlichen Terminvergabe: „Ich brauche dringend noch heute einen (Wunsch-)Termin für mein schwerkrankes Kind. Hat die gaaanze Nacht geweint!“
    „Kommen sie am besten gleich vorbei, es gerade nicht so voll.“
    „Nein, heute Vormittag geht es nicht, da ist mein Kind doch im Kindergarten/Schule …“

    Antwort

    • Rosalie
      Jun 06, 2018 @ 18:22:30

      Und wenn man dann als Klassenlehrer bei den Eltern anruft und erwartet, dass ein Kind mit offensichtlich Fieber und schlechtem Allgemeinzustand abgeholt werden soll, muss man sich anfauchen lassen, dass Mutti jetzt aber echt nicht nur deshalb zur Schule kommen könne… Schließlich muss sie sich um das kleine Geschwisterchen kümmern und die 2 km kann man auch auf keinen zu Fuß/mit dem Fahrrad/Taxi kommen, um das Kind abzuholen… Auto ist nicht da… grrrrr Wenn das so schwer ist, dann lass doch das arme kranke Kind zu Hause! Das kam schon krank zur Schule! Wir sind eine Bildungseinrichtung und kein Krankenhaus…
      (Wobei der Rettungsdienst und wir Lehrer schon witzeln, dass wir einfach einen kurzen Tunnel zum drei Straßen weiter gelegenen Krankenhaus graben lassen sollten und die verletzten und kranken Kinder dann gleich dahin schicken können, ohne einen Krankenwagen rufen zu müssen. (Nein, auch echt verletzte Kinder mit Verdacht auf Bruch werden ungern von den Zuhause sitzenden Muttis abgeholt. Wenn ich da möchte, dass das Kind einen Arzt sieht, muss ich echt den Krankenwagen rufen.)
      Liebe Eltern, wo ist nur das gesunde Bauchgefühl hin? Und warum mögen sich so viele Muttis nicht richtig um ihre Brut kümmern?

      Antwort

      • Julia
        Jun 06, 2018 @ 20:03:03

        Schön wäre, wenn du auch mal „Vatis“ geschrieben hättest.

        Antwort

        • Anonymous
          Jun 07, 2018 @ 09:50:33

          Ja, wäre schön. Da sie aber aus Erfahrung schreibt, kam da wohl kein Vati vor, der sie am Telefon angefaucht hätte oder zu Hause gesessen hätte.

          Muss man nicht mögen. Muss man aber auch nicht der Lehrerin vorwerfen, wenn die Eltern es so regeln.

          Anekdotisch: Hier hat der Papa die Kinder bei Meldung umstandslos von Kindergarten/Schule abgeholt. Die Mama auch. Böse Blicke an die Erzieher/Lehrer gibt es nur bei fragwürdigen und bisher nie vom Arzt bestätigten Diagnosen durch Erzieher/Lehrer wie „hat aber total die Bindehautentzündung und darf damit nicht […]“.

          Könnte aber auch damit zu tun haben, dass Mama und Papa relativ problemlos Homeoffice einschieben können.

        • Julia
          Jun 07, 2018 @ 17:16:23

          @Anonymous: Ich habe nicht vorgeworfen, ich habe angemerkt. Und wenn man von eigenen Erfahrungen spricht, sollte man das auch so sagen. Der letzte Satz („Liebe Eltern…. warum so viele Muttis…“) spricht halt nunmal die Allgemeinheit an (wie auch andere Sätze). Dass dann jemand darauf hinweist, dass es auch ein anderes Elternteil gibt, könnte man vermeiden, indem man sich entweder klarer ausdrückt, oder solche Allgemeinplätze vermeidet. Siehe dein „Anekdotisch“.

  8. Ulrike
    Jun 07, 2018 @ 17:21:56

    Ist es heute so üblich, dass fiebernde Kinder sofort fiebersenkende Medikamente bekommen, die sie dann aufdrehen lassen? Warum? Ich bin keine Medizinerin, aber ich denke, dass Fieber eine gesunde Reaktion ist, die dem Körper hilft, die Krankheit auszukurieren. Und auch die damit einhergehende Mattigkeit ist hilfreich, denn sie sorgt dafür, dass kranke Kinder da bleiben, wo sie hingehören: Im/Ins Bett!

    Aber dann kann man das kranke Kind natürlich nicht in die Kita oder in die Schule schicken. Auch irgendwie blöd …

    Kindheit in den 50er Jahren war nicht immer nur schön. Es ging autoritär zu, und wenn man nicht parierte, setzte es auch Schläge. Gut, dass das vorbei ist. Und trotzdem tun mir die gestressten Kinder und ihre gestressten Eltern heute oft sehr leid, und ich würde den Kleinen ein bisschen von der stressarmen, weitgehend unverplanten und behüteten Kindheit wünschen, die ich selbst erleben durfte.

    Antwort

  9. viola
    Jun 09, 2018 @ 08:31:47

    Hatte ich auch schon. Wenige Tage nach ambulanter OP mit Vollnarkose wurde gefragt ob Baden ok sei. Zwar erwachsen, aber trotzdem. Für krank oder schwach hat die Gesellschaft heute keine Zeit und kein Verständnis mehr. Schlimm. Nebenbei, OP war geplant, Patientin wurde aufgeklärt.

    Antwort

    • rayne
      Jun 09, 2018 @ 14:41:21

      Die Fragen hatte ich auch. Aber oftmals fragen uns die Patienten schon vor einer geplanten OP und zumindest bei sowas wie Metallentfernung hab ich auch volles Verständnis für die Frage, schließlich fühlt man sich davor und danach nicht krank. (Also hier nicht die in der modernen Gesellschaft keine Zeit für krank Argumentation.) Und je nachdem an welchem Körperteil die ME war, kann man schon grundsätzlich mit ins freibad. Die Wunde muss halt trocken bleiben, aber auch hier gibts ja Mittel und Wege.
      Aber ich gehe mal schwer davon aus, dass du mit deinem Kommentar keine geplante Metallentfernung meintest.

      Antwort

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