Mein Corona-Senf XI – Mehr Lockdown jetzt!

Das ist mir zu wenig.

Seit heute gilt die nächste Stufe des Lockdowns in Baden-Württemberg. Das Ländle geht damit (mit Sachsen) die etwas härtere Gangart zum bundesweiten Durchschnitt, vermutlich wird ja der Rest der Republik in den nächsten Tagen nachziehen.

Was gilt ab heute in BW?

Aber, ist das genug? Mir ist das zu wenig. Mir ist der Respekt vor der Vorweihnachtszeit suspekt. Alle Gegenargumente sind mir bewußt, die Wirtschaft liegt darnieder, die Wochen vor dem Fest sind die umsatzstärksten des Jahres usw. – aber: „Erledigung von Einkäufen“ bedeutet weiterhin Shoppen, Shoppen, Shoppen, oder etwa nicht? Die Einschränkung auf „vor 20 Uhr“ lässt uns in den Malls eher noch näher zusammenrücken. Die aktuellen Bilder der Innenstädte sprechen für sich. Wollen wir wirklich den Schnitt von „einem Covid-Toten alle 2,5 Minuten“ halten, nur um genug Päckchen unter den Weihnachtsbaum zu legen?

Seid Ihr denn alle Querdenker? Denkt vernünftig, denkt an Euch und Eure Liebsten, denkt vorsichtig und pessimistisch; Leichtsinnig und blauäugig lässt die Zahlen steigen. „Ich kriegs schon nicht“, „Ich pass schon auf“, „Die anderen sind ja die Dummen“ hilft nicht. Bleibt zuhause, geht nur für Lebensmittel in den Laden, beschränkt Euch dafür auf einmal pro Woche, möglichst zu „unüblichen“ Zeiten, also nicht z.B. am Samstag Vormittag. Tragt Masken und haltet Abstand, tauscht die Masken regelmäßig, wascht und trocknet sie ausreichend oder legt die OP-Masken oder FFP in den Backofen. Händewaschen. Lüften. Sprecht mit Euren Kindern und Jugendlichen, erzieht sie zur Vorsicht und zur Zuversicht, dass die Konsequenz des Handelns von heute die Freiheit von morgen ist (und das Überleben von Omma und Oppa).

Der Besuch von Schulen und Kindergärten bleibt weiterhin erlaubt. Hier gehen die Meinungen – wie natürlich bei allen Maßnahmen – völlig auseinander. Wer bei der ersten Welle noch vehement gegen die Schließungen der Betreuungs- und Lehreinrichtungen gewettert hat, fordert sie nun ein. Die Studienlage, ob Kinder das Virus innerhalb der Familie weitergeben, ist sehr dünn, sie infizieren sich aber sehr wohl. Die Feldstudie in der eigenen Praxis zeigt: Immer mehr Kindergarten- und Schulkinder sind positiv, meist infiziert durch ihre Eltern oder LehrerInnen bzw. ErzieherInnen, wir haben nun auch schon richtig Erkrankte dabei gehabt. Ein Vierzehnjähriger leidet seit drei Wochen, inzwischen voll im Post-Covid-Syndrom bei unverändert Geschmacks- und Geruchsverlust, wenig Belastbarkeit und Dauerkopfweh. Wenig für eine Einzelpraxis, hochgerechnet aber eine relevante Zahl. Jede/r, der/die eine Weiteröffnung der Schulen fordert, darf imaginieren, dieser Jugendliche sei der eigene.

Ich gehe mit der Kanzlerin: Man könnte gut die Schulen zum 16.12. schließen, Homeschooling oder Hausaufgaben für zwei Wochen funktionieren doch angeblich so gut in den Schulen. Ihr habt mir im vorletzten Posting ordentlich Gegenwind gegeben, dass die Schulen gar nicht so schlecht aufgestellt seien, ok. Bei Einzelbefragung (natürlich ohne den Anspruch auf Repräsentanz) in der Praxis wird aber weiter kräftig gestöhnt: Ohne Präsenzunterricht passiert nicht wirklich Sinnvolles. Ja, auch hier im Kinderdok-Haushalt müssen noch Klassenarbeiten geschrieben werden, ja, auch die Kinderdok-Kinder ruhen sich auf den Einschränkungen aus und sacken in der Schule ab. Aber ich habe lieber gesunde Kinder als Kinder, denen die entscheidenden sieben Bildungstage für das erste Schulhalbjahr gerettet werden. So toll wird deren Abitur eh nicht 😉

Noch ein paar Gedanken zum Abschluss:

  • Die Labore warnen davor, dass die Reagenzien für die PCR-Testungen demnächst ausgehen. Das passt auch zur Tendenz, mehr auf Schnelltests auf Antigen-Basis zu setzen (deren Ressourcen aber auch sehr eingeschränkt sind, wir konnten keine mehr bestellen). Dies wird neue Probleme mit sich bringen: Nach Drosten können Antigen-Schnelltests nur ein kleines Infektionsfenster abbilden („Bin ich heute nicht infektiös, um die Oma zu besuchen/arbeiten zu gehen“), sinnvoll sind sie zur Diagnosebestätigung nur bei gleichzeitig bestehenden Symptomen.
  • Die geplanten Impfungen (egal, wann sie kommen) werden zu Recht priorisiert, zuerst sind die „Alten“ dran, vielleicht das medizinische Personal, dann kommen alle anderen. Die Planungen sind in vollem Gange, in unserem Sprengel rechnet man mit 1500 Impfungen pro Tag, die ganze Woche, von 7-21 Uhr. Über 3000 ÄrztInnen und medizinisches Personal haben sich zur Mithilfe gemeldet. Damit schützen wir die Risiko-Patienten und die Menschen, die das Gesundheitssystem am Laufen halten. Für die erhoffte Herdenimmunität müssen wir aber in die „jüngeren Bereiche“ impfen, denn das sind die, die draußen rumlaufen. Das wird noch ein langer Weg.
  • Zahlen vom 12.12.: 28438 neue Fälle, 496 Verstorbene (11.12.: 29875 neue Fälle, 598 Verstorbene)

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29 Gedanken zu “Mein Corona-Senf XI – Mehr Lockdown jetzt!

  1. Mach doch mehr Lockdown! Hör auf zu arbeiten und schau wie du lebst! Vom hohen Ross kann man immer leicht fordern. Die Leute denen die Existenz wegbricht werden hier immer nur zu gerne übersehen.

    Wenn Omma und Oppa überleben wollen, sollen sie halt in Quarantäne gehen. Dann sind die Krankenhäuser frei und alle können halbwegs normal leben. Aber genau diese Gruppe nimmt das Virus am wenigsten ernst und das ganze Land geht in Geiselhaft für diese Idioten.

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    1. Ich lebe und arbeite in Sachsen. Die aktuelle Situation bei uns in den Krankenhäusern ist nicht mehr tragbar. Die Patienten dort sterben. Die alten und die Jungen. Es gibt nicht mehr genügend Platz.
      Es werden keine normalen Operationen mehr durchgeführt, weil in die OP-Säale COVID-Patienten gelegt werden.
      Die standardisierte Behandlung bei Herzinfarkten, bei der sonst die Patienten gute Chancen haben, schlagen fehl. Die Patienten sterben.
      COVID-Patienten, die austherapiert sind, werden zum sterben in Psychatrien verlegt um Platz zu schaffen.
      Schlaganfallpatienten werden ausgeflogen und dadurch zu spät behandelt.
      Auf den Normal-Stationen gibt es Anweisung Patienten bei Notfällen (egal ob Corona oder was normales) nicht zu reanimieren weil die Intensiv-Station voll ist.
      Und dabei haben wir noch lange nicht die Spitze des Eisberges erreicht. Auch wenn es jetzt sofort einen Lockdown gibt, werden die Patientenzahlen noch mindestens 2 Wochen weitersteigen.

      Und jetzt soll einer noch kommen weil er einen Unfall hat…. weil das Kind sich eventuell mit einer Tasse Tee verbrüht hat oder mit dem Laufrad gestürzt ist und ein Schädelhintrauma hat oder der Papa einen Herzinfarkt hat, oder….
      Leider geht Corona gerade alle an. Egal ob nur „ALTE“ sterben (und nichtmal das stimmt noch so….)
      Diese Entscheidung zum Lockdown ist den Politikern garantiert nicht leicht gefallen.

      Bei uns nimmt keiner Corona-wirklich ernst. Nicht die alten und nicht die jungen. Und hier gibt es viele junge Leute, die erkranken ordentlich.

      Wir haben hier auch immer mehr junge Patienten, die richtig krank sind. Hohes Fieber, Kopfschmerzen der übelsten Sorte. Geschmacksverlust auch noch nach 4 Wochen…. und da stellt sich dann auch die Frage der Eltern, ob das eigene Kind SPätfolgen haben wird und ob die neurologischen Ausfälle auch wieder weggehen. Da gibt es auch die 22-jährige Studentin, die mal eben durch Corona einen kleinen Schlaganfall (TIA) bekommt…

      COVID ist kein Spaß. COVID trifft nicht nur die Alten.

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      1. @Daniela
        An Neujahr werden sie kommen. Wie jedes Jahr.
        Man muss ja uuuunbedingt böllern. Passieren tut ja immer nur den anderen was…
        Wenn es zu einem Lockdown kommt dürften ja konsequenterweise keine Böller verkauft werden ? Wenn das wirklich so ist, dann wird sich wahrscheinlich halb Sachsen jenseits der Grenze eindecken.
        Und jetzt, da Ausgangssperre ist, werden bestimmt manche vom Balkon aus böllern,
        was die Gefahr auch nicht gerade geringer macht

        @Sternenkratzer
        Das ist traurig. Aber bitte nicht daraus schließen, dass es überall so sei.

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      2. Ich gebe meinem Vorkommentator recht. Ich arbeite in einem Krankenhaus in Süddeutschland in der Geriatrie. Durch Quarantäne und Personal, das auf Covid-Stationen abgezogen wurde, ist es an manchen Tagen unerträglich geworden. Ich habe dann keine Zeit für elementare Dinge wie Essen eingeben, die Leute umpositionieren, mobilisieren. So viele Stürze wie in diesen Horrortagen hatte ich noch nie. Die Leute sterben ohne Covid an den Folgen der Pandemie.

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        1. Ähm, wie bitte? Die Läden sollen offen bleiben?
          Das Wort „Lockdown“ soll jetzt mal.hart klingen, im Prinzip mach man aber nix, was einschneidend ist. Nächtliche Ausgangssperre ist im Winter ja wohl auch ein Witz.

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      3. Das ist schrecklich!
        Deshalb hätten schon viel früher Kontaktbeschränkungen intensiver kontrolliert werden müssen.
        Leider ist die Anzahl derer,die die ganze Situation zu sorglos sehen und Kontakbeschränkungen wenig einhalten, ist einfach noch zu hoch.

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      4. Hallo Daniela, danke für Deinen sehr eindrücklichen Kommentar! Ich lebe und arbeite auch in Sachsen und bin sehr froh, dass meine Kinder zu Hause bleiben ab morgen. Nachdem in ihrer Grundschule bereits die 5. Klasse am Freitag in Quarantäne ging und auch mein Sohn so schon 14 Tage in Quarantäne war, habe ich mich auch echt gefragt, warum machen wir uns etwas vor und handeln nicht? Bei jedem Rettungshubschrauber, der über unser Haus fliegt frage ich mich, was da für ein Schicksal dahinter steht… wir müssen wirklich auf uns alle aufpassen! Hoffentlich ziehen jetzt alle mit!

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    2. In unserer Nachbarschaft ist vorgestern ein Mann verstorben – aufgrund von Corona wurde eine für ihn wichtige Operation verschoben. Heute wäre er dran gewesen, für ihn war es jetzt leider zu spät. Es ist eben nicht nur Corona – sowas gehört auch dazu.

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    3. Es sind aber nicht nur Omma und Oppa sondern auch Leute die mit einem Spenderorgan leben (deren Immunsystem wird „heruntergefahren“ ). Und auch andere Krankheiten. Sollen alle in Quarantäne ?
      Ausserdem können auch junge Leute betroffen sein, ein Fall wird hier ja beschrieben.

      Ich gebe zu, ich war gegen die Schließung der Gaststätten. Aber jetzt…

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    4. Wieso sitzt der Kinderdok auf einem „hohen Ross“???? Er hat einen krisensicheren Job, aber keinen infektionssicheren! Er setzt sich der Infektiosgefahr aus für die Gesundheitsversorgung der Kinder, er als Fachmann berichtet hier über die aktuelle Situation, um seine Leser zu warnen.
      Und welche Qualifikation haben Sie so, um hier so hart zu urteilen?

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  2. Freitag haben wir erfahren das jetzt meine Klasse 9 in der ich Klassenlehrer bin in den Distanzunterricht geht, nach einem katastrophalen Schuljehr, in meiner Klasse haben sich 4 Schüler infiziert und deren Familien angesteckt, im Kollegium hat es 3 erwischt, eigentlich war immer irgendeine Klasse in Quarantäne meine Koklassenlehrerin 2 mal weil in der kita ihres Sohnes Corona ausgebrochen war.
    Auch in der Kita von meinem Kleinen ist in zwei Gruppen Corona ausgebrochen. Ab Montag bringe ich ihn nicht mehr hin und gehe dann für 4 Wochen auf Tauchstation. Der Lockdown jedenfalls kommt viel zu spät. Mittwoch lass ich mich noch mal testen und dann hoffe ich einigermaßen gesund ins neue jahr zu kommen.
    Übrigens für alle die die Schule für das wichtigste halten: Einer meiner Schüler hatte echt eine üble Zeit, Vater im Krankenhaus, Mutter übelst krank zu Hause, das ist für einen 15jährigen schlimmer als ein verlorenes Schuljahr. Zum Glück ist das ganze noch mal gut ausgegangen.Alle wieder gesund.

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      1. Leid gegeneinander abzuwägen ist nachgradezu schwachsinnig. Wie stellen sie sich das vor wollen sie eine Waage aufstellen. Ob wir ALLE riesengroße Opfer bringen sollten um einem einzigen Schüler zu ersparen seinen Elternteil nicht beim sterben zuzusehen? (Mein Schüler hat ja einfach nur Glück gehabt). Die Antwort ist übrigens: Ja das sollten wir. Ihre Antwort ist vermutlich anders und wahrscheinlich halten sie sich für einen Realisten. Sind sie aber nicht sie sind einfach ein schlechter Mensch.

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        1. Was für ein unglaublicher Schwachsinn! Wie viele Leute sollen in den Ruin oder den Selbstmord getrieben werden, damit dieser eine Schüler nicht erleben muss, wie seine Eltern krank werden und dann wieder gesund? Wie viele für die anderen im Schnitt 83-jährigen Patienten?

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    1. Johannes, Sie sind doch bitte nicht ernsthaft Lehrer? Wenn ja, sollten Sie dringend einen Kurs in Kommasetzung und Rechtschreibung belegen, bevor Sie Kinder beurteilen. Ansonsten freue ich mich allerdings über Ihre Empathie, die ich leider auch bei Ihren Kolleginnen und Kollegen häufig vermissen durfte.

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  3. Bei uns wurde die Schulenschließung zeitig genug angekündigt, so dass die Lehrer Zeit hatten, Dinge vorzubereiten.
    K1 (6. Klasse/ Gymnasium): es gab einen Stapel Arbeitsaufgaben für fast jedes Fach für die beiden ausfallenden Wochen. Manche Fächer kommen gerade noch digital nach. Größtenteils handelt es sich hier um neu zu erarbeitende Dinge. K1 wird wohl jeden Tag 5 bis 7 Stunden zu tun haben;
    K2 (2. Klasse Grundschule): Aufgaben wurden am Freitag mitgegeben. Hier handelt es sich um Aufgaben zum Wiederholen und Festigen. Ich denke im Umfang wird K2 jeden Tag eine Stunde zu tun haben. Hier kommen aber nach dem Wochenende nochmal 3 Arbeitsblätter per Mail nach.

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  4. Eine Story aus dem Leben,
    Meine Tante ist 90 Jahre und lebt in einem betreuten Wohnheim in Süddeutschland
    Kostet dort 2900, – Euro monatlich- Essensbudget ist 3,80 am Tag- also nur Nudeln und Streichkäse.Sie mag es nicht- kocht manchmal selbst oder lässt sich Essen bringen- was jetzt auch verboten ist.
    Sie ist herzkrank- hat Diabetes- schon 4 Schlaganfälle hinter sich- ist gehbehindert trotz zweier neuer Hüftgelenke.
    Letzte Woche ist sie auf dem Weg zum WC umgekippt- lag da über ne Stunde- wurde wider wach und hat den Notknopf gedrückt.
    Eine Altenpflegerin erschien- war aber körperlich nicht in der Lage sie zurück ins Bett zu bringen- sie holte eine zweite Kraft- das gelang dann.
    Sie lag dann ohne Hilfe im Bett bis nach Stunden erneut nach ihr geschaut wurde- sie hatte Durst- sie bekam Wasser.
    Am nächsten Tag ging es ihr besser.
    Als sich heraustellte das im Heim Covid ausgebrochen war- wurde verboten zum Essen zu gehen- es wurden die Tablets vor die Zimmer gestellt.
    5 der alten Bewohner wurden postiv getestet- 2 starben- (über 80) 3 hatten milde Symphtome und haben nach 10 Tagen Quarantäne einen negativ Test gehabt- also überlebt.
    Jederzeit darf man meine Tante besuchen- was ich auch tue- sie ist sehr einsam und darf das Haus nicht verlassen.
    Ich bin sehr traurig was dort geschieht- wird es mir im Alter besser oder schlechter gehen ?
    Als ich mich verabschiedete nahm sie mich in den Arm und sagte:

    „Ich lasse mich nicht impfen- meine Zeit ist um-ich möchte gehen dürfen.“
    „Aber, sagte sie, „ihr Jungen werdet die Folgen noch lange spüren – nach dem Krieg haben wir das alles hier aufgebaut- aber jetzt ist es schlimmer- der Feind ist unter uns und wird nicht mehr gehen“
    Ich habe sie geküsst, geweint, und werde sie Weihnachten wider besuchen- sie hat sonst niemand mehr.
    Herr Spahn- sorgen sie für bessere Zustände in den Altenheimen !

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    1. Ich habe vor allem im Frühling – als es ja ganz verboten war, die Leute in den Altenheimen zu besuchen – oft gedacht, bei wievielen Leuten kommen die Angehörigen und machen kleine (oder auch größere) Handreichungen, weil das Personal überlastet ist. DAVON hat niemand geredet.

      Lese ich das richtig: das Haus verlassen ist den alten Leutchen auch nicht erlaubt ? Das finde ich auch nicht ok – ein Spaziergang oder Ausflug mit Angehörigen muss erlaubt sein dürfen! (Zumindest nächstes Jahr wieder)

      Allerdings – ich hoffe, deine Tante hat eine Patientenverfügung.

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  5. Läuft doch ganz gut in den Schulen?
    War doch so ungefähr der Wortlaut aus einem der letzten Posts?
    Und jetzt Forderungen Schulen zu?
    Hmmmm….krasse Meinungsänderung.

    Situation in einer von vielen Schulen:

    Für Klasse 1 bis 7 ist nächste Woche Präsenzunterricht freiwillig,die die Zuhause bleiben, müssen digital versorgt werden.
    Da in unserem Einzugsbereich kaum ein Haushalt über PC und Drucker bzw verlässlich Internet verfügt:
    Es werden die meisten Kinder kommen.
    Das Infektionsrisiko wird nicht sinken.
    Die, die ihre Kinder Zuhause lassen, werden kommen und Material holen.
    Bedeutet für uns als Schule: noch mehr Kontakte. Oder Abholsystem ohne Kontakt….
    Muss auch organisiert werden.
    ich soll als Lehrkraft kein Kind auf dem Bildungsweg verlieren und allen gleiche Chancen einräumen…..
    Noch gilt auch im Ausnahmejahr einer Pandemie mit vielen Einschränkungen „Bewertung wie immer“. Die Diskrepanz zwischen Vorgaben der Bildungsminister und dem, wie die Situation in der Schule und den Familien ist, ist riesig. Und wir Lehrkräfte werden dazu nicht gehört und um eine Einschätzung und Lösungsideen befragt.
    Dabei sind wir doch an der Basis!
    Es ist die Quadratur des Kreises.
    wir haben außer Desinfektionsmittel und Lüften in den Klassen keinen Schutz. Ja,Schüler tragen Masken – die mehr oder weniger gut passen und gesäubert werden….
    wir Lehrkräfte warten immer noch auf Schutzmasken vom Dienstherren….
    im Falle eines erneuten Lockdowns wird mindestens 1 Kind meiner Klasse einer häuslichern Sitzatiin ausgesetzt sein, die eine akute seelische Gefährdung bedeutet. 24 Stunden am Tag ohne Pause in der Schule….

    Ich möchte derzeit kein Politiker sein.
    Die Situation ist wirklich komplex.
    Bei allem Infektionsschutz muss mal überlegt werden,ob nicht Druck aus den Schulen genommen werden kann,in dem endlich öffentlich gesagt wird,dass eigentlich bei all den notwenigen Einschränkungen eine „Regelbwertung“ gar nicht erfolgen kann.
    Und es muss weiter verlässlich für Kinder in präkeren Situationen Unterstützung da sein.

    Dabei helfen,das all das irgendwie nicht total aus dem Ruder läuft kann jeder:
    Bleibt endlich ALLE konsequent Zuhause!!!

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    1. Und wenn „wir“ alle „endlich konsequent zuhause bleiben“, wer macht dann die Arbeit? Wer kassiert im Supermarkt? Wer bringt Lebensmittel? Wer holt den Müll ab? Wer putzt/reinigt/kocht/pflegt, etc? Wer bedient wichtige Infrastruktur (Kraftwerke, Klärwerke, etc.)? Es kann nicht jeder von zuhause arbeiten und nicht jeder kann im Beruf Kontakte vermeiden. Es ist aber schön, dass man die Lehrer immer am lautesten rufen hört, dass sie Angst vor Ansteckung haben. Dass es Eltern „hinter“ diesen Kindern gibt, die (auch) teils für die Gesellschaft (s.o.), teils für das eigene finanzielle Überleben außer Haus und ohne ein Kind beschulen oder betreuen zu müssen, arbeiten MÜSSEN, scheint irgendwie außerhalb dieser filter bubble nicht stattzufinden. Da hilft es auch ungemein, wenn von „zusätzlichen bezahlten Urlaubstagen“ und „sicherlich Notbetreuung“ schwadroniert wird, aber das wie üblich zeitnah nicht geregelt wird. Die Novemberhilfen lassen grüßen.

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  6. Das ist eben die große Frage, ob jetzt eine kurze gemeinsame Anstrengung nötig ist um danach die alte Freiheit wieder zu haben. Wann ist danach und welche alte Freiheit- vielleicht gibt es das nie wieder. Ja, es gibt unvernünftige Menschen und es gibt auch Kranke. Aber dafür ein ganzes Land flach legen, tut mir leid, viele können nicht mehr.

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  7. Heute irgendwo in Deutschland:
    Kinder sollen Zuhause bleiben und Kontakte beschränken.
    Das ist nicht schön und macht keinen Spaß. Habe selber Kinder….
    Viele waren dann auch nicht in der Schule – dafür aber am Schulvormittag einkaufen. Ganze Familien….Es war rappelvoll…..bei Rossmann, nebenan bei Aldi,…..,..konnte ich live erleben, während ich zwischen zwei Unterrichtsstunden kinderfrei zum Einkauf einiger wichtiger Dinge los wollte.
    Danke, ich gehe später….
    Und ich meine hier nicht die Mutter oder den Vater mit einem Kindergartenkind oder Säugling, sondern Familien mit zwei Erwachsenen und mit Kindern ab 8 Jahren aufwärts….

    Diese Nicht-Konsequenz meine ich, liebe „Ich“
    Dann können auch alle in der Schule sein.
    Dort ist es dann wahrscheinlich sicherer , da Lüften und Desinfizieren verlässlich gemacht wird.
    Diese Inkonsequenz ärgert mich und ist tragisch für die, die nicht Zuhause bleiben können.
    Denn diese führt dazu, dass man sich ohne jeglichen wirklichen Schutz in der Schule mit 27 Kindern im Raum nicht wirklich wohl fühlt…..unsere Nachbarschue hat nicht umsonst einen massiven Coronaausbruch.
    Ich bin trotzdem jeden Tag in der schule – wandere durch die Klassen und führe auch noch Gespräche mit Amt und Co – in der Schule….um Kindern ein sicheres Zuhause zu ermöglichen.

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    1. Du hast einen Vierzehnjährigen der seit drei Wochen keinen Geschmackssinn hat und dem es schlecht geht…..
      So geht’s mir mein ganzes Leben lang mindestens ein Mal im Jahr (fehlender Geschmackssinn ist echt nervig, hab ich halt bei jeder Erkältung).
      Ich finde es krass wie sehr ihr ihr Mediziner sogar bei dem Witz mitmacht.
      Da ist halt der Allgemeinmediziner der Meinung dass er ja kein Virologe ist, und beide sind keine Epidemiologen denen sowieso keiner zuhört.

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        1. Ne, das ist durchaus möglich. Wegen eines starken Heuschnupfens im Frühjahr habe ich auch einige Wochen im Jahr kaum bis gar keinen Geruchssinn und damit auch einen stark eingeschränkten Geschmacksinn. Da ich dazu noch Nasenpolypen habe, kann es sein, dass ich auch in anderen Wochen im Jahr damit Probleme haben. Das ist nicht einmal besonders ungewöhnlich.

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  8. Ohne dem Tenor des Artikels ansonsten widersprechen zu wollen (ich hab keine Lust, die Corona-Toten zu beerdigen und ihre Hinterbliebenen zu betreuen; ich kann mir weitaus Schöneres vorstellen. Wir wissen hier in Frankreich, was Lockdown bedeutet – euch geht’s dagegen blendend, oder müßt ihr einen Zettel für jedes Verlassen des Hauses ausstellen und dürft in summa nur eine Stunde am Tag raus, selbst zum Gassigehen? Also bitte, seid vernünftig, macht es jetzt drei oder vier Wochen lang richtig, und dann können alle aufatmen und hoffen, im Sommer wieder feiern zu können!):

    „Wenig für eine Einzelpraxis, hochgerechnet aber eine relevante Zahl.“ Solche statistischen Hütchenspiele machen die Argumentation nicht stärker, sondern schwächer. Als bei uns im Dorf die Infektionsquote auf über 1000/100.000 gestiegen ist (das gibt 1%!), war das realistisch betrachtet nur eine Familie mit vier Personen, die infiziert war. (Sie sind alle vier inzwischen wieder auf dem Damm.) Wir haben eben nur 350 Einwohner. Meine Frage ans Gesundheitsamt, wie man bei 350 Einwohnern auf eine Infektionsquote von 20-50/100.000 kommen kann, wurde binnen sechs Wochen nicht beantwortet. Vermutlich haben sie irgendwo einen verlorenen Fuß oder Arm gefunden?

    Wichtiger als statistische Mätzchen ist die Information: niemand ist vor der Krankheit sicher. Weder des Alters wegen noch aus anderen Gründen. (Vom Mann im Mond mal abgesehen; bei dem ist schon länger kein Erdling vorbeigekommen.) Niemand.

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