regenmänner

ich kenne sie schon reichlich lange, das erste mal kam sie, glaube ich, mit den zwillingen zur u4 bei mir vorbei. damals erzählte sie bereits, das sie allein erziehend sei. der vater habe sich kurz nach der geburt aus dem staub gemacht. sprach sie mit dem gebrochenen russischem akzent. wenigstens hatte sie hilfe von ihrer mutter, die auch hier in der nähe wohnte. alleinerziehend ist immer schwierig. mit zwillingen hoch drei. als vor einem jahr nach deutschland gekommen, frisch verliebt und dann geschwängert noch erst recht.

die kinder haben sich ganz gut gemacht. im ersten jahr die normalen fortschritte, sitzen, laufen, essen. gestört hat die mutter immer nur, dass nach den ersten brabbelversuchen und mamama und dadada mit einem jahr die sprache ins stocken geriet. wir haben uns beide mit der zweisprachigkeit beruhigt. oma kann nur russisch, spricht das mit den kleinen und die mama – auch wenn ihr deutsch besser wurde – wollte ihnen nicht ihr gebrochen deutsch antun. also russisch.

bei der zwei-jahres-untersuchung waren die entschuldigungen dann vorbei. die zwillinge sprachen kaum ein echtes wort. in der summe kam der eine auf vielleicht zehn worte, der andere auf ein oder zwei mehr. jungs eben. wir konnten sicher sein, dass beide hören. das war nicht das problem. die mutter hatte auch gute ideen, die kinder in ihrer sprache zu fördern. und trotzdem passierte nicht viel. dazu kam, dass der eine den anderen immer in seiner zickigkeit ansteckte. brüllte der eine, tobte der andere. wenn sie mich sahen, war der ofen meist sofort aus. aber nicht nur bei mir. auch bei anderen fremden neben der mutter.

dann kam der kinderhort. mama musste wieder arbeiten. zwei kinder, oma selbst am arbeiten. und die mutter auch. und die kinder den halben tag in die betreuung. sehr schnell kam die negative rückmeldung: die zwillinge würden nur zusammenhängen, wer den einen anfasst, bekommt von dem anderen eine gehauen. freunde bekamen sie so zusammen keine. aber auch nicht alleine. war die mutter mit einem von beiden alleine auf dem spielplatz,  gelang es diesem, für kurze minuten ein normales spiel zu beginnen, aber meist endete es in hauen, beißen, kneifen. die mama gab sich die schuld. erziehungsfehler meinten die anderen. also meinte sie das auch.

die sprache wurde nicht besser. aber sonst war die körperliche und motorische entwicklung der zwei recht gut. zügiges trockenwerden – klassisch slawisch – auch selber essen, sogar anziehen habe funktioniert. also mussten wir einen weiteren schritt tun. da die sprachentwicklung so gehemmt war, die mutter aber vor allem russisch spricht, mussten andere konzepte her. ich schickte die kinder ins sozialpädiatische zentrum (spz) der nächsten großstadt.

und dann habe ich lange nichts mehr gehört.

die vorsorge zum dritten lebensjahr hat die mutter nicht wahrgenommen – vergessen? – sich geschämt? – zu sehr eingespannt mit kindern und beruf? – erst letzte woche kam sie wieder mit beiden zur u8 — zur untersuchung mit vier. inzwischen hatte ich aber auch schon die briefe aus dem spz erhalten. meine helferinnen verzweifelten an den beiden jungs. kein hörtest war möglich, kein sehtest, keine einfachen motorischen aufgaben. die sprache sei besser – aber bei mir echolalierten sie nur meine fragen: „schau mal, was ist das da?“ – zeigte ich auf ein haus. „das da!“ sagte der zwilling. nächster versuch von mir „kletter mal da die leiter hoch.“ – „leiter hoch!“ vom zwilling. ohne bewegung. und dergleichen mehr.

zwei nette burschen. sehr ängstlich. sehr abwehrig. man darf sich ihnen nur ganz vorsichtig nähern. schnell gehen die hände wie in abwehr gegen das harmlose stethoskop nach oben. oder gegen den weichen ball oder die bunten klötzchen bei der vorsorge. sie besuchen aber inzwischen den regelkindergarten mit integrationshilfe.

die mutter war mit der diagnose nicht zufrieden, die das spz gestellt hat. sie möchte noch eine zweite meinung. wird sie jetzt auch noch woanders und bestimmt gesichert bekommen. aber es wird sich nichts daran ändern – laut den kollegen im sozialpädiatrischen zentrums haben die zwillinge mit der alleinerziehenden mama „eine tiefgreifende entwicklungsstörung unklarer genese mit deutlichen hinweisen auf autismus.“ die mutter ist vierundzwanzig. und eben alleine.

44 Antworten auf „regenmänner“

  1. uff.
    Ich weiss schon, warum ich ungern zu solchen Themen die Kommentare anderer lese.
    Zunächst ist Autismus eine tiefgreifende Entwicklungsstörung und keine Krankheit. Sie wird offiziell der seelischen Behinderung zugeordnet und man wird damit geboren. Soviel zur Theorie der sogenannten Kühlschrankmütter. Kinder die misshandelt oder geschlagen werden, weisen sicher auch Auffälligkeuten auf, das ist aber kein Autismus. Ausser sie werden auf Grund ihres Autismusses und Überforderung seitens der Eltern misshandelt.
    Auch das Kinder so früh nicht diagnostiziert werden können, ist Unsinn.
    Zur Genetik: laut den neuesten Studien, hat Autismus genetische Ursachen. Das ist weder ein schönreden oder leicht machen, sondern Fakt. Auch das vermehrt Autismus in einer Familie vorkommen kann spricht dafür. Ich selber bin Asperger-Autistin und meine beiden Söhne sind Hochfunktionale Autisten (frühkindlich).
    Ich empfehle immer bei Interesse, sich doch mal über Autismus richtig zu informieren. Und damit meine ich sicher nicht diese Unzähligen Artikel mit den waghalsigsten Theorien. Mit den Jahren hat sich eine Community entwickelt über Angehörige, hochfunktionale Autisten und Asperger Autisten. Viele schreiben Blogs und versuchen gegen das falsche Bild, das nach wie vor zum Thema Autismus herrscht, anzugehen.
    Was ich hier an Theorien und Annahmen lesen musste, ist mal wieder haarsträubend.

  2. hallo kinderdoc, kannst du bitte mal, wie oben schon mal gefragt wurde, erläutern, warum es typisch slawisch ist, daß ein kind recht früh ‚trocken‘ wird? 🙂 danke!

    @Sandra
    ganz genau! 😀

  3. Ich weiß wirklich nicht, was es an meiner Position herumzudiskutieren gibt. Ich erhebe ja keine Absolutheitsansprüche.
    Ich denke, solche Pannen sind in unter so lchen Bedingungen so multifaktoriell, dass man keine vernünftige Aussagen dazu machen kann, – aus der Ferne schon gar nicht. Meine Position ist bloß – egal ob bei Kindern, bei der Ernährung oder anderen Lebensbereichen – erstmal das Einfachste und gleichzeitig Obtimalste zu tun: maximal artgerecht und naturrichtig zu leben. Ich weiß, dass damit eine Vielzahl von Problemen sofort wegfällt.
    Am verbleibenden Rest können all die Doc’s und Wissenschafter dann gern zeigen, was sie wirklich draufhaben.
    Aber mit akademischem Wissen auf Leute ‚loszugehen‘ denen bloß der tägliche Apfel oder die Mutterliebe fehlt ist doch ver-rückt!

  4. @payoli
    Autismus hat nichts mit fehlender Mutterliebe zu tun, das ist eine altertümliche Ansicht, als die Ärzte sich nicht erklären konnten, was die Ursache ist.
    Heutzutage glaubt man an genetische Ursachen.
    Das Buch suche ich nächste Woche mal in der Bibliothek raus. Ich bezweifle, dass es Dir irgendwie helfen könnte in Deinen festgefahrenen Ansichten. Aber vielleicht interessiert es Andere.
    @Abmahner
    Und Kinder mit Autismus gibt es in allen Gesellschaftsschichten.
    sg

  5. Hm.. ich bin kein Psychater, hab jedoch eine medizinische Vorausbildung und längere Zeit in einem Unternehmen das „hilft“ mit vielen SozPäds zusammen gearbeitet….
    …und ich will payoli hier jetzt auch nicht recht geben, weil ich viele Einträge von ihm auch grenzwertig finde (einige aber auch gut).

    Geistige Retardierung und autistische Verhaltensweisen habe ich auf immer gehäuft bei Familien gesehen, die ihre Kinder verwarlosen lassen.
    Ich habe zig Berichte vom Jugendamt gelesen über Familien mit mehreren Kindern. Und zufällig sind alle Kinder dieser Familie geistig zurück geblieben. Es ist schriftlich niedergelegt das die Familien ihre Kinder schlagen, einsperren und schlimmeres.
    Und „zusätzlich“ kommt noch die Belastung der geistigen Behinderung dazu. Auch die Pädagogen wissen sehr wohl Ursache und Resultat voneinander zu trennen, sagen es aber nicht.

  6. Vor längerer Zeit hatte ich mal Buch gelesen über eine Familie mit 2 autistischen Kindern von einer amerikanischen Autorin. Bei den Kindern wurde es auch mit ca. 3 oder 4 Jahren richtig diagnostiziert. Die Eltern haben auch selbst nachgeforscht, wo es dazu Hilfe geben kann. Und haben es mit intensiver Betreuung, Verhaltens-, Spiel- und Sprachtherapie fast rund um die Uhr, bis zum Einschulalter so kompensieren können, dass es kaum noch anmerkbar war für Außenstehende. Gelingt allerdings nicht in jedem Fall, muß frühzeitig beginnen mit viel Energie, Nerven und Liebe.

    1. Danke für den Hinweis!
      Vielleicht fällt Dir ja auch noch der Titel von dem Buch ein …
      Bloß, dass das was Du mit ‚intensiver Betreuung‘ meinst für mich ‚artgerecht‘ heißt. Das beginnt schon damit, dass jeder kleine Affe 24 Stunden am Tag den Körperkontakt zu seiner Mutter hat, während unsere ‚Würmchen‘ allein in ihren Gitter(!)bettchen liegen müssen, obwohl jedermensch der sehen kann, sehen müsste, dass sie noch dieselben Nähe- Bedürfnisse haben, wie ihre behaarten Kollegen.

  7. Wobei ich so von außen sagen muss: „nur“ wegen der späten Sprache und dem Zusammenhängen kam mir das noch nicht ungewöhnlich vor für Zwillinge. Ich habe Zwillinge in der Familie, die auch erst sehr spät (> 2 Jahre) die ersten Worte überhaupt gesprochen hatten und sehr eng zusammen hingen und hängen. Die Ärzte meinten wohl, das sei bei Zwillingen gelegentlich so, weil die beiden eben gut miteinander auskommen und kommunizieren können und sozusagen den Rest der Welt nicht so dringend brauchen. Mittlerweile sind sie zwei Jahre älter und haben fast alles aufgeholt. Aber das nur nebenbei, ich kenne die hier ja nicht, so eine Diagnose wird ja (hoffentlich) nicht umsonst gestellt.

  8. Mir tut die Frau sehr leid und ich hoffe, sie bekommt wirkliche Hilfe. Alleinstehend in einem fremden Land, der Sprache nicht ganz mächtig und dann 2 kleine Kinder mit so einer potentiellen Diagnose – das ist hart. Auch wenn die großfamiliären Strukturen noch weitestgehend intakt sein mögen (Großeltern, evtl. Onkel und Tanten), steht sie doch hauptsächlich allein da.

    @kinderdoc: ich wär für ein Trollverbot 😉 das pseudowissenschaftliche Gefasel geht einem a) auf die Ketten und b) müllt den Blog zu..

    @Payoli: In Bio wieder mal geschwänzt, setzen, Sechs minus. Den Rest verkneif ich mir, das wird nicht nett.

  9. Erstaunlich viele, die meinen das „Paradise“ gefunden zu haben legen im Leben einen erstaunlich wadenbeisserischen Missionarseifer an den Tag …

  10. @payoli:
    Wenn die Kinder Autismus haben, sind deren Leben nicht verpfuscht, sondern anders. Außerdem kann die Diagnose Autismus in diesem Alter nur vermutet werden (zumal sie ja jeden Test verweigern) und dann entsprechend mit ihnen gearbeitet werden. Ebenso kann eine (zusätzliche) geistige Behinderung nicht ausgeschlossen werden. Erst mit zunehmendem Alter wird die Diagnose gesichert. Der Mutter, der Gesellschaft und dem lieben Gott kann man keinen, nicht den geringsten Vorwurf machen.
    Wer das nicht akzeptieren kann, sollte lieber an sich selbst arbeiten. Denn mit diesen Schicksalsschlägen müssen Menschen nun mal leben. Eine Alternative dazu hatten wir schon mal – und keiner will diese Zeiten zurück.

    1. Nein, Autismus kann in dem Alter durchaus schon diagnostiziert werden. Und wird bei den Betroffenen mit normaler Intelligenz oft sehr spät diagnostiziert.

      Hinweise: http://www.autismus-langen.de/fachkundige/Autismus%20Chekliste%204.pdf

      Und es ist sicher sinnvoll, wenn vom SPZ ein deutlicher Verdacht ausgesprochen wurde, zu gucken, ob nicht eine klare Diagnose zu bekommen ist (beispielsweise in ATZs) – Autismus ist nicht heilbar, aber mit Diagnose gibt es doch Hilfestellungen (Eingliederungshilfe! – wenn man einen Schwerbehindertenausweis beantragt, auch Verhinderungspflege), Therapiemöglichkeiten, Ansprechpartner…

  11. Das ist natürlich das Einfachste, zu sagen, das ist Autismus und der ist angeboren und die Mutter tut eh was sie kann und der payoli ist ein Weiß-ich-was.
    Mir geht es um die Kinder, um deren verpfuschte Leben und darum aufzuzeigen, dass deren Aufwachsen nicht bloß ein bisserl neben der Norm lief, sondern massivst unartgerecht, und zweifellos Mitursache dieser Situation, ist.
    Für mich sind solche Beiträge eine Möglichkeit unser Verhalten zu reflektieren und allgemeine Missstände aufzuzeigen und ev. etwas in dieser Richtung zu bewegen und nicht kindisch Einzelne mieszumachen.

    1. @Payoli: Soweit ich informiert bin ist Autismus eine angeborene Störung, eine genetische Störung, um genau zu sein. Inwieweit die Reflexion des eigenen Verhaltens (oder von mir auch des Verhaltens der Mutter) daran etwas ändern könnte, erschließt sich mir nicht.
      Und zum „Aufwachsen in der Norm bzw. neben der Norm“… entschuldige, wo ist denn die Norm? Die „Norm“ ist ja heutzutage wohl kaum mehr die Konstellation „Vater, Mutter, Kind“, die Familienformen sind vielfältig und als solche noch lange keine Garantie für ein gesundes glückliches Aufwachsen.
      Dass eine alleinerziehende Mutter arbeiten muss, führt sicher nicht zum Autismus beim Kind.

      1. Ja, hab ich eh schon geschrieben, sich auf die Genetik auszureden ist natürlich einfach. Doch selbst Craig Venter, der Mensch, der als erster das menschliche Erbgut entschlüsselt hat, sagt mittlerweile ‚Sie haben Ihre Gene selbst in der Hand‘.
        Dass es den Zustand nach dem wir alle noch ein Ur- Bedürfnis in uns haben nicht mehr gibt weiß ich auch. Doch mein Ansatz ist, darauf hinzuweisen und in wieder zurückzugewinnen, was meine Seminarteilnehmer und ich sehr erfolgreich tun.

        1. Die Diskussion „Gene“ oder „Sozialisation“ ist alt und meines Wissens nicht abschließend geklärt. Dass es Lebensbereiche bzw. Krankheiten gibt, die sich des Einflusses der Sozialisation entziehen mag dem einen oder anderen nicht gefallen, ändert aber an der Tatsache nichts.
          Nicht das „Herausreden“ mit Hinweis auf die Genetik ist einfach, sondern die Idee, der Mensch könne alles beeinflussen, sei es durch Rohkost oder was auch immer, ist mir dann doch zu simpel. „Man muss nur wollen!“, „Jeder der Arbeit will, findet Arbeit!“, „Die alleinerziehende Mutter ist schuld am Autismus der Kinder!“, DAS ist nicht nur zu einfach, sondern schlicht nicht zutreffend und redet Leuten mit schwerem Schicksal zudem noch Schuldgefühle ein, na prima…. Nicht die Diskussion über vermeintliche URSACHEN hilft in solchen Fällen, sondern konkrete Hilfe, um die schwierige Situation zu bewältigen.

    2. Rohkost-Propheten haben alle einen Kontrollzwang und können nicht akzeptieren, dass es sowas wie angeborene Krankheiten gibt, also etwas, was ausserhalb der eigenen Kontrolle liegt. Daraus folgt dann immer „Argumentation“ nach dem Schema, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Oder, dass, was natürlich ist, gut sei und deswegen im (ex falso quod libet) Umkehrschluss alles was schlecht ist, auch irgendwie unnatürlich sein muss. So weit, so langweilig. Gähn.

      1. Rohkost ist genau EINES meiner 4 essentiellen Thermen!
        Und ‚Kontrollzwang‘ … naja …
        Wir wissen es einfach, weil wir den Unterschied kennen. Denn wo Du bist waren wir schon mal und kommen dahin sicher nicht mehr zurück 😉
        Gegen Dein Gähnen: Iss mal was G’scheids 🙂

    3. payoli, Du bist und bleibst ein Troll, anders kann man das leider nicht mehr sagen. Was bitte meinst du denn mit „unartgerecht“ (in dt. Sprache heisst wenn dann sowieso „nicht artgerecht“)? Das sind Kinder und keine Haustiere. Die Ursachen für Autismus mögen noch nicht vollständig geklärt sein. Aber was geklärt ist, dass Autismus nicht durch Erziehungsfehler (und auch nicht durch MMR-Impfungen, falls das noch jemand erwähnen will) verursacht wird.

      Es gibt die These, dass Autismus genauso wie ADHS einfach eine Variante im menschlichen Seelenleben ist, was in beiden Fällen aber im Sozialleben Probleme macht. Die Antwort darauf ist aber sicher nicht, der Mutter vorzuwerfen, dass sie alleinerziehend und arbeiten geht. Die Antwort darauf ist adäquate Hilfe für die Familie, damit a) die Mutter entlastet wird und b) die Kinder auch die Chance haben sich weiter zu entwickeln im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

      Rohkost und deine anderen drei Themen sind jedenfalls nicht die Antwort. Das ist einfach nur esoterischer Quark (ja ich kenne dein Homepage und halte das meiste dort für Blödsinn).

  12. Für die Mutter isses natürlich übel, gleich zwei Autismus-Kinder zu haben. Für die Jungs ist es gut, die Mutter kümmert sich ja offenbar so gut es geht um die beiden.

  13. Wie furchtbar! Die Frau braucht alle Kraft der Welt und jede Hilfe, die sie bekommen kann. Das wünsche ich mir sehr. Wirklich schlimm, dass man das auch erst jetzt so diagnostizieren konnte. In einem anderen – geregelterem – Umfeld ohne diese Sprachbarriere wäre das schon früher aufgefallen, nehme ich an. Oder?

    Zumal mich das Verhalten der Kinder sehr an 2 russische Jungs in meiner damaligen KiGa-Gruppe erinnert. Beide Kinder russischer Offiziere. Die beiden sprachen kein Wort deutsch, sollten sie wohl – von den Eltern aus – auch nicht. Verweigerten jeden spielerischen Kontakt zu uns deutschen Kindern, verweigerten auch die Beschäftigungsversuche der Erzieherinnen. Dafür gingen sie aber – aus verständlichem Frust – unmotiviert auf sie/uns los. Ich war eins der Lieblingsopfer, weil ich mir das gefallen ließ. Meine Mutter erzählt immer, dass mir (4 Jahre alt damals) büschelweise Haare ausgerissen wurden und ich die Jungs noch verteidigt hätte: „Die meinen das nicht böse.“ Habe wohl gespürt, was in den Kindern im wahrsten Sinne „kochte“.
    Als ich 8 Jahre später – nach der Wende – beim Abzug der russischen Truppen Gelegenheit hatte, deren Unterkünfte (und das waren die der Offiziere, wie die einfachen Soldaten gehaust haben müssen, wage ich mir nicht vorzustellen) zu sehen, wurde mir vieles klar. Die armen Kinder! Und da war sicher kein Autismus im Spiel, sondern einfach nur Armut und grenzenloser Frust.

  14. @payoli: Was hast du eigentlich für ein Kraut geraucht? Was ich damit sagen will: sicherlich sind die Lebensumstände der Kinder nicht optimal… Mutter und Oma statt Vater, keine gesicherten Familienstrukturen, Mutter muss arbeiten statt sich um die Kinder zu kümmern (die Aufmerksamkeit sicher nötig hätten), die Mutter ist jung und lebt in einem fremden Land, dessen Sprache sie nicht 100% mächtig ist etc etc Ich gehe davon aus, dass sie dennoch eine liebende Mutter ist, die alles für ihre Kinder gibt, was sie kann. Nichtsdestotrotz ist Autismus angeboren. Und das ist wohl einfach Schicksal. Oder Pech.

  15. @ tibia
    Da mittlerweile schön langsam auch die Sozial- Wissenschaften in ‚meine paradise your life- Gasse‘ kommen und wir (von den Primaten) wissen, dass Kinder mindestens Mutter und Vater, noch besser eine ganze Gruppe/ Großfamilie brauchen, sind primär die Eltern und in der Folge unsere Gesellschaft die Verursacher dieser, wohl eher schwierigen Kinderleben.
    Man kann natürlich die Frau bedauern, nur ist sie erwachsen und hat sicherlich auch einen Teil dieser Misere mitverursacht.

    1. .. und was, meinst Du, sollte man jetzt tun?
      Kind im Brunnen -> Brunnen abdecken und gut ist’s?
      Du schreibst Müll, immer nur meckern, aber ja nichts Konkretes zum eigentlichen Problem beitragen, bravo!
      Diese Frau bemüht sich offensichtlich, das Problem überhaupt erst einmal zu verstehen und da ist die Pseudo-Diagnose des spz: „eine tiefgreifende entwicklungsstörung unklarer genese mit deutlichen hinweisen auf autismus“ alles Andere als zielführend. Was sind denn das für Pfeifen?

  16. Ich wünsch der Frau und den Kinder alles Gute und viel viel Hilfe.
    Und zum „wie soll die Frau das schaffen“ – Man wächst mit seinen Aufgaben. Und sie kann Hilfe von Außen bekommen.

  17. Vielleicht hätte es den Kindern ja schon geholfen, in getrennte Betreuungsgruppen zu kommen… daß Zwillingspärchen oft in ihrer eigenen Welt, ihrer eigenen Kommunikation leben und erst später als andere den Schritt nach außen tun, weil sie ja immer ihr Gegenüber haben, mit dem sie quasi alles teilen, ist ja nun auch nicht neu.
    Diese Kinder scheinen außerdem alles, was man an sie heranträgt, als Agression aufzufassen…

    aber Autismus – ist das auch deine Diagnose, Kinderdoc?

  18. Treffender Titel für den Blogpost! Das ganze ist krass. Einfach nur krass. Da bleibt wohl nix anderes übrig, als der Frau und ihrer Mutter sein Mitgefühl auszudrücken und die Family so gut es geht zu unterstützen.

    Ansonsten wünsch ich mir, dass der Rohkostonkel hier endlich mal Hausverbot bekommt.

  19. Eigentlich kommentiere ich ungern Kommentare, aber jetzt tue ich es doch. Autismus hat nichts mit Erziehung zu tun, hier hat also niemand ein Kinderleben ruiniert. Autismus „bringt man mit“.
    Immerhin hat die Mutter, wenn sie jetzt auch die Diagnose schriftlich hat, Anspruch auf Therapien für die Kinder. Das macht das Leben allerdings nicht einfacher – aber man hat wenigstens eine kleine Hilfestellung im Umgang.

  20. Tja, für ein dämliches Auto braucht man einen Führerschein. Aber Kindern ihre Leben ruinieren darf ungestraft jedermensch …

    1. und Nachtrag: Nur weil deine Eltern anscheinend dein komplettes Leben versaut haben und bestimmt für alle Fehler die du je gemacht hast verantwortlich sind heißt das noch lange nicht das alle Eltern auf der ganzen Welt für alle Einschränkungen und Besonderheiten im Leben ihrer Kinder verantwortlich sind. Du machst es dir mit deiner „Eltern sind an allem schuld“-Parole genauso einfach wie du es uns vorwirfst.

  21. Je weiter ich las, desto mehr habe ich an Autismus gedacht. Die arme Frau. Wie fürchterlich. (PS, wieso ist frühes trocken werden eigentlich typisch slawisch?)

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