lieber kollege im krankenhaus,

… wenn sie dieses bobele nach hause schicken, nachdem es wegen der gehirnerschüttung zwei tage überwacht wurde, und bis dahin alles ok war, so ist das auch ok. die erkältung, die sich zwischenzeitlich entwickelt hat, kann man in der tat auch ohne krankenhausunterstützung auskurieren.
… aber dafür brauchts maximal nasentropfen.
… und: nein, es ist mitnichten so, dass man „einfach so“ mal beim niedergelassenen anrufen kann, um sich ein rezept „rausschreiben“ zu lassen.
… denn: wir haben die verpflichtung, die kinder vorher anzuschauen, um festzuhalten, ob das kind ein medikament wirklich braucht. und wenn sie das schon getan haben, dann können sie doch der mutter auch empfehlen, sich nasentropfen in der apotheke zu holen. die sind nämlich nicht rezeptpflichtig.
… so hat´s bobele leider eine stunde warten müssen, weil er auf all die anderen knöpfe getroffen ist, die von ihnen am wochenende genauso beraten wurden.
… und hat sich dabei sicher den einen oder anderen neuen infekt geholt.

… da passt doch ihr kurzbrief nach der entlassung mit dem wunderbaren satz „die laberworte waren alle unauffällig.“

10 Antworten auf „lieber kollege im krankenhaus,“

  1. Naja, aber die bösen Keime im Krankenhaus?

    (wobei ich das Problem damit eigentlich nicht unterschätzen möchte – hier wollte halt jemand besonders sicher gehen…)

  2. Zu bedenken wäre da, das kostet wieder 5,- in der Apotheke, vielleicht noch Hustensaft dazu, verdoppelt sich der Betrag – es gibt genug Leute, die am Existenzminimum leben müssen.

    1. … mmmh.
      simple nasentropfen kosten momentan um die 1,20 euro. klassische hustensäfte wie schleimlöser etc. sind bekanntermasse nicht wirksam (hier ein echtes sparpotential für alle, auch herrn rösler) – dazu kommen die fahrtkosten zum doktor, das risiko mit dem nächsten infekt noch länger auszufallen und vielleicht andere medis zu brauchen, usw. …
      klar, so kostets nur ein rosa rezept, und der solidargemeinschaft etwas.

  3. Was ich nicht verstehe ist, warum schreibt der Kollege im Krankenhaus denn bitte nicht direkt das Rezept für die Nasentropfen, wenn er meint, die tun Not und die Eltern meinen, sie können die nicht selbst kaufen?

    1. wenn das krankenhaus keine zulassung über die kassenärztliche vereinigung hat – wie oft – dann können die nur privatrezepte rausschreiben (kostet also wieder) und keine rosa kassenrezepte.

  4. Bei dem „mitnichten“ ist ein „nicht“ zu viel, scheint mir… wenn es „mitnichten nicht so“ ist, dann ist es genau so.

    Hier in Frankreich gibts grad einen Vorschlag einer Ex-Ministerin, die einen Bericht fürs Elysée vorgelegt hat, die Ärzteausbildung aus den Unikliniken rauszunehmen, weil am Ende höchstens 1% der Ärzte dort arbeiten wird, die Erfahrungen in den Unikliniken aber mit der Arbeit der niedergelassenen Ärzte oder mit der Arbeit kleiner Häuser reichlich wenig zu tun haben…

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