Das ist überaus vernünftig

Ich hatte vor einem guten Monat versprochen, dass ich etwas nachreichen werde: „Doch, es gibt auch vernünftige Eltern.“

Frau Ritters Tochter Jamima steht im Kalender mit dem Vermerk „nochmal Nachfragen, warum“. Wegen was sie den Termin gemacht hat. Manchmal bleibt das am Telefon unklar.
Nachdem die Patienten ins Zimmer gesetzt sind, gibts einen neuen Vermerk. Jetzt konnte man ja nochmals nachfragen. Jetzt steht da im PC „??“. Na dann, schauen wir mal.

Ich: „Guten Tag, was hat denn Ihre Tochter?“
Frau Ritter: „Das will ich ja von Ihnen wissen.“
Ich: „Hat sie Fieber?“
Frau Ritter: „Nein.“
Ich: „Halsweh?“
Frau Ritter: „Nicht, dass ich wüsste.“
Ich: „Durchfall? Spucken?“
Frau Ritter: „Nope.“
Ich: „Also keine Symptome. Und warum genau sind Sie dann mit Ihrer … äh … Jamima jetzt hier?“
Frau Ritter: „Nun, es ist ja so, die ganzen Kinder in der Kindi-Gruppe sind jetzt schon krank. Auch die Erzieherinnen. Und da dachte ich, lasse ich Sie doch mal gucken, vielleicht finden Sie ja was.“
Ich: „Achja?“
Frau Ritter: „Ja. Das kann doch nicht normal sein, dass Jamima nichts hat.“

23 Gedanken zu “Das ist überaus vernünftig

  1. ….das habe ich auch über unseren Superpapa gedacht, der in den letzten anderthalb Monaten, in denen wir die Grippe, MagenDarm und Läuse im Wechsel hatten, komplett gesund blieb…
    Jetzt hat er „endlich auch mal“ ne Erkältung… ein bisschen beruhigt mich das ja schon, es war vorher so absolut unnormal 😉

    (Aber dafür ist er nicht zum Arzt gegangen. Lustige Frau Ritter 🙂 )

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  2. Ist der Satz „Das sollen Sie mir ja sagen.“ die neue Standardantwort auf die Frage „Was hat ihr Kind denn?“?

    Macht irgendwie einen patzigen und unkooperativen Eindruck…

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    1. wär mir aber neulich auch fast raus gerutscht. Allerdings waren wir zum Impfen da und unser Kinderdoc hats nicht gewusst, da die Mfa’s den Impfpass so versteckelt haben, dass er nicht zu sehen war.

      Dass die Leute sich aber freiwillig zum Arzt hocken, also ich hab besseres zu tun.

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  3. Kann ich voll verstehen die Mutter! Ich mach mir auch immer Sorgen wenn meine Kinder über einen längeren Zeitraum gesund erscheinen. (Ironie aus)
    Mal ernsthaft, bei solchen Eltern hab ich immer Bedenken das sich sowas zu einem Münchhausen-Syndrom entwickeln könnte. 😦

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    1. Zum Arzt nur deswegen bin ich nicht aber bei der U hab ich schon nachgefragt ob das normal ist , dass das nichtmal 2 Monate alte Baby von 24 Stunden ca 21 Stunden schläft ^^ Man hörts ja erstmal anders 😉

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  4. *seufz*… und wo sind die WIRKLICH vernünftigen Eltern, also ohne Ironie? Gibt es die auch? Oder sind alle Eltern, die ihr Kind zum Kinderarzt bringen auf die eine oder andere Weise daneben?

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    1. also wenn mein Kind krank ist bin ich glaube ich schon auf die eine oder andere Weise daneben, da müssen dann halt alle durch 🙂
      (Sorge, Schlafmangel, selber auch schon ein wenig angeschlagen …. )

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    2. Du willst vernünftige Eltern? Bitteschön:

      „Guten Morgen, Frau Kucharsky, guten Morgen, Kind Kucharsky. Wo fehlt’s denn?“ – „Moin, Kinderdok. Kind hat seit 5 Tagen hohes Fieber, unproduktiven Husten und schläft den ganzen Tag.“ – „Oh, klingt nach Grippe, dann untersuch‘ ich mal.“ *untersuch* „Ja, scheint Grippe zu sein. Kind sollte noch so und so lange zuhause bleiben, wenn das Fieber bis dann und dann nicht da ist, bitte wiederkommen. Brauchen Sie eine Krankschreibung?“ – „Nein danke.“ – „Brauchen Sie noch Medikamente?“ – „Ja, Fiebersaft bitte.“ – „Gut, mach‘ ich fertig. Dann gute Besserung.“ – „Danke. Wiedersehen, Kinderdok.“ – „Wiedersehen, Frau und Kind Kucharsky.“

      Zufrieden? Ist das nun ein spannender, lustiger, empörender Blogbeitrag? Wer will denn sowas lesen? Ich nicht.

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        1. 😉

          Vielleicht ist das Thema „vernünftige Eltern“ damit ja mal abgefrühstückt 🙄 …

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        2. Ach wissen Sie, Frau Kucharsky, Ihren eloquenten Beitrag von oben ließ ich noch unkommentiert, denn wir wissen ja alle, dass die von Ihnen geschilderte Siutation in einem Blog wirkt. Aber wenn Sie schon so demonstrativ die Äuglein rollen, nehme ich mir gerne die Zeit, meine Frage zu präzisieren: Wieso kommen Eltern eigentlich NUR in der Rolle der inkompetenten, übervorsichtigen, achtlosen oder wie auch immer negativ besetzten Rolle vor?
          Klar, wenn man „empörende“ Blogeinträge lesen will, eigenen sich solche Deppeneltern prima dafür, dann fühlt man sich als Leser selbst so wahnsinnig vernünftig und kann sich über andere auslassen, okay. Für mögliche spannende und lustige Einträge sollten bei Kinderärzten eigentlich die Kinder selbst sorgen können, dazu braucht es meiner Ansicht nach keine seltsamen Eltern als Aufhänger.

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        3. Troll go home.
          Ohja: Ein Kinderarzt sollte in seinem Blog nur von den Kleinen erzählen, mit den lustigen Stilblüten und putzigen Verhaltensweisen. Ja nicht über Eltern sprechen. Die kommen ja in einer Kinderarztpraxis so gar nicht vor.

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        4. @Rhize: Ganz wichtig: Nicht jeder, der eine andere Meinung als die Mainstreammeinung eines Blogs vertritt ist ein Troll. Und die Forderung nach lustigen, spannenden und empörenden Erlebnissen stammt NICHT von mir. Also: immer schön vorsichtig mit der Einordnung von anderen, so vorschnell zu sein ist gar nicht putzig.

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        5. Hier wurde meines Wissens schon mehrfach verständlich erläutert, warum die Eltern hier so schlecht wegkommen. Zum einen dient solch ein Blog als Ventil, schließlich tut es gut, wenn man diese schrägen und unliebsamen Erlebnisse irgendwo loswerden kann und sie nicht immer nur dem Ehepartner gegenüber breittreten muss ;-). Zum anderen, ja, zumindest für mich sind solche Anekdoten deutlich unterhaltsamer als das fiktive Beispiel von mir.

          Mit der Aussage, dass 90% aller Eltern vernünftig sind, dürfte sich doch jede weitere Nachfrage nach einer detaillierteren Schilderung erübrigen, oder nicht? Hier werden eben die unvernünftigen porträtiert, was zum einen unterhaltsam, zu anderen reinigend für die kinderdok’sche Seele ist. Was gibt’s damit nur für ein Problem?

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  5. Vorschlag: „Was Ihr Kind hat? Ich vermute ein robustes Immunsystem, gestützt durch gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf, frische Luft und einen geregelten Tagesablauf. Oder sehen Sie das anders, Frau Ritter?“

    Kann es sein, dass sich manche Eltern immer damit überbieten müssen, wie schwer man es doch mit Kindern hat und wer/welches Kind jetzt gerade kränker ist? In meinem Bekanntenkreis kenn‘ ich auch so jemanden… egal, was man gerade für eine Krankheit hat, sie ist noch viiiel kränker und kann noch eine schlimmere Diagnose aufbieten… und wenn man dann so ein Kind hat, was partout nicht krank werden will… wie will man dann in diesem Wettstreit bestehen?
    😉

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    1. Gar nicht, einfach „gewinnen lassen“ und gut ist es. 😉

      Die zynische Alternative wäre zu sagen: „Mein Kind ist letzte Woche gestorben.“ Wenn dann als Antwort kommt: „Hat mein Junge schon zwei mal geschafft und ist deshalb noch viel toter!“ weiß man, dass die Diskussion am Leben vorbei gegangen ist…

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      1. Ja, natürlich – ich persönlich lass mich auf diesen „Wettbewerb“ auch nicht ein. Meine sarkastische Frage bezog sich ja auch auf die im Blogeintrag auftretende Mutter, welche anscheinend eine Krankheit ihres Sprößlings brauchte, um vor „den anderen“ endlich etwas zum Mitreden zu haben.

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