Servicewüste Kinderarztpraxis

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Vater: „Ja, hallo, meine Frau ist krank, und kann nicht auf meinen Sohn aufpassen, deshalb muß ich zuhause bleiben und brauche eine Krankschreibung.“
fMFA: „Was hat denn Ihr Sohn?“
Vater: „Nichts, der ist gesund, aber meine Frau ist krank.“
fMFA: „Oh, Sie haben die Kinderarztpraxis Dr. kinderdok gewählt.“
Vater: „Ja, das weiß ich, ich brauche eine Krankschreibung, für den Arbeitgeber, dass ich zuhause bleiben kann.“
fMFA: „Aber Ihr Sohn ist nicht krank.“
Vater: „Das sagte ich schon. Meine Frau ist krank. Und. Ich. Muss. Deswegen. Zuhause. Bleiben.“
fMFA: „Tut mir leid, aber wir können nur eine Bescheinigung für den Arbeitgeber rausschreiben, wenn Ihr Kind krank ist und Sie deswegen zuhause bleiben müssen.“
Vater: „Meine Frau ist krank.“
fMFA: „Ich habe das verstanden, aber solange Ihr Sohn nicht…“
Vater: „Wissen Sie was? Mein Sohn ist krank. Ich brauche eine Bescheinigung, dass ich zuhause bleiben kann. Für den Arbeitgeber.“
fMFA: „… und was hat Ihr Sohn. Wann haben Sie denn Zeit vorbeizukommen, um ihn untersuchen zu lassen?“
Vater: „Geht´s noch? Jetzt soll ich auch noch vorbeikommen?“

(c) Foto bei Flickr/Idaponte (unter CC BY-SA 2.0)

40 Einträge zu „Servicewüste Kinderarztpraxis

  • Willkommen im Leben von Eltern mit wenig oder keinem sozialem Netz. Wir wohnen in einer deutschen Großstadt und haben hier keine Verwandten. Auch unsere Freunde sind berufstätig und/oder haben selbst Kinder.
    Wenn meine Frau z.B. Montag morgen mit hohem Fieber krank im Bett liegt, hab ich ein Problem. Denn das Kind ist gesund, muss betreut werden und meine Frau kann (in diesem Beispiel) wirklich nicht aus dem Bett. Wegen krankem Kind dürfte ich Zuhause bleiben, jedoch nicht wegen unbetreutem Kind bzw. krankem Partner …

    Alternatives Szenario: die KiTa ist unerwartet geschlossen. Beide Eltern müssen eigentlich arbeiten. Kommt auf’s gleiche raus.

    Was macht man denn, wenn der Partner wirklich so schwer krank ist, dass ihm/ihr die Kinderbetreuung alleine nicht zugemutet werden kann? (Ich rede jetzt nicht von langfristigen Krankheiten, da gibt es ja Hilfsangebote.) Die Bitte um Krankschreibung des Kindes ist zwar nicht legal, aber in so einem Fall durchaus legitim, finde ich.

    Oder gibt’s hier jemand mit einer besseren Lösung?

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    • Doch, wenn die Frau diejenige ist, die die Kinder hauptsächlich betreut, besteht der Anspruch darauf, dass der dazugehörige Vater zu Hause bleiben kann, da das Kind sonst unbetreut wäre. Muss man über die Krankenkasse laufen lassen und den (um bei dem Beispiel zu bleiben) Arzt der Frau. Aber Achtung!, es gibt dann für den zu Hause bleibenden Vater nur Krankengeld, nicht das volle Gehalt.
      Wir haben das schonmal so durchspielen müssen. Die dazugehörigen und gerne einspringenden Großeltern der Kinder lagen nämlich mit dem gleichen Virus flach.

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      • So wie heute auch. Wie meine Mutter mit einem sozialen Netzwerk, sprich einer Tante, die nicht gearbeitet hat. Oder wie bei einer Freundin mit einer bezahlten Haushälterin (so hieß das damals) als die Mutter mit einer Herzbeutelentzündung wegen verschlepptem Infekt im Krankenhaus gelandet ist.

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      • Ach, und ich kann mich daran erinnern, dass mein Vater mich einmal ein paar Tage lang in der Mittagspause von der Schule abgeholt und mit ins Büro genommen hat. Dort habe ich dann meine Hausaufgaben gemacht und durfte danach Comics (die er sonst abgelehnt hat) lesen! Toll!
        Heute vermutlich von Seiten des Arbeitgebers nicht mehr möglich, weil ein versicherungstechnischer Albtraum oder so.

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  • Also ich weiss nicht, ob es einen Weg gibt, von der Krankenkasse dafür eine Lohnersatzleistung zu bekommen, aber der Arbeitnehmer darf in diesem Fall zu Hause bleiben und das Kind betreuen.

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    • Wie oben schon geschrieben, man braucht (in dem genannten Beispiel) eine Krankschreiben für die Frau, der Mann kann dann zu Hause bleiben, der Arbeitgeber zahlt nix, die Krankenkasse Krankengeld. Das ist der offizielle Weg bei kurzfristigen Ausfällen.
      Alternativ gibt es Haushaltshilfen. Die Genehmigung dafür kann aber länger dauern, so lange müssen die Eltern in Vorleistung treten. Und bleiben eventuell auf den Kosten sitzen. Wenn es eben nicht länger im Voraus planbar ist.

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  • Praxis: Sind sie privat oder Kassen versichert?
    Vater: Kasse
    Praxis: gut, wir könnten ihnen in 3 Monaten einen Termin geben, leider ist kein früherer Termin mgl.😉

    Hätte auch ein alltäglicher Dialog sein können, den ich selbst häufig erlebe, allerdings und das sei unterstrichen, nicht beim Kinderarzt

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      • lach nein Danke! RTL II grusel
        In dem Fall bin ich noch von der vorherigen Generation, die, die auch mit 40 Fieber noch am Herd steht – für die Kinder… selbst mag man da ja nix.

        Und wenn gar nichts mehr geht (Krankenhaus oder Beinbruch/bettlägrig) kann man doch über die KK eine Haushaltshilfe bekommen. Das wird (soviel ich gehört habe) bereitwilliger bezahlt, als die Ausfallzeiten des Mannes. Zudem muss der AG des Mannes ihn nicht freistellen zur Pflege des gesunden Kindes bei kranker Mutter.

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  • Merkt denn keiner, wie bitter das tatsächlich ist? Wir hatten hier mal einen ähnlichen Fall, Haushaltshilfe wurde schlicht nicht kurzfristig genug bewilligt und ich war eigentlich zu krank, um auf mein Neugeborenes und mein Eineinhalbjähriges aufzupassen. Mein Mann durfte nicht freinehmen, die Großeltern waren im Schichtdienst. Mein Mann konnte sich auch nicht krankschreiben lassen. Am Ende war ich dann doch ‚dran‘ und bin dabei mehrfach allein Kindern gewesen und kollabiert. Was also soll man da tun? Nerven mit der Krankenkasse herumzustreiten hat man in solch einer Situation jedenfalls auch nicht mehr.

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    • Oder man hat wie ich einen Hausarzt mit drei kleinen Kindern zu Hause, der im Wiederholungsfall nur meinte, ich solle diesmal bitte meinen Mann vorbei schicken. Zwecks Krankschreibung.
      Nein, nicht ok. Aber dafür kein Behördenkram, finanzieller Ausfall, etc. Und nein, ich nenne den Namen meines Hausarztes nicht! 😉

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  • Ich kann nur von Österreich sprechen, aber hier gibt es etwas, das nennt sich „Pflegefreistellung“ (umgangssprachlich auch „Pflegeurlaub“). Das kann man wie eine Art Krankschreibung vom Hausarzt erhalten, wenn es um im gleichen Haushalt lebende Angehörige (Mama, Papa, Oma, Ehemann) bzw. Lebenspartner geht, bzw. beim Kinderarzt für die Kinder. Soweit ich weiß, ist das auch in diversen Kollektivverträgen verankert, und müßte vom Arbeitgeber akzeptiert werden.

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  • Mein Freund hat, als unser Sohn ca. 3 Monate alt war und ich aus psychischen Gründen in eine Klinik musste, eine „Krankschreibung“ vom Arzt zur Betreuung des Kindes bekommen. In diesem Fall war es die Ambulanz, in der ich in Behandlung war, die ihm die „Krankschreibung“ ausgestellt hat. Es war, vermute ich, eine ganz normale Krankmeldung, ich bin mir aber sicher, dass darauf keine „Scheinkrankheit“ bei ihm vorgeflunkert wurde.

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  • Auch wir hatten das gleiche Problem schon. Mutter krank mit 39 Grad Fieber und definitiv nicht in der Lage einen vier Monate alten Säugling zu versorgen. Mag ja sein, dass manche Muttis ihre „Krankheit“ nur vortäuschen, aber manchmal werden auch Mamas so krank, dass es unverantwortlich wäre (mit Kind im Arm Kreislaufzusammenbruch etc.), sie den ganzen Tag mit der Betreuung des Kindes alleine zu lassen. Mal ganz abgesehen davon, dass es mit der Genesung der Mutter dann sicher nicht schneller geht.
    Ich kann verstehen, dass man als Kinderarzt dann genervt ist, weil man selber seine gesetzlichen Vorgaben auch einhalten muss, aber an dieser Stelle würde ich mir weniger Sarkasmus und tatsächlich einen Tipp an den Vater und an die Leser wünschen, wie man sich in einem solchen Fall verhalten soll.

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    • Ich sehe eigentlich keinen Sarkasmus, sondern einen Vater, der (in diesem Fall!) sehr dreist ein Schlupfloch auf Kosten der Solidaritätsfinanzierung der Krankenkassen auftun wollte.
      Dass es Familien gibt, die aufgrund Krankheit Betreuungsprobleme bekommen: Geschenkt. Wir bieten natürlich Lösungen an: Familienhilfe, Sozialamt, karitative Angebote. Warum also Betrug?

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      • Lieber Kinderdoc, vielen Dank, dass Sie geantwortet haben. Ich finde, Cinerea hat es mit dem letzten Kommentar noch besser formuliert: Hier beim Blog hätten Sie die Gelegenheit diesen unglücklichen Eltern einen Tipp zu geben, wie man in einer solchen Situation LEGAL Hilfe bekommen kann. Denn ich weiß es nicht und wie ich den Kommentaren entnehmen kann, viele andere auch nicht.
        Dass die Beratung in der Kinderarztpraxis nicht immer funktionieren kann, ist absolut verständlich. Aber hier im Blog könnten Sie einmal für alle erklären, welche Möglichkeiten man hat und was man dafür tun muss.

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        • Das ist doch gar nicht wahr. Karitative Einrichtungen oder staatliche Familienhilfe greift am gleichen Tag – und bezahlt werden kann später. Anrufen muss man allerdings selbst.

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  • Kinderarzt ist nunmal nicht der Berater für alles. Tut mir leid. Im Rahmen der Möglichkeiten wird jeder Arzt sicher gern helfen und MEDIZINISCH sinnvoll handeln.

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  • Okay, der letzte Satz des Vaters ist daneben, aber ich lese aus dem Gespräch weniger Dreistigkeit gegen das Sozialsystem als die Verzweiflung eines Vaters. Wir haben immer wieder die Situation, dass ich wegen Krankheit meine beiden Kinder nicht verantwortungsvoll betreuen kann, aber mein Mann kann sich keinen Urlaub nehmen und wir haben keine Familie in der Nähe. Ich versuche dann zu funktionieren, und bin schon häufig genug zusammengebrochen, auch auf dem Weg zur Kita.
    Was die Haushaltshife angeht: Laut unserer Krankenkasse macht die nur Hausarbeit, keine Kinderbetreuung, die Eltern müssen ihre Kinder also immer noch selbst zu Kita bringen und abholen. Und abgesehen von dem Berg aus Papierkram ist auch nicht einfach, jemanden zu finden.
    Es heißt, man brauche ein Dorf, um ein Kind zu erziehen. Vielen Familien fehlt heute das soziale Netz, dass unsere Eltern noch hatten. Legale Situation hin der her, ein wenig Verständnis gegenüber verzweifelten Eltern wäre angebracht. Mich macht dieser Beitrag einfach nur traurig.

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    • Mich macht es auch traurig und ich habe Verständnis. Doch der KA kann auch nur machen was in seinen Möglichkeiten steht, neben einer vollen Sprechstunde kann er sich nicht noch mit Kinderbetreuungsproblemen beschäftigen. Ich hatte schon Eltern, die haben sich, nachdem ich Ihnen mitgeteilt hatte das Kind sei nicht Kita-/Schulfähig, wortlos umgedreht und sind ohne einen Gruß gegangen. DAS finde ich traurig.

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      • Ich habe auch Verständnis dafür, dass der KA nicht helfen kann, und sicherlich gibt es Eltern, die sich daneben benehmen. Aber Kinderdok als Blogbetreiber kann sich überlegen, wie er mit dem Thema umgeht. Für mich kommuniziert dieser Beitrag vor allem Unverständnis, sogar Ärger über Eltern, die versuchen, ein ernstes Betreuungsproblem über eine Krankschreibung für’s Kind zu lösen. Das mag illegal und falsch sein, aber ich kann den Leidungsdruck dieser Eltern nur zu gut nachvollziehen. Auch Eltern sind nur Menschen und manchmal ist man einfach am Ende.

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  • nicht legal, aber wenn man nur arbeitende Freunde hat und keine Grosseltern, bleibt nicht viel anders übrig. Unsere Hausärztin hat uns mal bei einen solchen Fall von sich aus krankgeschrieben, gleich als der kranke Elternteil bei ihr war, nachdem die Betreuungssituation erklärt wurde. Die Hausärztin sagte selbst, dass kurzfristig für ein paar Tagen leider hier in der Großstadt keine anderen Lösungen gibt uns sie sagte ja von selbst, dass was anderes unverantwortlich dem Kind gegenüber gewesen wäre.

    Bekannte, im grossen Konzern angestellt mit hauseigener Krippe und KiGa, können in einen solchen Fall das Kind dort abgeben. Auch wenn das Kind die Einrichtung nicht besucht. Das wurde damals bei Kita Streik so gemacht und geht in Ausnahmefällen wie Krankheit des anderen Elternteiles auch…

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