Sprechen wir über Faeces* I

Würste am Spieß

*Stuhlgang, Kot, Rolle, Kacki, No.2, A-a.

Das beschäftigt viele Eltern: Wie der Stuhlgang der Kleinen (und Großen) so aussieht, wann er kommt, wie oft er gelingt und wo er hingelangt. Es beginnt mit der Geburt, es folgt die Windelphase bis zum Trockenwerden, dann die Hygienephase des selbständigen Kindes. Faszinierende Perspektiven.

Neugeborene

Die ersten Ausscheidungen eines Babys sind mit die ekligsten des ganzen Lebens. Das Neugeborene setzt das so genannte Mekonium ab, auch Kindspech genannt, eine dunkelbraune bis schwarze Masse, sehr zäh, sehr klebrig. Er ist kaum entfernbar von der Haut, am besten mit einfachem Wasser ohne Öl. Mekonium ist eine Ansammlung aus Galle, Fruchtwasser, Hautschuppen und Lanugohaaren, eigentlich noch kein echtes Ergebnis von Verdauung, damit strenggenommen kein Faeces.

Der Darm ist noch nicht mit Verdauungsbakterien besiedelt, die das Kind erst bei Geburt und den ersten Milchmahlzeiten mitbekommt. Erst dann entsteht nämlich der Übergangsstuhl, eine wilde Mischung aus Mekonium und dem folgenden Milchstuhl. Er ist jetzt grün-braun, klebt noch gut, wird aber schon flüssiger.

Säuglinge

Die Milchverdauung startet, der Darm wird mehr und mehr besiedelt, Mutter- oder Flaschenmilch produzieren einen sehr dünnen, teils spritzenden Stuhlgang. Da muss man in Deckung gehen. Wird das Kind komplett gestillt, sieht der Kot gelb bis senffarbig aus, manchmal auch grünlich, der Gelbanteil ist Zeichen für die ausgeschiedenen Gallensäuren, ein Zeichen, dass die Leber jetzt schon gut arbeitet.

Muttermilchstühle riechen aromatisch, nicht wirklich schlimm, aber darüber lässt sich streiten. Je höher der Kuhmilchanteil der Formelmilchen jetzt wird, sei es, weil die Muttermilch nicht reicht oder der Säugling sich gar nicht stillen lässt, desto unappetitlicher wird der Stuhl entsprechend: Er riecht mehr, wechselt freudig Konsistenz und Farbe, auch die Menge. Dies ist die „schönste“ Zeit beim Wickeln. Jeder reißt sich darum, solche Windeln zu wechseln.

Noch ein Wort zur Häufigkeit des Stuhlgangs beim Säugling: Gestillte haben sehr wenig Darmtätigkeit, die Peristaltik ist langsam, die Verdauung optimiert, es kann vorkommen, dass der Stuhlabgang zehn Tage ausbleibt. Das ist normal. Wer die Flasche gibt, kann sich dagegen über lebhafte Verdauung freuen.

Durchfall ist definiert durch die Konsistenz des Stuhls und der Häufigkeit. Haptisch gesehen wären Milchstühle durchfällig, bei einem Magen-Darm-Infekt kommt der Stuhl allerdings viel, viel häufiger. Er riecht stinkt dann auch entsprechend.

Beifütterzeit

Ok, jetzt bekommt der Darm wirklich etwas zu tun, und die Faeces lässt sich nicht mehr so regulär beschreiben. Meist wirds jetzt fester, was unten rauskommt, es entstehen schon richtige Würste, die Konsistenz darf alles sein von dünn über knet- oder wachsweich bis fest, nur kleine Hasenköttel sind nicht so gut: Hier fehlt Flüssigkeit oder Ballaststoffhaltiges.

Bleiben Sie dabei, wenn es morgen heißt: „So kackt das große Kind“.

(c) Bild lizenzfrei nach CC0 bei pxhere

3 Kommentare zu „Sprechen wir über Faeces* I

  1. Bei der Beikosteinführung hatte unser eines Kind trotz geringer Mengen, trotz nur einer Mahlzeit (Rest: Muttermilch), trotz Verzicht auf Karotte und alles Stopfende sechs Wochen lang Verstopfung, und zwar wirklich mit Schmerzen und Blutbeimengungen. Ich habe mich ewig nicht getraut, die Beikostmenge zu steigern, bis ich von einer Ernährungswissenschaftlerin den Tipp bekommen habe, dass in solchen Fällen paradoxerweise mehr Beikost helfen kann, weil eine größere Menge den Darm erst richtig ins Arbeiten bringt. Das haben wir versucht, und wirklich: Mit zwei Beikostmahlzeiten am Tag war das Verstopfungsproblem innerhalb weniger Tage Geschichte, ohne dass sich sonst etwas verändert hatte, und es kam auch nie wieder.

    Würde mich mal interessieren, ob wir da einfach Glück hatten oder ob das ein gängiger Erfahrungswert ist.

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