Vom Umgang mit Hunden Teil 1) – 10 beste Tipps für Eltern

Kind mit Hund

Das beschäftigte mich schon, seitdem ich selbst Kinder habe, und umso mehr, als wir uns einen eigenen Hund angeschafft haben: Wie mit Kinder und Hunden umgehen, also, wie soll man sich Hunden nähern, was den Kindern beibringen. Denn, na klar: Auch in der Praxis müssen wir immer wieder Hundebisse versorgen (Quetschungen, Risse, Bisse).
Dafür gibt es immer zwei Gründe: Die Eltern haben nicht aufgepasst oder aber die Hundehalter*innen. Kinder sind Kinder. Man kann ihnen aber viel beibringen.

Hier die besten Tipps, was Eltern beachten sollten:

10) Lehre Deinem Kind, dass ein Hund* ein Lebewesen ist

Simple as that. Für viele (kleine) Kinder sind Hunde Kuscheltiere, ihnen fehlt noch der Bezug zum Gegenüber generell, also auch Tieren gegenüber. Lebewesen spüren Ärger, Angst, Schmerz und fühlen sich mitunter bedrängt, aber auch Freude, Spaß und übertreiben es manchmal in der Euphorie. Kinder sollten grundsätzlich nicht unvorbereitet auf Tiere treffen, vor allem eben auf Hunde, auf die man in unseren Breiten am häufigsten trifft. Eine Katze rennt im Zweifelsfall weg, ein Hund wird stehenbleiben.

9) Hunde haben Besitzer*innen

Es darf keine Begegnung mit einem Hund geben, bei der nicht der/die Besitzer*in dabei ist. Also: Kein Streicheln eines Hundes, der vor dem Geschäft angeleint ist. Kein Auf-einen-Hund-zugehen, der alleine draußen herumläuft. Das sollte man Kindern beibringen.
Außerdem wird immer immer immer der/die Hundehalter*in gefragt, ob sich ein Kind dem Hund nähern darf.

8) Wie begrüße ich einen Hund?

Zu allererst wird der/die Besitzer*in begrüßt. Da kann man auch gleich abchecken, ob es überhaupt erlaubt ist, sich dem Hund zu nähern. Und man bleibt in der angestammten Hierarchie, in der/die Besitzer*in Rudelführer*in ist.
Dann: Man begegne einem Hund nie von hinten, so dass er einen nicht sehen kann. Also: Die Begrüßung des Frauchens/Herrchens nutzen, um *von vorne* auf den Hund zuzugehen. Dabei sollte das Kind vorsichtig ohne schnelle Bewegung die Hand nach vorne halten, idealerweise mit dem Handrücken zuerst. Der Hund wird selbst den Schritt auf das Kind zugehen und schnuppern. Bestenfalls nähert man sich einem Hund von der Seite, und lässt das Tier den ersten Schritt tun.
Die Schnupperphase ist für den Hund sehr wichtig. Streicheln kommt später.
No-Gos: Umarmen oder gar Küssen eines fremden Hundes.

7) Streicheln will gelernt sein

Streicheln kommt erst nach dem Schnuppern und auch nur, wenn der/die Hundebesitzer*in das ausdrücklich erlaubt. Auch hier gilt: Erst ein wenig, dann mehr. Also „Drei Sekunden berühren, dann Hände wieder weg. Der Hund wird zeigen, ob ihm das gefallen hat und er mehr davon möchte.“
Am besten streichelt man den Rücken oder vorsichtig im Bauchbereich (NICHT bei Katzen 😉 , wenn der Hund das akzeptiert und mit dem Schwanz wedelt, dann auch der Nacken. Viele Hunde mögen es nicht, wenn sie „von oben herab“ am Kopf oder den Ohren berührt werden. Vermeiden sollten Kinder auch, den Hunden in die Augen zu stieren, das werten Hunde als Affront.
No-Gos: Die Schnauze und der Schwanz sind tabu.

6) Nicht alle Hunde sind gleich

Kinder müssen lernen, dass jeder Hund anders ist. Was bei dem einen Hund funktioniert hat, wird beim nächsten nicht funktionieren. Die Schritte 10)-7) müssen also immer eingehalten werden.
Size doesn´t matter: Kleine Hunde können so aggressiv reagieren wie Deutsche Doggen völlig relaxed. Und umgekehrt.

5) Hunde haben sehr empfindliche Ohren

Im Umgang mit Hunden sollten Kinder stets leise und bedächtigt vorgehen. Das schließt sich schon beinahe aus, und das macht es gerade so schwierig. Also lehre Deinem Kind, im Gegenwart eines Hundes nicht laut zu schreien oder schnelle Bewegungen zu machen. Im übrigen brauchen Hunde extrem viel Ruhe und Schlafphasen, also diese auch gönnen.
No-Gos: Schlafende Hunde wecken.

4) Heiligtümer: Fressen und Toben

Wenn Hunde mit Fressen beschäftigt sind, lässt man sie in Ruhe. Niemals sollte man versuchen, einem Hund Fressen wegzunehmen. Dies darf vielleicht der/die Besitzer*in und muß das manchmal auch tun (Giftköder!), aber fremde Menschen, schon gar nicht Kinder, sollten das besser lassen.
Ähnliches gilt für das Spiel oder Streit zwischen zwei Hunden. Wenn sich hier jemand einmischt, dann höchstens die Besitzer*innen, als Kind macht man besser einen großen Bogen um die Rabauken.

3) Hunde im Garten

Viele Hunde verteidigen ihr Zuhause und preschen bellend an den Gartenzaun, wenn jemand vorbeiläuft. Das ist in Ordnung, und manche Besitzer*innen haben genau deswegen einen Hund. Für Kinder kann das aber extrem beängstigend sein. Da hilft auch das lustige Schild am Gartenzaun nichts.
Oft kommen solche Begegnungen überraschend, weil man die Hunde nicht gesehen hat. Vorbeugend aber sollten Kinder keine Hunde locken oder gar ärgern (das sollten sie sowieso nie), die in einem Garten spielen oder schlafen, auch wenn diese angebunden sind oder ein großer Zaun dazwischen.

2) Der Hund entscheidet

Zurück zur Begegnung mit einem Hund: Lassie entscheidet selbst, wenn das Spiel beendet ist. Wenn sich der Hund abwendet oder lieber bei seinem Herr/Frauchen steht, sollten Kinder von ihm ablassen. Gleiches gilt selbstredend für deutlichere Signale: Innehalten des Hundes, das so genannte „freezing“, Aufstellen der Rute oder gar Knurren. Dann: Finger weg.
Die Besitzer*innen kennen ihren Hund am besten: Wenn diese entscheiden, dass nun ein Ende ist mit der Streichelei, dann ist das eben so. Siehe auch Punkt 9)

1) Eltern haben die Aufsichtspflicht

Am Ende habt Ihr Eltern die Aufsichts- und auch Erziehungspflicht über Eure Kinder. Ihr solltet nie damit rechnen, dass Ihr einen brav erzogenen Hund vor Euch habt oder eine/n vernünftige/n Hundebesitzer*in. Letzteres müssen sich in erster Linie um den eigenen Hund kümmern und können nicht noch die anstürmenden Kinder dirigieren.
Begegnungen mit Hunden sind wie Begegnungen im Straßenverkehr: Ihr habt die Aufgabe, Eure Kinder darauf vorzubereiten und so zu teachen, dass es die Kinder im Vertrauen später auch alleine schaffen. Solange die Kleinen aber noch jung und unerfahren sind, solltet Ihr Eltern beim Draußenspiel immer eine Aufsichtsvoraussicht walten lassen, insbesondere, wenn Ihr die Wohngegend mit eventuell vielen Hunden kennt.

Noch etwas:

Man braucht keinen eigenen Hund

In jeder Familie kommt irgendwann der Wunsch nach einem eigenen Hund auf. Aus vielen Gründen ist das oft nicht möglich. Aber es gibt Alternativen, auch, um den Umgang mit Hunden zu lernen: Tierheime oder Hundepensionen suchen mitunter Jugendliche oder Familien zum Gassigehen, gleiches gilt für ältere Mitmenschen, die nicht mehr regelmäßig mit ihren Tieren rausgehen können.
Je regelmäßiger eine solche „Patenschaft“ stattfindet, desto mehr bekommt die Familie ein Gefühl für die Aufgabe, die es bedeutet, einen eigenen Hund zu haben. Nichts ist schlimmer, als wenn der neu gekaufte Corona-Welpe nach drei Monaten zu lästig wird.


Jetzt Ihr? Habt Ihr schlechte Erfahrungen bei Hundebegegnungen gemacht? Seht Ihr den obigen Erziehungsauftrag ganz anders? Kann ich noch etwas ergänzen?
In zwei Tagen kommt die Fortsetzung: Tipps für Hundebesitzer*innen.

* Tut mir leid, das Gendern von Hund/Hündin war mir zu anstrengend. Natürlich sind im ganzen Text Rüden wie Bitches gemeint.


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15 Antworten auf „Vom Umgang mit Hunden Teil 1) – 10 beste Tipps für Eltern“

  1. hund hat überhaupt nix querfeldein zu jagen, es sei denn es handelt sich um einen entsprechend abgeführten, angemeldeten etc. jagdhund bei einer angemeldeten jagd.
    und hunde haben überhaupt niemandem hinaufzuspringen, die wurst aus dem brot zu klauen oder sonstwas in der richtung: können die beim besitzer machen wenn der das lustig findet (ich hab das z.b. bei keinem meiner hunde lustig gefunden), und solange ich als hundebesitzer nicht vorher gefragt werde und umgekehrt auch die verziehungsberechtigten gefragt habe, da kamen und kommen sich mein jeweiliger hund und die jeweiligen kinder einfach nur auf maximal 1 meter abstand nahe.
    so schwierig ist das gar nicht.

  2. Mir fehlt der Punkt an die Hundebesitzer: wenn der Hund nicht aufs Wort hört, dann nehmt ihn gefälligst an die Leine und lasst ihn nicht mein Kind jagen (quer durch das Felsenmeer bei Reichenbach) und schreit zur Verteidigung „der will doch nur spielen, ihr Kind muss sich richtig verhalten, er mag Kinder“. Aus sehr nachvollziehbaren Gründen hat mein Sohn eine tief manifestierte Angst vor unbekannten Hunden, also, liebe Hundebesitzer, geht nicht davon aus, dass es jeder toll findet oder akzeptiert, wenn Hunde an einem hoch springen, beim Spaziergang auf einen zugerannt kommen, die Schuhe ansabbern oder beim Picknick im Wald die Wurst aus der Hand klauen.

    In meinem Team darf jeder gerne seinen Hund – in Maßen – zur Arbeit mitbringen, aber sobald er jemanden anspringt oder ansabbert oder bettelt war es das letzte mal. Ich gehe auch gerne mit Hunden aus der Nachbarschaft spazieren – an der Leine und immer vom Gegenverkehr auf Waldwegen auf der abgewandten Seite. Und dabei geht unser Sohn auch mit. Und genau gleiches erwarte ich auch von anderen Hundebesitzern.
    Ich behaupte die Aussage „Das macht er sonst nie“ ist die am meisten benutzte Ausrede und Lüge von ignoranten Hundebesitzern.

  3. Punkt 8: Ich verstehe nicht, warum sich dieses Gerücht, Hunde müssten an der Hand schnuppern so lange hält. Hunde können Wild, Leichen und vermisste Personen über weite Distanzen riechen. Wieso traut man einem Hund nicht zu den Menschen bereits vollständig geruchlich erfasst zu haben?

    Nein, Hunde müssen nicht schnuppern und Menschen müssen Hunden nicht die Hnad vor das so empfindliche Gesicht halten. Wollt ihr eine Hand im Gesicht haben? Hunde auch nicht.

    Einer meiner Hunde, der Menschen und Kinder gern hat und oft beschmust wird, würde nach so einer Hand schnappen. Er empfindet das zu Recht als übergriffig.

    Vielmehr ist es Aufgabe der Halter dem Hund die Wahl zu lassen. Das kann man mit dem Hund einüben. Geht der Hund auf Nachfrage bei ihm auf den Menschen zu kann eine Annäherung stattfinden. Tut er es nicht sollte das auch respektiert und so dem Gegenüber kommuniziert werden. Ich möchte auch nicht angefasst werden, obwohl ich es tolerieren und mein Gegenüber nicht gleich schlagen würde. Dulden bedeutet aber nicht zustimmen.

    Was mit aber besonders negativ auffällt ist die Änderung im Verhalten von Kindern, Eltern und Behörden:

    1995: Kind steckt seine Hand durch den Zaun zu einem Hund. Hund beißt, Kind heult.

    Zuhause gibt es für das Kind kein Verständnis und in den 90ern noch eine auf den Hintern, denn warum zur Hölle hat das Kind seine Hand da durchzustecken?

    2022: Kind Kind steckt seine Hand durch den Zaun zu einem Hund. Hund beißt, Kind heult.

    Es gibt eine Strafanzeige gegen den Hundehalter. Privatrechtlich gibt es noch eine Schadensersatzforderung. Der Hund darf zum Wesenstest.

    1. nutzt ja aber nix wenn der hund vernünftig ist und das kind nicht. ich stund mal in der fussgängerzone und meine damals schon stocktaube, rückengeplagte, 15jährige hündin neben mir. ein zauberhaftes buberl auf einem dreiradler fand es lustig, den versuch zu unternehmen mit dem dreirad dem hund in die seite fahren zu wollen (schräg von vorne …). ich konnte gerade noch das kind anbrüllen und meinen fuss dazwischenstellen. ich fiel fast aufs maul, das büblein knallte mir mit dem vorderrad auf das grundgelenk der kleinen zehe, ich hatte einen veritablen schock, der hund recht wenig mitgekriegt weil halt stocktaub, und raten sie mal: die grossmutter des bübleins ging auf mich los, so wie ein paar andere passanten auch, weil man darf kleine kinder nicht anschreien, die wissen es halt nicht besser.
      ich hatte dann nicht nur einen veritablen schock, sondern auch eine gebrochene zehe, einen gebrochenen mittelfussknochen und ein zermatschtes zehengrundgelenk, entsprechend jede menge aua, einen verpatzten urlaub, und wenn ich daran denke was ein mittelgrosser hund mit ordentlichem gebiss und maul in kindergesichtshöhe anrichten kann wenn so seitlich in die rippen gekracht wird: so gut kann man einen hund gar nicht erziehen. und auch ein maulkorb nützt in so einem fall nix.

      ich hab gelernt: wenn dich der hund beisst, kriegst eine ohrfeige, weil dann hast du was falsch gemacht, nicht der hund. jetzt werd ich in ein paar monaten 70, und mich hat noch immer kein hund gebissen.

      1. Mich hat durchaus ein Hund gebissen, als ich noch ein Kind war. Ich kletterte auf einem dieser komischen, mit Plastikstrippen bespannten Stühle herum und rutschte mit der Hand durch die Bespannung, so dass ich fast den Fußboden berührte.
        Unter dem Stuhl stand allerdings der Fressnapf des dort wohnenden Hundes. Der biss mir empört in die Finger.
        Eine Ohrfeige bekam ich dankenswerterweise nicht, sondern Trost. Und die Erklärung, warum der Hund das gemacht hat.

        Elterliche Schadenfreude hingegen habe ich geerntet, als ich trotz mehrfachen Ermahnungen einfach nicht einsehen wollten, dass die Katze der Verwandten, bei denen wir zu Gast waren, nicht mit mir spielen wollte und sie hartnäckig solange verfolgte, bis sie genug hatte und mir ihre Krallen über den Arm zog.

        1. von meinem mich zärtlich liebenden vater hätte ich da wohl gleich mehrere ohrfeigen kassiert wegen
          1. man klettert nich auf sitzmöbeln herum
          2. man schaut was unter dem ding ist wenn man schon glaubt auf irgendwas herumklettern zu müssen
          3. und schon überhaupt wenn ein hund dort wohnt
          4. in der nähe der futter- oder wasserschüssel hat kein mensch was verloren

          allerdings hätten die rüge auch die hundehalter (je nach art undbenehmität ebendieser möglicherweise auch eine ohrfeige) bekommen, weil: wie kann es sein dass, wenn besuch kommt, die futterschüssel des hundes unter einem sessel steht.

          und das hatte mit schadenfreude gar nix zu tun, das lag vattern gar nicht, dem ging es mehr um einprägsame erziehungsmetaphern. und: mich hat weder ein viech gebissen als kind, noch hab ich für falsches verhalten gegenüber viechern eine ohrfeige bekommen.

        2. @kelef
          Die Schadenfreude war ja bei der Sache mit der Katze. Sie hatten mich mehrfach gewarnt, ich wollte nicht hören -> Siehste, das haste jetzt davon.

          Die Sache mit dem Dackel und dem Stuhl habe ich zu kurz zusammengefasst.
          Hier der ausführliche Bericht: Mein Vater und ich waren nicht irgendwo zu Besuch. Wir standen in einer Tankstelle in der Nähe unseres Hauses, deren Betreiber seinen Dackel immer mit zur Arbeit brachte. Daher meine Aussage „des dort wohnenden Hundes“. Tagsüber wohnte er ja quasi dort.
          Und wenn mein Vater mir eine getafelt hätte, weil ich auf dem Stuhl rumgeklettert bin, wäre ich zu Recht äußerst beleidigt gewesen.
          Der Stuhl stand an einer Wand. An dieser Wand hing ein Displays mit Anziehpuppen-Kleidung. Mein Vater sagte, ich könnte mir ein Outfit davon aussuchen. Ich kam aber nicht an das Display heran, da ich zu klein war.
          Mein Vater sagte deshalb, ich solle doch auf den Stuhl klettern und mir den gewünschten Artikel abpflücken.

          Aber grundsätzlich stimmt natürlich, dass die einzig unschuldige Person in dem Szenario der Hund war.
          „Ich kenne dieses Kind zwar und habe mich auch schon oft von ihr streicheln lassen, aber wenn es so aussieht, als ob sie mit Schwung nach meinem Futter greift, hört die Freundschaft auf.“
          Kann man ja verstehen.

    2. Das Schnuppern finde ich auch entbehrlich. Ich biete Streichelinteressenten, unabhängig vom Alter, immer an, den Hund mit einem Leckerli zum Näherkommen einzuladen. Leckerli hab ich immer dabei. Hinhockerln, auf der flachen Hand anbieten, und wenn er Lust hat, holt er sich das ab. Das geht natürlich nur, wenn der Hund nicht generell so gierig ist, dass gleich ein Finger mit im Maul verschwindet. 😉
      Hat Hund mal kein Interesse näherzukommen, finden es Kinder eigentlich immer trotzdem noch ganz toll, ihm das Keks einfach hinzurollen – und spätestens dann wird es zuverlässig verputzt. Da bin ich dann auch schon öfter gefragt worden, ob noch ein zweites hingerollt werden darf, weil Füttern auch ohne direkten Kontakt Spaß macht. Klar war das immer erlaubt. 🙂

  4. Meine Kinder möchten selten Hunde streicheln, ich weise oft nur darauf hin, dass sie langsam an Hund mit Besitzer vorbeigehen/rollern sollen, damit Platz für alle ist. Das klappt gut.
    Musste mich mal von einem Hundebesitzer belehren lassen, dass von vorne Angriff bedeutet und von schräg Seite besser sei. Ich indes wollte, dass mein damals 2Jähriges eigentlich nur nicht zu nah von hinten kommen sollte :/
    Als Kind wurde ich vom Hund einer Freundin ins Gesicht gebissen. Hätte mir gewünscht, dass mir gesagt wird, dass ich ihn nicht an der Seite kraulen darf (er wurde wohl dorthin getreten, daher Beißreaktion, trotzdem scheiße für mich).

  5. ich hatte immer hund und auch kind, und kinder in dem mietshaus in dem ich wohnte, die wachsen so heran von 0 bis ich-bin-schon-erwachsen. meine hunde waren nie problematisch, der bassett seinerzeit war sogar ein gerngesehener gast im kindergarten. keiner meiner hunde (weder rüden noch hündinnen, im laufe von mehr als 40 jahren kommt ja schon was zusammen) hatte probleme mit kindern. ich allerdings um so mehr, auch mit den zugehörigen verziehungsberechtigten, seit ich mit einer krücke gehen muss wegen mangelnder standfestigkeit nach hüft- und knieersatz bin ich relativ giftig wenn leute
    ihre hunde ungefragt zu meinem hund lassen (ich wollte der tochter nur zeigen wie lieb die spielen können, auch wenn sie an der leine sind)
    fragen stellen wie: beisst ihrer leicht? (nein, aber ich schwer.)
    leute ihre kinder ungefragt schicken um meinen hund zu streicheln (die schaut so lieb aus, die tut dir sicher nix, ich ruf nur schnell die oma an)
    die kinder mit luftballonschwertern o.ä. mit meinem hund kämpfen lassen oder den hund verscheuchen („der spielt nur drachentöten“ resp. „der mag halt keine hunde“)
    grunsätzlich gilt alles, was schon geschrieben wurde, als faustregel für das angreifen (m)eines hundes gilt: zweimal fragen, einmal hundebesitzer, einmal verziehungsberechtigten. und zumindest mein hund wird von einem kind, das ich nicht gut kenne, nur dann angegriffen wenn ich die töle am halsband oder geschirr festhalte.
    und ich brülle die kinder an wenn sie sich nicht an meine regeln halten, und zwar so, dass die das auch bei einem anderen hund nicht machen. es gibt genügend irre, besser die kinder schrecken sich über meinen schrei als es fehlt ein stück aus dem gesicht.

    1. Danke für Deine Erfahrungen. Ich hatte auch den Eindruck, dass Eltern unbedarfter und respektloser Hunden und BesitzerInnen gegenüber umgehen. Aber leider auch umgekehrt.
      Deshalb diese Artikel. Vielleicht fällt mir das auch mehr auf, seitdem wir selbst HundehalterInnen sind.

  6. Ich habe einen Angsthund. Dementsprechend muss ich sehr aufmerksam auf die Umgebung achten.
    Mir fällt auf: Bis zum Alter von ca. 10 Jahren haben Kinder keinen Plan von Hundesprache. Egal ob sie einen Familienhund haben oder nicht. Wenn von Kindern gesprochen wird, denkt man oft an Kleinkinder bis ca. 5, aber auch ältere Kinder darf man da nicht überschätzen.
    Neben allen möglichen Kinderbegegnungen (und es gibt viele außerordentlich vorsichtige Kinder), von lautem Schreien mit über die Straße auf den Hund zu rennen (die älteren Kinder ohne Erwachsenenaufsicht) bis tollpatschigen 2jährigen, die die Frage „Darf ich streicheln?“ vollständig internalisiert haben, sind mir Kinder beim Tierarzt oft die unangenehmsten Begegnungen.
    Die Erwachsenen sind häufig mit dem eigenen Tier beschäftigt; das eigene Tier sitzt hechelnd unter dem Stuhl; es ist ein ständiges Kommen und Gehen und Kinder neigen da zur Langeweile. Da geschehen schnell Annäherungsversuche.

    Was toll ist: „Der Hund hat Angst“ reicht Kindern vollständig als Begründung aus. Erwachsenen nicht.

    Ich bin auf die Fortsetzung gespannt!

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