Und das kam so:
Nadine Roßas tolle Arbeit kannte ich aus ihren Büchern zu Sketchnotes, ihrer Homepage und den Veröffentlichungen auf Instagram und Twitter. Sie ist eine erfahrene Illustratorin und Graphic Recorderin (sagt man das so?), ihre Zeichnungen sind sehr liebevoll, humorig und bringen die Themen, die sie repräsentieren, auf den berühmten Punkt. Ihr gelingt es, die Quintessenz eines Textes oder Vortrages zu filtern und in eingängige Bilder zu übertragen, die sofort hängen bleiben. Eben genau das, was Sketchnotes ausmachen, und genau das, was ich mir für das Buch vorgestellt habe.
Ich nahm mit ihr Kontakt auf – ganz digital, ganz frech – über Twitter, oder war es Instagram und kurze Zeit später trafen wir uns ganz analog in einem Berliner Café für ein paar Kaffee (sic!) und einem Stück Kuchen. Wir besprachen die Idee des Buches, wir verstanden uns gleich, wir erarbeiteten die erste Grundstruktur. Das Buch sollte zahlreiche Kapitel enthalten, wir rechneten mit sechzig oder siebzig Einzelthemen. Jedes Kapitel startet mit einer große Sketchnote zu einem medizinischen Thema, die im anschließenden Text von zwei oder drei Seiten genauer erläutert wird, für alle die noch mehr Hintergrund nachlesen wollten. Es ist der 20. Oktober 2022.
Erste Gedanken – wie veröffentlichen?
Wir überlegten auch, wie wir das Buch veröffentlicht könnten. Sollte es im Selbstverlag erscheinen? Sollten wir uns selbst einen Verlag suchen? Oder doch lieber das Buch einer Agentur anbieten, die dann für uns nach einer/m geeigneten VerlegerIn sucht? Die Suche nach einem Verlag könnte mühselig werden, Nadine arbeitete bisher vor allem mit einem Verlag, der ihre Sketchnotes-Bücher veröffentlicht hatte, der war vermutlich nicht geeignet. Andererseits hatte sie schon manches für andere AutorInnen illustriert, die in Ratgeberverlagen veröffentlicht hatten, so beispielsweise dem Beltz-Verlag. Ich wiederum hatte beim ersten Buch eine Agentin gehabt, die die Vermittlung übernahm, gut im Verlagswesen vernetzt ist und auch die Verträge aushandelte. Und dazu die bange Frage: Will irgendjemand überhaupt ein solches Buch sehen?
Schließlich einigten wir uns darauf, erst einmal an einem Entwurf zu arbeiten, einem Exposé, das wir einer Agentur oder eben direkt einem Verlag anbieten konnten. Also galt es, einen Einführungstext zu schreiben, was das Buch überhaupt beinhalten soll, außerdem ein Inhaltsverzeichnis zu erarbeiten und als Beispiel drei Themen, deren Textinhalte von Nadine in drei beispielhaften Sketchnotes illustriert werden sollten. Es wurden die Themen „Ohrenschmerzen“, „Tipps für den Kinderarztbesuch“ und „Die Vorsorgeuntersuchung U2“, als typische Beispiele eines speziellen Themas, eines allgemeinen Themas und einer Vorsorgeuntersuchung. Das Buch sollte eine Mischung daraus werden.
Die Agentur sagt zu und findet einen Verlag
Wir boten das Exposé meiner „alten“ Agentur an. Und warteten. Und warteten.
Und wurden ignoriert. Auch auf Nachfrage kam keine Reaktion. Wie schade. Also doch selbst nach einem geeigneten Verlag suchen? Aber welcher könnte das sein?
Schließlich gaben wir der Agenturidee noch eine weitere Chance, schließlich kannten wir über unsere Social-Media-Kontakte ein paar AutorInnen aus dem medizinischen Bereich, die auch Sachbücher veröffentlicht hatten. So landeten wir endlich bei der Agentur „Rauchzeichen“ aus Berlin, bei Imke Rösing, die von unserem Exposé begeistert war. Sie bot den Entwurf mehreren Verlagen an, den Zuschlag erhielt der Beltz Verlag, für den Nadine bereits ein paar Bücher illustriert hatte. Dort werden wir von Carmen Kölz betreut, die auch ich selbst vom ersten Buch kannte, als sie noch beim Eichborn Verlag arbeitete. Dies konnte nur eine Fügung des Schicksals sein.
Nun begann die Arbeit: Schreiben an den Texten (wir einigten uns auf ungefähr 50 bis 60 Einzelthemen), Zeichnen der Sketchnotes, Nachgrübeln über den Aufbau des Buches, Abstimmung von Text und Bild, Entwickeln kleinerer Illustrationen, die den fließenden Text auflockern sollten bis hin zur Covergestaltung. Für Nadine und mich eine Mammutaufgabe, die wir bei unserem ersten Treffen im Café so gar nicht absehen konnten.
(c) Bild bei Beltz Verlag

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