Saftladen

Vater: „Und dann, übrigens: Sie isst ja gar nichts.“ Nachdem ich mir die nicht vorhandene Bindehautentzündung und den nicht vorhandenen Ausschlag angeschaut habe.
Ich: „Und was isst sie?“
Vater: „Na, nichts.“
Ich: „Gar nichts?“
Vater: „Gar nichts. … also fast.“
Ich: „Und was?“
Vater: „Mal ´n Keks.“
Ich: „Aber trinken tut sie?“
Vater: „Ja und wie.“
Ich: „Und was? Zum Beispiel heute morgen?“
Vater: „Milch. Mit Kaba.“
Ich: „Und mittags?“
Vater: „Auch wieder Milch. Ohne Kaba.“
Ich – ahnend: „Aus der Flasche?“
Vater: „Ja.“
Ich – ängstlich: „Wieviele Flaschen?“
Vater: „Keine Ahnung. So zwei Liter werden´s schon sein.“
Ich: „Wie alt ist Ihre Tochter?“
Vater: „Drei Jahre?“
Ich: „Wieviel Taschengeld bekommt sie?“
Vater: „Äh… noch keins?“
Ich: „Und wie oft geht sie einkaufen?“
Vater: „Gar nicht?“
Ich: „Sehen Sie? Das ist der Schlüssel zum Glück. Wenn Ihre Tochter noch nicht losgeht und sich selbst die Milch in Flaschen mit Kaba kauft, dann werden Sie das wohl selbst machen.“
Vater: „…“
Ich: „Genau. Kaufen Sie keinen Kaba mehr und lassen Sie sie nicht mehr soviel Milch trinken. Dann wird sie auch essen.“
Vater: „Und was soll ich ihr dann in die Flaschen tun? Saft?“

In Variationen führe ich dieses Gespräch sicher ein oder zweimal die Woche. Ich unterstelle den Eltern gar kein Unwissen. Es ist die Angst vor dem Verhungern, dass sie zu solchen Schritten treibt, gepaart mit der Konfliktscheue, den Kindern die Flasche zu verweigern. Aber so einfach ist es nun einmal: Wer einkauft, bestimmt, was zuhause auf den Tisch kommt. Und nur das nehmen die Kids zu sich. Lässt sich beliebig austauschen (Fruch.tzwer.ge, Fan.ta, Zuckermuesli, GuteNacht-Breie usw.).

75 Kommentare zu „Saftladen

  1. ich hab eher das andere problem, kind futtert was der teller her gibt, aber trinken will er nicht, nur nur mamas milch, noch kann ich flüssigkeit unter den brei mischen und weiter versuchen ihm wasser und tee aus flasche oder trinklernbecher schmackhaft zu machen, mit 8 monaten darf er sich da noch anstellen, früher oder später wird auch er das lernen wie seine großen brüder

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      1. Verdurstet nicht, aber mein Sohn hatte fiese Verstopfungen, weil er definitiv zu wenig getrunken hat. Noch heute mit fast 6 Jahren muss ich ihn immmer wieder erinnern und ihn teilweise direkt anweisen JETZT zu trinken, weil es sonst nicht reichen würde. Freiwillig käme er etwa auf nen halben Liter pro Tag.

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        1. „Freiwillig…“- ja genau so ist es. Dann lass ihn halt freiwillig 1/2 Liter trinken und es wird okay sein. Früher ist auch keiner ständig hinter den Kindern mit der ständig verfügbaren Flasche/Becher hergelaufen und sie sind normal und gesund aufgewachsen. Du bist nicht der Sklave deines Kindes.

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        2. Nee, tschuldigung, aber dafür hab ich mit ihm schon zu oft die Erfahrung gemacht, dass es eben doch mit dem Trinken zusammenhängt. Ich bin auch nicht der Sklave meines Kindes, ich erinnere ihn daran, wie ich ihn auch ans Händewaschen nach dem Toilettengang oder ans Naseputzen erinnere.

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        3. Diese Erfahrung kann ich definitiv bestätigen, Sohnemann hat es gar nicht so mit Trinken, seine Zwillingsschwester macht überhaupt keine Probleme damit. Er leidet unter Verstopfung, sehr heftig sogar und alle Hausmittelchen sind fürn Ar.. Was hilft, ist kurioserweise ein oder zwei Baby-milch-Tage, wo er fast nur die Babymilch bekommt. Aber ist mit 15 Monaten auch echt nicht das Gelbe vom Ei. Oder eben Einlauf. Auch nicht dolle auf Dauer… (ich war jetzt sehr froh über den Magen-Darm-Infekt, so doof wie das jetzt klingt, aber ne volle Windel ohne Schreien wie am Spieß und quasi schmerzfrei hatten wir seit Monaten nicht mehr 😦 )

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        4. Wenn Milch hilft, hast du es vielleicht schonmal mit Milchzucker versucht? Soll auch gegen Verstopfung helfen.

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      2. Stimmt wohl,aber von heut auf morgen funktioniert abstillen nicht (jedenfalls nicht ohne medis) und wir stillen nur noch morgens und abends. Es ist ein lernprozess auf beiden seiten, mich erstaunt halt das er essen besser lernt als das trinken, hätte es anders erwartet

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      3. Ich finde, mit 8 Monaten darf Mamas Milch aber noch sein. Da nennt man das Kind noch Säugling. Und soweit ich weiß, wird in dem Alter das Saugen auch noch empfohlen. Meine Mittlere stillte zu der Zeit noch voll, weil sie Brei völlig verweigert. Für mich war das ok, aber ich war auch mit Leib und Seele Stillmama. Und beim letzten Kind entsprechend traurig, als es sich mit knapp 2 1/2 selbst abstillte. *seufz*

        Milch ist für die Kälbchen, sagte mir mal einer. Unsere trinken ab und an mal ne Tasse, die Jüngste gern zum Frühstück mit 1 TL Kakao auf einen Becher. Bei Oma ist das halt so, dass morgens erst eine Tasse Milch getrunken werden soll, bevor es Saft gibt.

        Schlimm fand ich, als ich vor ein paar Jahren beim Patenkind babysitten war und dem damals fünfjährigen Kind zusehen musste, wie es seinen Abendkakao aus einer Flasche mit Sauger vor dem Fernseher getrunken hat. Abendritual … *heul*

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        1. Abendritual? Puuuuh – Milch + Sauger + Fernsehen – Da würde ich nachher im Bett stehen (und ich vermute mal meine Kinder auch, denn Fernsehen ist wirklich aufregend abends)

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      1. Es gibt einen Unterschied zwischen 1 oder 2 Tassen Milch zum Frühstück oder der „Dauerbereitstellung“ der Milch über die bequeme Flasche.

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  2. Als meine Kinder klein waren, leitete ich ein paar Jahre lang eine Spielgruppe. Da kam auch einmal ein neues Kind, ca 4 Jahre alt, welches bis dahin nur aus der Flasche trank.
    Am 1. Tag, als alle Kinder um den Tisch herumsassen, schnitzte ich aus iKarotten, und Äpfeln Krokodile und Kronen.
    Die Mütter sassen ebenfalls dabei. Die Mutter des Flaschenkindes sagte, ihr Kind esse sowas nicht. Das Kind zeigte aber ziemlich schnell auf die Karotten und wollte unbedingt so ein Krokodil.
    Und sie hat auch begonnen daran rumzukauen. Zum grossen Erstaunen der Mutter.
    Kinder brauchen andere Kinder um sich von ihnen Dinge abschauen zu können. So verschwinden einige Macken schmerzlos und klar, einge kommen (Fluchwörter etc).
    Die anderen Mütter waren auch ganz berührt von der Geschichte und berichteten mir noch Jahre später, das Mädchen habe sich immer mehr geöffnet.

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    1. Deshalb gehören (gerade solche) Kinder in den Kindergarten. Damit Kinder UND Eltern voneinander lernen.

      Und manchmal auch den Kopf schütteln können über andere Eltern. 😉

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  3. Doof nur, wenn das Kind dann Naschkram in rauen Mengen von allen Verwandten und Bekannten zugesteckt bekommt mit der Aussage: „Das ist aber nur für dich, nicht dem Papa geben.“
    Ab einem gewissen Alter merken Kinder sich sowas und dann kann man nichtmal das Süße heimlich beiseite legen. Da wird sich früher oder später dran erinnert. *grml* Ständig Konflikte mit allen Beteiligten deswegen.
    Warum ist es so toll Kinder was süßes zu geben? Meine freuen sich auch über Seifenblasen oder ähnliches und sind sogar noch länger damit beschäftigt, wodurch der Kaffeeklatsch entspannter wird.

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    1. Ich finde es völlig in Ordnung wenn Kinder von den Omas und Opas Süßigkeiten bekommen. Es ist bei uns klar dass es ne Ausnahme ist dass sie unter der Woche bei Oma Kaba kriegen (was es bei uns nur am Wochenende gibt) und dass Opa und Großtante immer kleine Gummibärchentüten haben. Das ist das Oma-Privileg. Und meine Kinder wissen inzwischen auch, dass das daheim eben nicht geht weil jeden Tag Kaba und Gummibärchen ungesund ist. Sie planen sogar schon, ihre eigenen Kinder später nur am Wochenede zu mir zu schicken um den Kaba-Trick zu umgehen 😉 Wenn diese Ausnahmen den Kindern zeigen, was „normales“ Essen ist und was Süßigkeit, dann hab ich doch schon viel gewonnen.

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    1. Es soll Kinder geben, die mit 3 noch Windeln tragen. Und es soll Kinderärzte geben, die sagen, dass dies okay ist. Denn ob ein Kind schon seine Ausscheidungen kontrollieren kann hängt nun mal nicht daran, ob die Eltern das wollen oder trainieren, sondern ob das Kind soweit ist. Ganz so einfach ist die Welt halt doch nicht, dass immer nur die blöden, faulen oder sonstwie unwilligen Eltern an allem schuld sind.

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      1. Es gibt einen einfachen Unterschied zwischen Milchflaschen und Schnuller einerseits und Windeln mit drei andererseits:
        Letzteres ist medizinisch null relevant. Ob ein Kind mit zwei oder sechs trocken ist, schadet niemandem.
        Schnuller und Flasche machen alleine schon mal die Zähne und den Kiefer kaputt, von anderem ganz zu schweigen

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      2. All die Leute die nicht nur 1 Kind zu Hause haben sondern aus welchem Grund auch immer viele Kinder sehen und die Entwicklung vergleichen können werden aber (leider) ziemlich eindeutige Zusammenhänge zwischen Flasche, Schnuller und Windel und dem Verhalten der Eltern erkennen können. Ob das dir jetzt passt oder nicht.

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        1. Auf die Zusammenhänge bin ich ja mal gespannt. Ich habe zwei Jungs, beide nie Flasche und nie Schnuller gehabt, der eine war trocken bevor er drei war und der andere erst mit dreieinhalb.

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      3. Das hab uch auch nie behauptet.
        Aber ich habe inkl. meiner eigenen schon viele Kinder trocken werden sehen.
        Mit spielerischen Toilettentraining von klein auf.
        Ritualhaftes auf die Toilette setzen, so wie wir Erwachsenen das auch tun (vor dem zu Bett gehen / vor dem Haus verlassen / nach dem aufstehen erc.) und alle diese Jinder waren deutlich vor dem 3. Geburtstag trocken.
        Die Kinder, die ich erleben durfte (und das sind nicht alle Kinder dieser Erde, also hat dies natürlich nur eine geringe Allgemeingültigkeit, wobei die Häufung enen auch ihre Schlüsse zulässt), die nicht vor dem 3. Geburtstag trocken waren, hatten leider auch Eltern, die genau dein Argument immer gebracht haben und kein Training durchführten, weil das Kindelein ja nich nicht selbst auf die Idee kam.
        Auf meine, zugegebenermaßen ketzerische Frage, ob sie beim Einmaleins und bei Rechtschreibung und Algebra auch warten würden, oder wieso sie denken, dass ein „beibringen“ bei diesen Themen dann doch angebracht sei, erhuelt ich meistens keine Antwort.

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        1. Genau! Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, die sich alles selber beibringen können, alles selber entscheiden können usw. Eltern sollen endlich wieder Eltern sein und Erziehung auch durchführen, auch auf die Gefahr hin, dass sie von ihren -ach so vergötterten Kindern- mal nicht gemocht werden.

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        2. PS na wenn die anderen zwei auch recht haben, dann seid ihr ja schon drei und damit eindeutig die Mehrheit und damit habt ihr recht. Nein ich greife nicht in die „Die Mehrheit fand Hitler auch gut“ Kiste!

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        3. Ich kenne solche Kinder, und nicht nur eins. Sie haben alle engagierte Eltern, die sie an die Toilette herangeführt haben, und sie sind alle kognitiv auf der Höhe, so dass es sich um keine allgemeine Entwicklungsverzögerung handeln kann. Oder sollte Remo Largo, der recht deutlich betont, dass die Ausscheidungskontrolle einer körperlichen Reifung unterliegt, die nicht beeinflussbar ist, so falsch liegen?

          Vielleicht waren alle Kinder in deinem Umfeld, die „deutlich vor dem 3. Geburtstag“ trocken waren, eben körperlich so reif, und andere sind es nicht. Wie groß ist deine Stichprobe? Ist sie repräsentativ in der Zusammensetzung? Ist das Ergebnis signifikant?

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        4. Jetzt wollte ich dir auf deinen Kommentar von vorhin gerade beipflichten, dass das Gesamtpaket – Schnuller, Windel und Dauerflasche mit 3 – durchaus bestimmte Vorurteile bei mir hervorruft – da kommt so eine beknackte Ergänzung zum Thema Toilettentraining, dass es mich im Halse würgt! Ritualhaft, also nee! Man geht aufs Klo, wenn man halt muss und nicht zu festen Zeiten. Und genau das ist ja Trockensein. Merken, dass man muss und es solange einhalten, bis man auf dem Klo sitzt. Nicht zu festen Zeiten draufgehen werden, um den Windelinhalt abzufangen.

          Ich habe zwei Kinder. Mit keinem habe ich Toilettentraining betrieben. Kind 1 war mit 2,5 tagsüber zuverlässig trocken, mit knapp 3 nachts. Kind 2 war bis kurz vor 4 durch absolut nix zu bewegen, auch nur mal Probezusitzen auf Topf oder Klo. Und dann dauerte es nochmal 2 Jahre, bis er auch nachts trocken war. Und nun? Was trägt das zu deiner Statistik bei? Liegt es nicht vielleicht zu einem sehr großen Teil am Kind selbst, wann es seine Windel ablegt?

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        5. Gwendolyn, hier muss ich dir beipflichten. Toilettentraining ist ein no go für mich. Es gibt einen feinen Unterschied zwischen „Kind ist trocken“ und „Kind ist sauber“. Das eine ist etwas, wo das Kind völlig allein entscheidet, wann es muss und dann geht. das andere, wenn man ritualisiert und die passenden Zeitpunkte abpasst. Meine Kinder waren keine Flaschenkinder, Schnuller war relativ schnell abgeschrieben und was das Trockensein betrifft, sind sie kein Maß. Wir hatten sehr wohl beim ersten einen Topf im Bad, den gabs halt im Set mit dem Kinderwaschbecken und dem Windeleimer … 😉 Der stand da gut rum, bis das Kind ihn aus Neugier entdeckte. Weil sie Mama eben immer nachgedackelt kam ins Bad. Da lag mir meine Schwiegermutter schon Monate in den Ohren, ich müsse trainieren. Gut, das ich zwei Ohren habe *g*

          Mit 16 Monaten verweigerte sie morgens die Windel, da war sie gerade zwei Monate im KiGa. Sie ging dann ohne mit einem großen Paket Wechselwäsche – das wir nie gebraucht haben. Nachts blieb sie mit 2 1/2 trocken.
          Die Mittlere kannte das Töpfchen ja nun von der Großen, das sie trotz schwerer Krankheit selbiges für sich entdeckte, wunderte uns dann aber doch. Wobei: blöd war das Kind ja nicht, es hatte auch schnell raus, das alles außer Muttermilch retour kommt und ging auf Vollstillen. Und sie merkte schnell, das zytostatikaverseuchtes Pipi im Topf nicht am Popo brennt. Himmel, was haben wir damit für Wirbel erzeugt, weil da bei einer Einjährigen nicht mehr nur Windeln zum Wiegen kamen …
          Die Jüngste … da schämte ich mich teilweise, weil ich damit aneckte, das das Kind mit 10 Monaten tags ohne Windel lief, auf eigene Initiative. Toilettengang unterwegs im Einkaufszentrum oder so war wie Spießrutenlauf, weil wir ja nicht in den Wickelraum gingen.

          Damals musste ich lernen, Signale zu lesen. Verbal war sie ja noch nicht so weit. Wer sich mal mit „windelfrei erziehen von Anfang an“ beschäftigt hat, weiß wovon ich rede. Mir ist die Methode ja zu stressig 😉 Ich hatte meine Baumwollwindeln, das kleine Töpfchen für unterwegs – weil großes Kind lange öffentliche Toiletten mied, abhalten ging bei allen dreien ganz ganz lange gar nicht.

          Halt, doch: doch bei der Lütten hab ich Topftraining gemacht. Ich gestehe! Ich hab das Kind von Toilette auf Topf „umgewöhnt“, weil Klopfen an der Badtür gern im Lärm oder aufgrund von Entfernung unterging, Topf vor die Füße geknallt zu bekommen, war deutlicher.

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        6. Schön, dass bei all deinen Kindern die Initiative von ihnen ausging. Nur, was machen wenn die Kinder eben lange kein Interesse am Töpfchen zeigen? Ist es dann die Schuld der Eltern wenn sie ihnen die Zeit lassen, andere Prioritäten zu setzen?
          Mein Jüngerer war trotz vielfacher Anläufe meinerseits lange der Ansicht, Töpfchen sind doof. Fahradfahren konnte er mit zwei, weil das war spannend. Leitern klettern konnte er, bevor er laufen konnte, denn das war auch spannend und oben hatte der große Bruder seine Autos. Aber Klos und Töpfchen, wozu soll das gut sein? Da konnte sich Mami den Mund fusslig reden, Bücher, Pläne, das ganze Trara, das interessierte ihn einfach nicht. Irgendwann machte es Klick und er war innerhalb von zwei Tagen trocken, tags wie nachts.
          Man sollte nie den Willen des Kindes unterschätzen wenn es darum geht, etwas zu lernen. Man kann als Mutter Anreize und Hilfe geben, aber ich kann ihn nicht zum Pinkeln zwingen, das ist allein seine Errungenschaft.

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        7. Toilette ist nur Erziehungssache?
          Hmmmm.

          Kind 1 (Mädchen) ist inzwischen 11 Jahre alt und nicht wirklich zuverlässig trocken. Sogar tagsüber passiert „es“ noch manchmal. Bevor hier ein Sturm von gut gemeinten Ratschlägen über mich herein prasselt: Sie ist von mehreren Ärzten (Paediater) sowie in zwei Kinderkliniken komplett durchuntersucht und absolut und in jeder Hinsicht körperlich gesund und mit hohem IQ gesegnet.

          Inzwischen habe ich ein Stück weit aufgegeben, da die Kooperation von ihrer Seite fehlt, eigentlich nie da war. Ich vertraue auf den Druck der Gesellschaft (Klassenfahrten, Übernachtungen bei Freundinnen etc) aber sie arrangiert sich erstaunlich gut damit und versteckt sich nicht. Um die Algebra zu bemühen: In Mathe ist sie auch ohne meine Unterstüzung Klassenbeste *stolz grins*.

          Im Gegenzug hat sie wenig Ekel vor den Ausscheidungen Anderer. Übergeben sich Katze oder Hund, beseitigt sie es problemlos, hat auch schon mehrfach Oma bei der Versorgung der inkontinenten Uroma helfen müssen.

          Kind 2 (Junge, 10 Jahre) war ungewöhnlich früh komplett sauber. Von dem Moment an, als er verstandesmäßig in der Lage war, den Zusammenhang zwischen Töpfchen und „kein Bah an der Haut“ zu begreifen, war die Sache – mit extrem seltenen Ausnahmen – erledigt. Seit er etwa zwei Jahre alt war, hören wir ihn auch nachts regelmäßig über den Flur flitzen und den Klodeckel zurück knallen. Sich beim Übergeben selbst zu beschmutzen ist für ihn absolut undenkbar. Er schafft es immer (!) mindestens zur Badewanne oder besser noch zu seinem Mäuerchen im Garten, wo seine Füße in Sicherheit sind.
          Zecken ziehen bei Hund und Katze ist seine Leidenschaft, vom Kater geschenkte tote Mäuse beseitigen schon grenzwertig, aber jegliche Art von Körperausscheidung, egal ob von Mensch oder Tier, bringen ihn zum Würgen bis hin zum Ko…

          Woher kommt der Unterschied?
          Ich habe keine Ahnung.
          Konsequenter in allen Lebenslagen (auch Toilette) war ich auf jeden Fall bei Kind 1.

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        8. Ich hab mit mittlerweile 3 eigenen Kindern die ganz gegenteilige Erfahrung gemacht. Toilettentraining = NO GO.
          Die zwei Großen haben beide eines schönen Tages mir erklärt: „Ich will KEINE WINDEL mehr“. Die ersten zwei Tage ging ALLES in die Hose, dann klappte das mit dem großen Geschäft. Und irgendwann auch das kleine… Es gab Höhen und Tiefen – Kind 2 war grade 2 Jahre geworden, es es das mit der „keine Windel mehr“ verkündete und war nach ein paar Wochen trocken, besteht aber heute (gutes Jahr später) immer noch auf der Windel nachts. Kind 1 hat auch diesen Sommer über teilweise mehr Hosen verbraucht am Tag als andere in zwei Wochen… besteht aber nachts darauf, ne Unterhose zu tragen. Kind 1 hat kurz vor seinem 3. Geburtstag verkündet, keine Windeln tragen zu wollen und ist jetzt 4,5 Jahre alt. Ich muss Kind 1 vor jedem das-Haus-verlassen geradezu „zwingen“, ncoh mal aufs Klo zu gehen, denn wenn es das nicht gemacht hat, muss es kaum dass wir im Auto sitzen (aufm Fahrrad, um die Ecke gebogen sind…). Und zwar JETZTGLEICHSOFORT.
          Kind 3 ist 1,5 Jahre alt und folgt seit ein paar Wochen jedem aufs Klo, zieht sich dann das Shirt hoch und die Hose runter. Klopft sich auf den Windelpo und ruft „bäh“, wenn ein großes Geschäft drin ist. Ich habe 1-2 Mal versucht, Kind 3 aufs Klo zu setzen, aber das fand Kind 3 ganz fürchterlich.
          Ich bin gespannt wie das weitergeht.

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        9. Bei meiner Tochter hat es von einen auf den anderen Tag klick gemacht, und dann war sie sauber. Jedes Bemühen vorher brachte nichts.
          Ritualhaftes auf die Toilette setzen führte eher zum Gegenteil.
          Und ja meine Tochter bringt eigenes Interesse ein, dass sie jetzt (sie ist derzeit vier Jahre) Buchstaben und Zahlen Lernen möchte!
          Und ja, einen Schnuller hat sie schon lang nicht mehr.

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        1. Das liegt einfach daran, dass sich – sei es hier oder im realen Leben – wildfremde Leute anmaßen, sich in so etwas Privates wie den Toilettengang einzumischen und lauthals zu verkünden, das sei alles nur Erziehungssache, die Eltern nur zu faul (weil Windelnwechseln ja sooo viel Spaß macht) undundundoderoderoder. Wenn dann noch oberbescheuerte Vergleiche wie „Mathematik bringt man dem Kind ja auch bei“ (jo, Schließmuskelkontrolle und Rechnen, genau dasselbe Schema) gezogen werden, kann ich mich nicht mehr zurückhalten.

          Aber grundsätzlich gebe ich dir recht: Es ist ein Luxusproblemchen, überhaupt darüber zu diskutieren, weil es vollkommen egal ist, ob ein Kind mit 1, 2, 3, 4 oder später trocken ist. Es geht schlicht niemanden etwas an.

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        2. kinder lernen laufen, lernen sprechen… alles irgendwann und normalerweise von alleine.
          ebenso das trocken werden.

          ich kenne kein kind, das mit pampers am popo eingeschult wurde.

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        3. Achso, du sprichst also nicht mit deinem Kind, hälst es nicht an den Händen wenn es zu laufen beginnt, ermunterst es nicht zu neuen Fortschritten….;) Ich glaube ganz alleine muss zum Glück (fast) kein Kind das alles lernen. Und zum Toilettengang: die meisten Erwachsenen gehen vorm/nach dem Schlafen, nach dem Essen….. komisch ist ja gar nicht regelmäßig 😉

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        4. Du verstehst den Unterschied einfach nicht. Ein Kind lernt laufen, wenn es dafür reif ist – ganz genauso wie den Toilettengang. Es wird nicht früher laufen, weil ich es mit 5 Monaten regelmäßig nach dem Aufstehen hinstelle und seine Beine entsprechend bewege. Entwicklungspsychologen können das bestimmt viel besser erklären als ich, aber meines Erachtens vermengst du hier viele Dinge, die nicht zusammengehören. Und: Natürlich gehe ich nach dem Aufwachen meistens aufs Klo – weil ich MUSS, nicht weil es ein Ritual ist! Es war niemals mein Ziel, meinen Kindern regelmäßiges Aufs-Klo-Gehen anzutrainieren, finde ich vollkommen abwegig.

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        5. Tut mir leid, aber für mich ist das einfach Faulheit und Gleichgültigkeit. Es geht doch darum dass man dem Kind hilft bestimmte Fortschritte auch zu erreichen, ob das nun beim Laufen, Klettern oder Malen oder beim Toilettengang ist. Mir tun die Kinder einfach leid, die sich da selbst überlassen bleiben, die nicht gefragt werden ob sie mal müssen, nicht auf dem Topf sitzen wenn Mutti auch geht usw.

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        6. Tja, mir tun die Kinder leid, die, kaum dass sie sitzen können, mehrfach täglich zu Topfsitzungen genötigt werden, damit sich Mutti auf die Schulter klopfen kann, dass sie nicht so faul ist wie andere Eltern…

          Aber klar, alle Kinder, die später als mit 2 Jahren trocken sind, wurden natürlich niemals gefragt, ob sie mal müssen, denen wurde nie der Topf angeboten usw. Du kannst dir das vielleicht nicht vorstellen, aber es gibt Kinder, die lehnen jegliche Aufforderungen und Angebote dieser Art ab. Meins damals zum Beispiel. Was machst du dann? Zwang? Bestechung?

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        7. Was heißt denn „dass die Mutter sich auf die Schulter klopfen kann..“- diese Mutter ist ehrgeizig und sie MACHT wenigstens etwas als einfach nur abzuwarten und das Kind sich selbst zu überlassen. Eltern sein heißt auch unbequeme oder anfangs eben ungewohnte Dinge mit dem Kind zu machen, auch wenn das Arbeit und Mühe macht.

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        8. Gwendolyn, weil ich bei deinen anderen Kommenater keinen „Antwort“-Button habe, hier etwas verschoben meine Gedanken zum Thema „was tun mit Verweigerern?“
          Mein Patenkind wusste sehr gut, was er da in die Windel tut. Dennoch waren weder Topf noch Toilette akzeptabel. Ich bat die verunsicherte Mama, ihm Zeit zu lassen. Irgendwann probierte er, womöglich durch „Gruppendynamik“ ausgelöst (unsere Kinder als Besucherkinder, Kindergarten) den Topf. Der Knoten löste sich, aber nur fürs Pipi. Groß ging gar nicht. Zwang fühlte sich falsch an, ich hatte Bedenken, dass er dicht macht, dass er Verstopfung bekommt. Also ließen wir ihn sich mit der Windel zurückziehen, er machte sie voll und kam dann zum Windeln. Es dauerte lange, bis eines Tages aus Zufall ein Geschäft im Topf landete. Der Knoten löste sich …
          Letztlich würde sich das „abwarten, bis das Kind soweit ist“ doch mit deiner Meinung zum Thema Entwicklung der Kinder decken. Kinder lernen laufen, wenn sie soweit sind. Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht …

          Ich bin davon überzeugt, das sich Kinder die Entwicklungsschritte rauspicken, die sie bewältigen können. Egal ob es Laufen, Sprechen oder Trockenwerden betrifft. Jedes Kind entwickelt sich anders. Was ich wichtig finde, ist aber das Angebot. Sprich: das Kind sollte durch Zuschauen oder Erklären lernen dürfen, wie gewisse Dinge funktionieren. Ich kenne Leute, die können das Kind im Bad nicht ertragen. Da kann das Kind auch nicht durch Zuschauen lernen, das man z.B. aufs Klo geht. Sicher, ich mochte das auch nicht immer, aber ich habe es oft zu akzeptablen Zeitpunkten zugelassen. Den Topf als Möglichkeit im Bad haben, aber keinen Zwang ausüben. Mal spielerisch angezogen draufsetzen und erklären wozu er da ist, wenn Mama mal Pipi macht, ist für mich ein Angebot, kein Zwangstopfen und kein Topftraining. Wenn das Kind nicht will – auch gut. Dann ist es noch nicht so weit. Dafür kann es aber vielleicht besser malen oder laufen als Nachbars Fritz, der schon auf den Topf geht …

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        9. tamara, ich meinte mit „von alleine“ die gesunden kinder, die keine therapien benötigen, um diverse entwicklungsschritte zu erreichen.

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        10. @tamara: Du scheinst davon auszugehen dass die Eltern die das Töpfchentraining ablehnen *überhaupt nichts* machen. Ich denke, das ist bei den wenigsten der Fall. Aber um bei deiner Anlalogie mit dem Laufen zu bleiben: Manche Kinder laufen mit 10 Monaten und manche erst mit 1,5 Jahren. Egal was du tust. Natürlich hältst du sie an der Hand wenn sie versuchen, Schritte zu machen, gibst ihnen Wägelchen zum rumschieben und freust dich, wenn sie sich irgendwo langhangeln. Aber der Impuls loszulegen geht immer vom Kind aus. Du kannst es noch so oft auf die Beine stellen, wenn es nicht bereit ist, laufen zu lernen wird es sich einfach wieder auf den Po plumpsen lassen.
          Und genauso ist es auch beim Töpfchen. Kinder haben einen eigenen Willen, und ihren eigenen Entwicklungsplan. Da können hundert Sachen wichtiger sein als trocken werden. Davon, dass du ein Kind stundenlang auf den Topf setzt lernt es nicht, seine Blase zu kontrollieren, merkt es nicht, wann es wirklich muss und macht nicht die Erfahrung, wie lange Zeit ihm zwischen „merken wann man muss“ und „auf dem Klos sitzen“ bleibt und wie man diese Zeit ein bisschen verlängern kann. Es lernt nur „ich muss hier so lange sitzen bis da Pipi drin ist“. Das ist nicht, was ich unter trocken werden verstehe. Da wechsel ich lieber noch ein halbes Jahr länger Windeln.

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        11. Ok, dann weißt DU nicht was Töpfchentraining ist. Es ist eben NICHT stundenlanges Sitzen, sondern Angebote. Zu festen Zeiten also vor/nach dem Schlafen, vor dem Essen draufsetzen, fragen ob es mal muss, wenn Mutti geht auch mit aufs Klo nehmen usw.- das ist richtiges Töpfchentraining. Das ist vielen wohl schon zuviel.

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        12. Naja die Leite, die sich ne Meinung dazu anmaßen, waren dann aber nicht diejenigen, die über so etwas wie kindliche Toilettengänge anfingen zu schreiben. Ich bin ehrlich, ich schieße meistens einfach nur aus Prinzip dagegen, weil ich diese Mütter, und es sind meistens Mütter, nicht mehr „hören“ kann. Warum müssen die immer erzählen, was ihr Kind alles schon kann usw? Also ungefragt!

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        13. Stolz. Aufs Kind – und in diesem Kontext ganz sicher auch auf sich selbst.

          Ich finde, auf sein Kind darf man schon stolz sein, oder besser: Man darf seine Freude über kindliche Entwicklungsschritte mit anderen teilen, wenn man dabei darauf achtet, andere Kinder nicht herabzusetzen.
          Dass Eltern solche Dinge auf ihr eigenes Wirken zurückführen und damit hausieren gehen, finde ich dagegen schwierig. Diesen Eltern wünsche ich immer ein weiteres Kind, bei dem alles ganz anders ist. Meine Kinder haben mich glücklicherweise gelehrt, dass es unzutreffend und hochmütig ist, davon auszugehen, man könne seine Kinder in den wichtigsten Verhaltensweisen prägen, wenn man nur engagiert genug ist…

          Letztlich werden wir nie wissen, was unser Anteil ist, selbst Forscher, die jahrzehntelang dazu gearbeitet haben, haben keine endgültigen Antworten gefunden. Deswegen bemühe ich mich sehr, meinen Einfluss als Mutter kritisch zu hinterfragen, bevor ich andere belehre.
          (Und das ist nicht gleichzusetzen mit erzieherischem Fatalismus.)

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        14. Was ist denn an ganz normalen Entwicklungsschritten so weltbewegend, dass man darüber hinaus kein Leben mehr hat und darauf stolz ist? Dieser Stolz zeigt dann doch nur, dass man das Kind als verlängerten Arm sieht?

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        15. Wie gesagt, ich würde eher von Freude sprechen. Stolz trifft mein persönliches Gefühl nicht so richtig, sicher aber das anderer Eltern. Und warum auch nicht, wenn das Kind etwas geschafft hat, was aus Sicht seiner Eltern wirklich besonders ist?
          Warum sollten Eltern, deren Kind nach langem Üben das Laufen gelernt hat, sich nicht freuen, meinetwegen auch ein wenig stolz sein? Warum sollte ich nicht froh und gerührt sein, wenn sich mein oft so stoffeliger Sohn im Kindergarten fürsorglich um ein neues Kind mit Trennungsschmerz kümmert? Ich fände es seltsam, wenn so etwas Eltern vollkommen kalt ließe.

          Aber ich glaube, ich weiß schon, welche Eltern du meinst – die, die sich über ihr Kind definieren und ihr Selbstbewusstsein aus dessen Fähigkeiten beziehen.. Diese Eltern meinte ich ganz bewusst nicht, und ich dachte, das sei im Ursprungsbeitrag hinreichend deutlich geworden.

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        16. Jaaaaa, ganz besondere Kinder finden wir ja seit einigen Jahren in Massen und die Auswirkungen dieser Erziehungsform, wenn man sie so ebnen darf, werden Jahr für Jahr schlimmer.

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        17. PS: Laufen lernt man nicht. Ein Kind steht irgendwann einfach auf und läuft. Ist bewiesen. Aber da haben wir wieder das Problem, dass Eltern völlig normale Entwicklungsschritte als etwas Besonderes ansehen.

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        18. Dir geht es offenbar wirklich rein ums Widersprechen. Keine Sorge, der Unterschied zwischen Lernen und Reifung etc. ist mir präsent. Auf eine sinnlose Begriffsfeilscherei habe ich aber wirklich keine Lust.

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  4. Mal ein anderer Blickwinkel: Erstes Kind, der Kleine nimmt mit einem Jahr stellenweise recht gut zu und wird „moppelig“, dann wieder sehr schlank. Auf Nachfrage an den Arzt kam nur ein „von nichts kommt nichts“ mit bedeutungsvollen Blick auf uns. Wir wollten nur wissen, ob das normal ist, keine Kritik an uns hören. Er bekommt keine Süßigkeiten, wir kochen frisch, er liebt Obst und Gemüse und er bekommt zwei Becher Saft am Tag, ansonsten Wasser. Wir wollten uns nur rückversichern, nicht mehr und nicht weniger, da ist solch ein Kommentar etwas fehl am Platz…

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    1. Jeder benötigt ab und zu eine Bestätigung, dass sein Handeln richtig ist. Auch und gerade beim Umgang mit den eigenen Kindern. Das von mir viel gelobte Bauchgefühl reicht eben doch nicht immer aus.
      Die Rückversicherung beim Arzt, ob das Kind im Vergleich zu anderen wirklich gut gedeiht, ist somit vollkommen korrekt und Teil der elterlichen (Für-)Sorge. Als eine neutrale Prüfinstanz dienen dafür auch die U-Untersuchungen.

      Und wenn man es nun aus dem Blickwinkel unerfahrener Eltern betrachtet, so tut mir der Papa aus dem Post vom Kinderdok einfach nur leid. Woher soll er wissen, was richtig ist? Ohne Erfahrungswerte durch die eigene Herkunftsfamilie ist er hilflos der Situation „Familie mit Kind“ ausgeliefert und er scheint nicht fähig zu sein, sich selbst objektive Ratschläge zu holen.
      Auch wenn ich selbst oft genug den Kopf über solch vermeintlich unfähige Eltern schüttele, Eltern, die sich von ihren Kleinkinder tyrannisieren lassen: Dieser Papa stand beim Kinderdok und suchte – zwar auf recht hilflose Art – Hilfe. Die Idee, dass sein bisheriges Handeln falsch sein könnte, war noch nicht klar, aber ohne eine leise Ahnung hätte er das Thema nicht angesprochen.

      Wahrscheinlich wird der Kinderdok in den wenigsten solcher (terminplansprengender) Beratungsgespräche dauerhaft etwas ändern können. Aber für jedes einzelne Kind und dessen Familie lohnt sich die Mühe.

      An dieser Stelle einen ganz lieben Dank an meine Schwiegermutter für alles, was sie mir in ihrer unaufdringlichen Art beigebracht hat!

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      1. Schlappohr, verunsicherte Eltern gibt es immer. Aber Kinderernährung ist doch viel früher schon Thema und nicht erst mit 3 Jahren. Wir können hier nur Vermutungen anstellen und auch wenn ich nicht immer mit dem Kinderdoc einer Meinung bin, so vermute ich doch, dass da bereits weit vorher bei den U-Untersuchungen Ernährungsdinge besprochen wurden. Zumindest kenne ich das von uns so.

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      2. Zumal Kinderärzte eben keine Ernährungsexperten sind. Klar, allgemeine Richtlinien dürfte jeder von Kinderdoks Kollegen kennen, aber bei der konkreten Umsetzung hoffe ich mal, dass es mehr gibt, als den Rat von jetzt auf sofort dem Kind das bisherige Hauptnahrungsmittel zu entziehen.

        Sonst landet man nämlich bei sowas: (engl. Grafik)

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  5. Ich stell mir grad vor, wie mein Göttergatte mir das Abendessen, bestehend aus Pouletbrust, Broccoli, Kartoffeln und Karotten durch den Mixer jagt und das Ganze dann in eine Flasche füllt. Wie eklig, da vergeht einem ja der Appetit! Mit 3 Jahren hat man doch Zähne – wofür? Zum Zerkauen des Schullers an der Flasche? Manche Eltern sind wirklich ein bisschen…..naja, …. besonders halt. Danke für den Text! 🙂

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  6. Saft? – Jaaa, guter Plan 🙂 – Am besten Apfelschorle und schon ist man das lästige Thema mit den Milchzähnen bald los 🙂 (Ich hatte mal eins im Bekanntenkreis, dessen Zähne zu Stummelchen runtergeäzt wurden durch nächtlich 1l Apfelschorle nuckeln.)

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  7. Nur mal so eine Frage mit der Bitte um Meinungen:

    Sind die Fru.cht.zw.erge wirklich so daneben? Wir verbrauchen eh nur max. eine Packung pro Woche, aber sind 12g Zucker pro 100g schon zu viel?

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    1. Meine Laienmeinung: Nein, in Maßen ist (so gut wie) kein Lebensmittel „daneben“. Fruchtzwerge musst du halt als Süßigkeit behandeln und darf nicht denken, yeah, gesunder Joghurt, gibt’s gleich 3 Stück pro Tag ;).

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    2. Sterben wird kein Kind dran, genausowenig wie an Gummibärchen.
      Ich sehe eher das Problem darin, dass sich dein Kind an den extrem süßen Geschmack gewöhnen könnte und dann kein anderes Joghurt mehr mag. Ich würde es jedenfalls eher als Nachtisch deklarieren (gleichberechtigt mit Schokopudding, Götterspeise o.ä.) und nicht als normale Zwischenmahlzeit.

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