Neuigkeiten: Wir haben ein Buch! (1)

Und das kam so:

Die Tendenz geht bei mir wieder mehr ins Analoge, auch mir bleibt da nur, den Kopf zu schütteln, bin ich doch ein verspäteter Digital Adopter. Alle reden von TikTok, Insta und X vs. BlueSky, KI und e-Rezepten. Blogs werden noch großzügig toleriert, aber sie gehören zum Urgestein – freundlich ausgedrückt – oder zum Anachronismus des Netzes – überspitzt formuliert – . Auch dieses Blog erfährt immer weniger Einträge, zugegeben, das hat mehrere Gründe. Diese zu erörtern, würde den viel zitierten Platz sprengen.

Immerhin hat mir das Blog ein paar treue LeserInnen eingebracht, die seit beinahe zwanzig Jahren fleißig folgen oder den Feed in ihrem e-mail-Account wegdrücken. Über zehn Jahre ist es nun schon her, dass dieses Blog ein erstes Buch hervorbrachte, das Erstgeborene, immerhin hat es noch nicht den Ramsch-Status erreicht, es ist bei dem großen A… weiterhin bestellbar (auch wenn es der ursprüngliche Verlag auf seiner Seite nicht mehr listet).

Dann gab es noch ganz analog die Kolumne im Berliner Tagesspiegel, immerhin bis zu zweimal im Monat, inzwischen auch schon im siebten Jahr, so richtig gedruckt auf Papier, meist donnerstags, Rubrik „Berlin Familie“ (wer mal sucht). In unserer Praxis selbst läuft noch alles auf Papier: Da gibt es Flyer zu diesem und jenem, Broschüren, Bücher zum Ansehen. Ich glaube noch immer daran, dass etwas Ausgedrucktes für die Eltern besser im Gedächtnis bleibt als jedes dahingesprochene Wort. Die Flyer habe ich selbst gebastelt, schön fein als Leporellos, zum Mitnehmen aus dem Wartezimmer oder zum Einlegen in die Vorsorgeuntersuchungshefte.

Sketchnote

Immer wieder erklären

Das Schicksal des Kinder- und Jugendarztes, letztendlich das Schicksal jedes Arztes und jeder Ärztin: Es rücken immer PatientInnen nach, bei uns mit den Eltern. Allen darf man alles noch einmal und wieder erläutern. Tradierte Meinungen der Großeltern überliefert und von der Nachbarin weiterverbreitet halten sich hartnäckig. Dass man Kinder mit Fieber nicht der frischen Luft aussetzen darf, dass Säuglinge nicht in Blitzlichter schauen dürfen oder dass Zwiebelschalen Warzen aus der Haut ziehen (Achtung! Alles Quatsch!). Da werden Neugeborene die ersten zwei (wahlweise drei) Monate nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt, Husten mit Schleimlösern bekämpft und Glaubuli als Naturheilverfahren verkauft (Achtung! Alles Quatsch!). Dieses Blog bietet noch zahlreiche andere Beispiele.

Es ist eine der wichtigsten Aufgaben der HausärztInnen, PatientInnen immer und immer wieder aufs Neue zu informieren, aufzuklären über medizinische Zusammenhänge und die evidenzbasierte Medizin so transparent wie möglich – und vor allem in verständlicher Sprache – zu vermitteln. Gängige FAQs lassen sich zusammenfassen und online oder gedruckt mitgeben. Oder man schreibt Bücher, dicke Bücher, Ratgeber, für Familien, für Eltern, über die Kindergesundheit und Kindernotfälle, über Erziehungsfragen und alles andere, was Eltern so beschäftigt. Es gibt Unmengen an tollen Büchern von erfahrenen kinderärztlichen KollegInnen, es gibt fantastische Insta-Accounts mit eingängigen Videos und neuerdings ambitionierte Podcasts (auch so ein Schritt zum Analogen, Podcasts sind Radiosendungen für das 21.Jahrhundert).

Sketchnote

Mal etwas anders machen

Ich wollte immer etwas schreiben, was kurz und knapp ist, was sich schnell konsumieren lässt, ein Buch oder Ratgeber, den Eltern nebenbei zur Hand nehmen können, um etwas nachzuschlagen. Letztendlich meine Flyerleporellos in Buchform. Sie sollen sich einen kurzen Eindruck über die Themen holen, die sie in der Kindergesundheit interessieren, ohne dabei lange Texte lesen zu müssen. Von diesen halben Lehrbüchern gibt es schon viele, sie haben ihre Berechtigung für Menschen, die mehr wissen wollen über die knappe Information hinaus. Die meisten aber möchten nur wissen, „ist das normal, was mein Kind da hat?“ und „muss ich damit zum Arzt?!“

Um Informationen schnell und nachhaltig aufzunehmen, braucht es kurze Texte, die sich schnell erfassen lassen. Noch besser, wenn diese Informationen mit einprägsamen Illustrationen versehen sind, denn das spricht zudem das visuelle Gedächtnis an. Nun kann ich nicht gut zeichnen – auch wenn ich mich immer mal wieder bemühte – und machte mich auf die (zugegeben kurze) Suche nach jemand, der oder die das besser kann.

Ich fand Nadine Roßa.

2. Teil morgen ;-))

(c) Bild bei Beltz Verlag

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