Bildschirmfrei bis 3

Bildschirm bis drei

Drüben bei Twitter ergießt sich bereits die Häme über eine neue Aktion des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzt:innen (diese Bezeichnung ist inoffiziell, denn der Verband gendert immer noch nicht, anderes Thema…) und der Universität Witten/Herdecke (ja, die Anthroposophen…) und anderer Organisationen: „Bildschirmfrei bis 3“.


Grundsätzlich geht es natürlich nicht darum, dass die Kinder erst ab 15 Uhr vor dem Bildschirm geparkt werden (haha!), sondern dass Kleinstkinder möglichst vor dem dritten Lebensjahr keinerlei Kontakt zu Bildschirmmedien bekommen. Kein Handy, kein Laptop, kein Tablet, kein Bildschirm. Am besten lässt man Kinder in diesem Alter komplett ohne Bildschirmkontakt großwerden, Screens sind nicht existent.

Genau genommen ist die Aktion eine Studie, die Eltern durch die Kinder- und Jugendärzt:innen in den jeweiligen Praxen angeworben wird, um die tatsächliche Mediennutzung in der heutigen Zeit zu erforschen. Über die App des Berufsverbandes (sic!) erhalten die teilnehmenden Eltern Fragen im Rahmen der U5 bis U7a, also ab einem halben Jahr bis zum dritten Geburtstag. Praxen, die durch Randomisierung ausgewählt wurden, bekommen ein Materialienpaket mit einem Wartezimmerplakat, sowie einem Aufkleber, der „bei drei Jahre“ ins Vorsorgeheft eingeklebt wird – quasi als Zielgerade, bis dahin das Kind bildschirmfrei zu erziehen. Dieses soll die (eigentlich immer stattfindende Medienberatung während der Vorsorgen) unterstützen.

Das Nudging des Aufklebers beschränkt sich auf drei Empfehlungen:
„Ich nehme mir vor:
– Mein Kind ohne den Einsatz von Bildschirmmedien zu beschäftigen
– Die Mahlzeiten frei von Bildschirmmedien zu genießen
– Auf im Hintergrund laufende Bildschirmmedien zu verzichten.“

Das wars eigentlich. Wer mehr Input braucht, findet dies auf den Seiten des BVKJ, hier gibt es noch mehr Empfehlungen, wie Eigennutzung der Medien zu beschränken, das Kind stets bei der Mediennutzung zu begleiten oder das Kind nicht via Tracking zu verfolgen. Die offizielle Website der Aktion bietet FAQs an, außerdem Statements verschiedener Kinderärzt:innen und einen Nachrichten-Review.


Bedenken?

Die kritischen Stimmen zu einer solchen Aktion sind ihrer viele und alle bekannt. Bei Twitter und sicher auch in anderen Netzwerken werden sie bereits ausgetauscht. Ein „Upsi, schon passiert“ bedeutet ein humorvolles selbstkritisches Erkennen, hier kommt die Empfehlung bereits zu spät. Andere kritisieren, wir seien schließlich eine Bildschirmgesellschaft und -zeitalter, was denn immer diese Belehrung sollen, und außerdem begleite man sein Kind ja sowieso bei der Nutzung der Medien und so weiter blablabla. Wer schaut schon in sein Vorsorgeheft zwischen den Terminen bei den Ärzt:innen? Was soll also der Aufkleber da?

Der Kinderarzt lehnt sich zurück und seufzt. Und sieht in den Alltag der Praxis hinein, denkt an die vielen vielen Eltern, die auf unseren Fragebögen zu den Vorsorgeuntersuchungen eine Bildschirmnutzung von wenigstens einer halben bis einer Stunde im Alter von zwei Jahren angeben, manche sogar mehr, bei den Vorschüler sind es mitunter drei Stunden. Wie bei den Angaben zum Rauchen müssen wir von höheren Werten ausgehen. Studien sind da eindeutig.

Wir sehen in der Praxis Kinder, die mit dem Handy unterhalten werden, um die Wartezeit zu überbrücken oder von einer Impfung abzulenken, jeder kennt die Eltern, die mit dem Handy in der Hand den Kinderwagen schieben oder daddelnd auf dem Spielplatz sitzen (Ja, und auch die Folgeargumente: Das Baby schlafe schließlich, und der Dreijährige sei im Sandkasten sowieso beschäftigt. Geschenkt. Kinder verdienen die komplette Aufmerksamkeit. Beobachten Sie mal, wie oft sich Kinder per Blick ihrer Eltern versichern).

Erfolge?

Wen erreichen wir wirklich mit einer Aktion wie der obigen? Sind es die bewußten mediensicheren Eltern, die ihre Kinder von Anfang an begleiten in der Mediennutzung, die ihre eigene Bildschirmzeit im Blick behalten und jeglichen Ausgleich suchen? Jede/r checke kurz seine Handyzeit für heute, bevor weitergelesen wird (bei mir sind es 2 Stunden Handy und Tablet für heute, außerdem habe ich mir „Der Mondmann“ auf DVD angesehen. Es ist erst 19 Uhr).

Zeigen nun wieder alle auf die „bildungsfernen“ Familien, denen dieses Nudging nutzt? Mag sein, dass es hier hilft als Gedächtnisanker, als Info immerhin aus der Kinderarztpraxis. Für manche hat das eine Bedeutung und Wirkung. Auf jeden Fall hat Aufklärung für viele Eltern einen Effekt, denn die Risiken einer hohen Mediennutzung in frühem Kindesalter ist zu wenigen bewußt.

Ja, ich kenne all die Bücher zur Mediennutzung. Ich habe den Spitzer gelesen, das Netzgemüse der Häuslers, und selbstredend Patricia Cammarata. Ich kenne die Fachartikel, ich sehe das Verhalten in meiner Praxis, und ich sehe den Konzentrationsverlust vieler vieler Kinder spätestens mit Eintritt in das Schulalter. Ich bin selbst computer- und internetaffin und mag keineswegs dogmatisierend auftreten. Eine Aktion wie „Bildschirmfrei bis 3“ ist auf jeden Fall eine guter Schritt. Oder mag mir jemand die Vorteile einer Bildschirmnutzung bis 3 benennen?


Wer möchte, darf in den Kommentaren die folgenden drei Fragen beantworten:
1. Wie seit Ihr bis zum 3. Geburtstag Eurer Kinder mit Medien umgegangen?
2. Wie danach?
3. Was haltet Ihr von der genannten Aktion? Wird sie etwas ändern?

Unter allen Antworten verlose ich ein Exemplar eines Buches eines unbekannten Kinderarztes 😉


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21 Antworten auf „Bildschirmfrei bis 3“

  1. Ich verstehe den Ansatz dahinter, halte ihn aber für komplett unrealistisch. Ich kenne niemanden, der daneben sitzt und den Kinderwagen anstarrt. Wenns nicht das Handy ist, ist es ein Buch, Einkaufen o. ä. Und nachts, wenn das Kind direkt neben mir schläft und wach wird, bin ich nicht instant selbst wach, sondern brauche einen Moment bzw bemerke auch nicht unbedingt jede Wachphase.

    1. Kinder ahmen nach, sie sehen, was ihre Eltern tun und kopieren. Es ist wohl ein Unterschied, ob ein Kind/Säugling wach wird und die schlafende Mutter sieht, oder dass diese ein Buch liest oder einkauft, und reagieren kann, oder ob diese jedesmal einen Bildschirm vor Augen hat, erstmal den Tweet/Facebook/SMS/WhatsApp zu Ende liest, schreibt, reagiert, bevor sie/er aufschaut.
      Ich verstehe, dass viele Eltern sich in dieser Vorbildrolle nicht sehen, aber genau diese beschriebene Situationen erleben wir sogar in der Praxis bei Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, Gesprächen. Obwohl die Handynutzung bei uns eigentlich nicht erlaubt ist.

  2. und was soll man machen, wenn das kund schläft? es die ganze Zeit anstarrwn? Wenns nicht das Handy ist, dann ist es eben ein Buch , Gesprächspartner etc.

    1. Folgt zwei Zeilen weiter: Kinder versichern sich regelmäßig der Aufmerksamkeit ihrer Eltern. Denk mal, wie oft Du im Schlaf wach wirst, Dich umdrehst, vorher „die Lage checkst“, also Wecker, PartnerIn, Zudecke etc, ein Kind macht das auch. Nur: Es erwartet, dass Eltern dann ihre volle Aufmerksamkeit auf sie richten, instantly.

  3. 1. Wie seit Ihr bis zum 3. Geburtstag Eurer Kinder mit Medien umgegangen?
    2. Wie danach?
    Kind 1 heute 8 durfte ab ca 2 1/2 – 3 gemeinsam vorm zu bett gehen online das sandmänchen sehen. später auch die anderen „angesagten“ Serien.
    Heute darf es nach den Hausaufgaben eine Folge schauen (max 30 minuten) und abends sobald sie mit dem selbstständigen Bettfertig machen fertig ist schon anfangen auf dem eigenen Tablett zu schauen.
    K2 heute 5 fing bereits mit ca zwei an mit zu schauen. Heute darf es wenn es wenn es sich selbstständig Bettfertig gemacht hat anfangen auf dem eigenen Kindertablett zu schauen.
    Auf ihren Tabletts sind nur inhalte nach FSK freigegeben.
    K3 ist 2 1/2 und braucht beim Abendessen am längsten und auch das Bettfertig machen kann es noch nicht selbst 🙂 Im schnitt brauchen wir ca 10-15 minuten länger mit ihm. Je nachdem was K2 schaut schauen wir dann noch 10-20 minuten gemeinsam eine Folge oder nur etwas für K3 auf dem Fernseher.

    Freitags dürfen die beiden großen gemeinsam einen ganzen Film schauen (ca 90 mintuen)

    Auch bei uns dürfen die Kinder bei Krankheit länger schauen. Wobei dann Hauptsächlich Kinder wissenssendungen (Löwenzahn, Checker Tobi usw)
    Ebenso dürfen Sie bei Autofahrten länger als eine Stunde überhaupt nur ihre Tabletts mitnehmen.

    Kind 3 wird bevor es mit dem Wohnwagen im Sommer in den Süden geht ebenso ein eigenes Kindertablett bekommen.

    Ich bezweifel stark das solche Aktionen etwas ändern.

  4. Ich bin ganz romantisch mit zwei Brüdern ohne Fernseher auf dem Dorf mit 5000 m² Garten aufgewachsen, wie es sich scheinbar gehört. Seitdem ich acht war, habe ich es gehasst. Ich habe extrem viel gelesen, ja. Weil es nichts anderes gab. Mit 20 habe ich mir dann mühsam im Studium ein vernünftiges Verhältnis zum Fernseher antrainiert.

    Mein Kind ist jetzt vier. Sandmann gibt es seit kurz vor drei (vorher war kein Interesse da), Sendung mit der Maus seit drei. Aber: seit sie ca 2 ist, gab es Tierdokus auf Netflix. Kind hat nämlich alles an Krankheiten aus der Krippe mitgebracht, was ging und uns Eltern jedes Mal mehr umgehauen als sie selbst. Also gab’s bei Krankheit Tierdokus, bis kein Interesse mehr da war. Angefangen mit David Attenborough, der über Meeresfische erzählt, weil sie Fische liebt. Weiter mit Gnus und Zebras, die vom Krokodil gefressen werden. Oder dem Löwenrudel auf Jagd. Hat den schönen Effekt, dass sie weiß, wie die Tiere wirklich aussehen und eben auch weiß, dass Natur nicht Bullerbü, sondern durchaus auch mal Fressen und gefressen werden ist. Seit einem halben Jahr sind Anna und die wilden Tiere oder Anna und die haustiere beliebt. Und ja, da gibt’s eine Folge, wenn sie es möchte. Ich sehe das ähnlich wie Süßigkeiten – ich kann das reglementieren ohne Ende, dann macht sie es eben irgendwann heimlich und lernt keinen Umgang damit oder ich sorge einfach dafür, dass es nichts Spannendes ist, weil es eben auf Wunsch zur Verfügung steht. Allerdings haben wir aber auch nur Mediatheken, Netflix und Prime zur Verfügung, also nach einer Folge ist auch Schluss, ohne dass gleich das nächste startet und es gibt keine Werbung. Trotzdem schaut sie manchmal mehr, als mir persönlich lieb ist – da sie seit März quasi permanent krank war und ist, definitiv mehr als ich vorher gedacht hätte. Dann wiederum bin ich aber froh, dass sie eher Anna und die wilden Tiere sehen will als Eiskönigin. Und genauso – wie ist es denn bei den Erwachsenen? Krank, müde, alles doof – da will man nicht permanent kreativ und gefördert sein, sondern vielleicht einfach auch nur zum zigsten Mal die Lieblingsfolge sehen. Wie immer macht’s die Mischung und Smartphone und Bildschirme komplett verbannen ist heutzutage einfach unmöglich. Schwieriger sehe ich die Nutzung von Spiele-Apps, aber auch da gibt es schöne werbefreie für Kinder. Diese sogenannten „neuen“ Medien werden jedenfalls genauso wenig einfach verschwinden wie dieses furchtbare „Neuland“ Internet. Und was für das eine Kind richtig ist, muss für das nächste noch lange nicht passen. Für mein Kind passt es so und passte es auch mit zwei. Und ob es morgen noch passt, werden wir dann sehen.

  5. Wir haben in unserem Freundeskreis alles vertreten.
    Auch 3 jährige Kinder, die am Wochenende, sobald sie wach sind, allein ins Wohnzimmer laufen & den Fernseher anschalten & so lange schauen, bis Mama und Papa wach sind. Dies ist in der Regel nicht vor 10 Uhr.
    Kinder, die mit 8 Jahren schon ganztägig Fortnite zocken. 12 Jährige, die nur noch Filme FSK 16 schauen wollen (und dürfen), weil alles andere ja für Babys ist. Und das sind alles Akademiker Haushalte. Da hilft auch so eine Aktion nicht wirklich. Sie bestätigt nur die Eltern in ihrem Tun, die es eh so gehalten hätten.
    Unser Kind könnte locker 5 h am Tag Hörspiel hören, wenn wir nicht eingreifen. Ob dieser Medienkonsum besser ist?!

  6. Da hast du schon Recht. Ich hab nur manchmal den Eindruck dass das alles bei uns ausgeprägter ist als in anderen Familien. Mag aber falsche Wahrnehmung sein.

    Ist auch hier nicht so dass es gar kein TV oder PC gibt. Aber tv ist Familytime – wir sehen alle zusammen und 20min PC (plus das, was für die Schule notwendig ist) ist vermutlich auch eher wenig.

  7. Das machen wir aber auch alles. Wir gehen auch raus und haben Kistenweise Bücher und Lego. Es gibt ja nicht entweder oder, sondern es ist eben eine neuere Ergänzung zum Alltag.

  8. Unsere Kinder sind jetzt 13 und 10. wir gehören ziemlich sicher zur „besonders altmodischen“ Riege. Die zwei waren draußen, wann immer es ging (okay, Hof mit 5000qm helfen), bekamen vorgelesen und lesen heute selber wie die Bekloppten. Noch heute haben wir alle Spaß am Vorleseritual! Und in den Sommerurlaub kommt ein Buch zum Vorlesen mit. Bisher waren es jedes Jahr ein neuer Harry Potter, Heuer wird es wohl der Herr der Ringe werden – den sie bisher nicht kennen. Die Filme übrigens haben sie nicht gesehen, wir meinen, dass die noch nichts sind. Sie haben bislang auch gar keine Lust dazu gezeigt. Der Große bekam ein (normales) Handy, als er in die fünfte Klasse kam und auf ein Gymnasium 15km entfernt. Auch die Kleine wird jetzt zur fünften hin wohl eins bekommen, fair ist fair. Aber auch hier kein Smartphone, auch der Große immer noch nicht.

    Die Kinder haben Phantasie ohne Ende, spielen alles mögliche, bauen begeistert Lego, lesen so viel dass es zeitweise schon nervt, spielen Handball und gehen zu den Pfadfindern. Sicher nicht für alle ein Modell, aber für uns perfekt.

    Gruß
    Llewella

  9. Danke für die (bisher) positiven Antworten. Dazu fällt mir noch eins auf: nach einem langen Kitatag habe ich auch manchmal das Gefühl, dass sie etwas runter kommt, wenn sie einfach auf dem Sofa sitzt ,mit uns kuschelt und fern sieht. Das ist mir jetzt zum Thema Hibbeligkeit noch eingefallen.

  10. Ich wollte eigentlich nicht, dass unsere Tochter vor 3 Jahren fern sieht. Und wie bei vielen Dingen musste ich feststellen, dass es in der Realität anders läuft. Ein Kind zu haben ist etwas sehr sehr anstrengendes. Ich finde es teilweise anstrengender als Arbeiten. Unsere Tochter ist nicht kompliziert oder so. Sie ist einfach ein Kind und das macht das Leben anstrengend. Viele sagen zu dem Thema „früher ginge es auch ohne“. Klar, aber wie erschöpft war man da? Wie viel Zeit hat man alleine mit dem Kind verbracht? Wir stehen um 6 auf und sie geht um 19.30/20uhr schlafen, das sind (am Wochenende) locker 12,13 Stunden, die man zu zweit oder sogar alleine damit verbringt das Kind zu beschäftigen. Das war (irgendwann) früher nicht so. Es gibt das Sprichwort (und das hört fast jeder, der irgendwann ein Kind bekommt): „Um ein Kind groß zu ziehen braucht es ein ganzes Dorf“. Dieses Dorf existiert aber nicht mehr, sondern besteht nur aus 1 bis 2 Elternteilen. Und so lange das so ist, wird es für viele Eltern eine Rettung sein ihr Kind fernsehen zu lassen, wenn sie Müde und erschöpft sind (quasi immer?), Krank (ich sag nur Magen-Darm, aber dem Kind selber geht es gut), irgendwas wichtiges klären oder erledigen müssen usw. Und aus diesem Grund finden sich vermutlich viele angegriffen durch diese Aktion, weil es quasi impliziert, dass man das Kind aus irgendeiner Faulheit heraus vor dem Fernseher parkt. Aber so ist es eben nicht.

    1. Ein sehr schöner und wahrer Kommentar.

      K1 (gestern 4 geworden) durfte vermutlich (die Erinnerung geht so schnell weg) spätestens ab 2 Jahren auf dem Handy Fotos und gespeicherte Videos gucken, auch selber. Ab 3 Jahre schätze ich schaut er Sonntags die Maus. Und etwa ab dieser Zeit hin und wieder (alle 2-3 Tage, für 15 Minuten) Folgen vom kleinen Maulwurf.

      Nachdem wir vor kurzem umgezogen sind haben wir noch kein Internet und das haben wir ihm auch gesagt und seitdem gibt’s online nichts mehr. Aber jetzt im Sommer gibt es auch draußen so viele Möglichkeiten (wir wohnen aufm Dorf) und das ist wunderbar.

      K2 (1,5 Jahre) hat noch nie ein Handy in der Hand gehabt.

      Hinter das Ziel der Aktion stelle ich mich ganz und gar. Es ist so traurig, diese Szenen zu sehen, wenn kleinste Kinder und dann letztlich die ganze Familie nur auf den Bildschirm stiert.

      Wir haben keinen Fernseher, schauen höchstens abends mal was wenn die Kinder im Bett sind. Wenn die Kinder da sind, kann man selber nicht gänzlich aufs Handy verzichten, weil ja alle Absprachen und Kommunikation darüber laufen! Ruf heute mal einen an, der geht nicht dran…

    2. Ich gebe dir völlig Recht. Und ich muss auch ehrlich sagen, wie immer kommt es auf das Kind an.

      Nicht jedes Kind wird pauschal hibbelig oder aggressiv, nur weil es einige Minuten fern gesehen hat. Auch wird es nicht automatisch unkonzentriert.

      Ich bin Lehrerin (Ich hatte nie Konzentrationsprobleme und habe alle Abschlüsse mit Note1 bestanden), habe als Kind sehr viel fern gesehen, weil ich das einfach mochte und sehe immernoch oft fern bzw. streame während der Hausarbeit oder so – ohne das mein Kind mitguckt. 😉

      Aber auch er darf bis zu 30 Minuten schauen. Er ist 4 und kann sich sehr lange auf alles Mögliche konzentrieren, er ist nicht zappeliger als andere und spielt altersgerecht, löst Vorschulrätsel,spielt draußen.
      Ich denke, es ist wichtig SEIN Kind individuell zu begleiten und danach die Regeln aufzustellen. Hier darf z.B. auch immer genascht werden, weil er meist mit zwei Gummibärchen oder einem Schokostück zufrieden ist und auch gern Wasser trinkt und Gemüse isst. Wäre er eine Naschkatze, wäre die Regel anders.

      Und ich gebe dir Recht: Man weiß nie, warum die Eltern ihr Kind gerade nicht anders beschäftigen. Vielleicht sind sie selbst am Ende, müde, leben in Scheidung etc. …

    3. Ich stimme dir vollkommen zu. Außerdem haben wir auch festgestellt, dass die Kinder das auch zwischendurch gut gebrauchen können um mal runter zu kommen. Dann dürfen sie ne Stunde Fernsehen und sind nicht mehr so aufgedreht. Es ist aber auch nie ein Problem, wenn wir den Fernseher danach ausmachen und das denke ich, ist ein gutes Zeichen.
      Unsere sind 3 und 2 Jahre alt.

  11. Meine Zwillingsmädels durften ab 4 Jahren kurze altersgerechte Sendungen anschauen. Jetzt sind sie 6 Jahre und dürfen täglich ca 20-30 Minuten TV schauen. An Regentagen oder bei Krankheit natürlich meist etwas mehr, dafür an schönen Tagen sehr oft auch gar nicht. Ich finde es furchtbar, wenn ich 2 jährige Kinder im Wartezimmer sehe die nur ins Handy schauen. Es wissen sich anscheinend nur noch sehr wenige Menschen mit einem Buch oder anderen Spielsachen die Wartezeit zu verkürzen.
    Ich finde die Aktion gut, vielleicht regt es zumindest ein bisschen zum Nachdenken an.

  12. K1 hat erst mit etwa 4 oder 5 Jahren Bildschirme kennen gelernt.
    K2 hat dann halt mit geguckt, sobald Interesse da war, ab etwa 2 Jahren. 🤷

    Bei uns läuft der Fernseher nur am Wochenende, jeden Tag maximal 90 Minuten, aufgeteilt ist 2 Etappen. Somit Medienzeit 3h pro Woche. Tablet/ Handy gibt es nicht für die Kinder. Fernseher läuft auch nie nebenbei oder zum Essen, es wird „bewusst“ geguckt.

    Ausnahmen: Krankheit (Eltern oder Kinder) oder eine der unzähligen Lockdown/ Stundenkürzungen Kita/ Betreuungsausfälle / Quarantänen. Sorry, aber ich muss halt arbeiten und meine Kinder können sich wirklich schon lange alleine beschäftigen, aber manchmal gehťs nicht anders.

    Die Aktion ist nicht verkehrt als „Erinnerung“, aber solange die Eltern keine alternativen Strategien haben um den Alltag zu gestalten oder zu bewältigen, wird es wohl nichts ändern. 😬

  13. K1 und K2 haben vor dem dritrten Geburtstag faktisch keinen Bildschirm (laufend) gesehen. Das haben wir bis dahin gut ohne Handy/ Fernseher/ u.a. hinbekommen. Danach schon ein bißchen, aber auch heute mit 9 und 6 Jahren im Schnitt weniger als 30 Minuten am Tag. Viele Wochen, wo kein Fernseher/ Computer/ Handy läuft. Im Urlaub oder wenn sie krank sind, dafür auch mal mehr.

    Bei Mahlzeiten sind übrigens die Bildschirme komplett aus, sowohl der Fernseher wie auch Handys, die haben am Tisch nichts verloren.

    Ich finde die Aktion nicht schlecht, glaube aber auch nicht, dass sie viel helfen wird – das Gespräch des Kinderarztes in den U-Untersuchungen wird da hilfreicher sein, denke ich!

  14. Ich würde behaupten bei Kind 1 (2011) war der Bildschirm bis 3 kaum präsent. Bei Kind 2 (2013) dann schon. Wenn K1 Sandmännchen o.Ä. schaute, war K2 dabei.
    Medienzeit wurde dennoch auch mit Ü3 noch stark begrenzt. Bei und mit K3 (2017) nahmen die Medien deutlich zu. Die beiden Großen wurden mit dem Kidstablet mal beschäftigt, wenn der Lütte Mutti brauchte.
    Die eingegrenzten Medienzeiten wurden auch mal überzogen. Mittlerweile versuchen wir gerade den Konsum wieder mehr einzuschränken. Wobei das im Konsolenalter gar nicht so einfach ist.

    Die Aktion ist sicher gut gedacht, allerdings glaube ich, dass eher Familien, die eh auf den Konsum achten, teilnehmen. Nichtsdestotrotz ist es bestimmt gut, due Aufmerksamkeit der Eltern mal wieder mehr auf das „zuviel“ zu lenken.

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